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Dienstag, 7. Januar 2014

2014 - Neues Jahr, neue ...

... Vorsätze, Erfahrungen, Vorhaben, Menschen, Situationen, Erkenntnisse ... Im Prinzip schreitet die Zeit einfach voran und dennoch geht man immer wieder mit neuem Elan, neuer Motivation und neuen Ideen in ein neues Jahr. Manchmal braucht man eben ein besonderes Ereignis - wie zum Beispiel den Jahreswechsel -, um Veränderungen anzustoßen. Warum auch nicht?

Auf diesem Blog heißt es natürlich auch: neues Jahr, neue Rezepte! Und vielleicht wird sich auch ansonsten das ein oder andere ändern. Denn mit einer Ausbildung zum Gesundheits-, Ernährungs- und Lebensberater, die ich in diesem Jahr beginne, werde ich hier sicherlich einige Erkenntnisse und Gelerntes einfließen lassen und mit Euch teilen. Ich freue mich sehr auf 2014 und wünsche Euch von Herzen alles Liebe und Gute für dieses Jahr! Genießt es mit allen (Geschmacks)Sinnen!

Einkaufsliste für Kürbisschnitzen mit Wintersalatpesto (ca. 4 Vorspeiseportionen): 1/2 kleiner Hokkaido-Kürbis, 75g Wintersalat wie z.B. Feldsalat, Portulak oder Postelein (ich habe Postelein verwendet), 50 g Ricotta, 10 g Pinienkerne, 5 g frisch geriebener Parmesan, 4 EL Olivenöl, 2 EL Hanfsamenöl (Alternativ: 2 weitere EL Olivenöl), etwas abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone, Mersalz und Pfeffer

Was gibt's zu tun? Den Kürbis entkernen und in dünne Schnitzen schneiden. Mit zwei Esslöffel Olivenöl und etwas Meersalz in eine feuerfeste Form geben und alles miteinander vermengen. In den vorgeheizten Backofen geben und bei 180°C für 15 bis 20 Minuten backen. Die Kürbisschnitzen dabei mehrmals hin und her schieben, damit sie gleichmäßig gebacken werden.

In der Zwischenzeit die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten und danach zum Abkühlen beiseite stellen. 25 g Postelein mit der Hälfte der Pinienkernen, Parmesan, 2 EL Olivenöl, 2 EL Hanfsamenöl, abgeriebenen Zitronenschale, etwas Salz und Pfeffer in einem Mixer oder mithilfe eines Pürierstabs zu einem Pesto mixen.

Die Kürbisschnitzen aus dem Ofen nehmen und leicht abkühlen lassen. Dann mit dem restlichen Postelein vermengen und beides auf Tellern anrichten. Das Pesto darüber träufeln (falls es nicht flüssig genug ist mit etwas mehr Öl verdünnen), die restlichen Pinienkerne und den grob zerkleinerten Ricotta darüber verteilen.

Sonntag, 24. November 2013

Brunch auf Nordafrikanisch: mit Shakshuka

Die nordafrikanische Küche ist nicht unbedingt bekannt für ihre Frühstücksrezepte und doch versteckt sich genau hier ein kleines Juwel: eine Soße aus Paprika, Tomaten und Zwiebeln, angereichert um Gewürze und Kräuter, die durch pochierte Eier abgerundet wird und sich Shakshuka nennt.

Streng genommen handelt es sich dabei auch eigentlich nicht um ein reines Frühstücksrezept, denn in Tunesien, Ägypten oder Marokko wird Shakshuka durchaus auch zum Mittag- oder Abendessen serviert. Aber gerade da Eier einen Hauptbestandteil des Gerichtes ausmachen, finde ich es eine ganz wunderbare und geschmacksintensivere Alternative zu den klassischen Eierspeisen, die ansonsten zum Frühstück oder Brunch genossen werden. Also: Warum nicht einmal direkt zum Start in den Tag in eine fremde Küche eintauchen und sich von deren Würze und Farbintensität gleich doppelt beleben lassen?

Einkaufsliste (für ca. 2 Portionen): 1 rote Paprikaschote, 1 gelbe Paprikaschote, 3 Tomaten, 1 Zwiebel, 1 TL Cumin (Kreuzkümmel), 2 TL Rohrohrzucker (bzw. Xucker), 3 Zweige Thymian (die Blätter abgezupft), 1 TL frische Oreganoblättchen (oder 1/2 TL getrockneter Oregano), 1 Lorbeerblatt, 1/2 TL Safranfäden, 1 Prise Cayennepfeffer, 2 EL gehackte Petersilie, 2 bis 4 Eier, Olivenöl, Salz und Pfeffer

Was ist zu tun? Die Paprikaschoten entkernen und in Streifen schneiden (ca. 2 cm breit), die Tomaten grob zerkleinern und die Zwiebeln in Ringe schneiden.

Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Cumin und Zwiebelringe hinzugeben und für ca. 5 Minuten anbraten. Die Paprikastreifen sowie den Zucker, Thymian, Oregano und Lorbeerblatt hinzugeben und für ca. 10 Minuten bei mittlerer Hitze weiter anbraten und dabei regelmäßig rühren. Dann die Tomatenstücke, Safran und Cayennepfeffer hinzugeben und nochmals 15 Minuten bei niedriger Hitze garen - dabei immer wieder etwas Wasser hinzufügen (ca. 150-200 ml), verrühren und die Soße eindicken lassen. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Danach den Pfanneninhalt so auseinander schieben, dass kleine Kulen für die Eier entstehen (2-4 Stück). Die Eier langsam in die Kulen gleiten lassen, mit etwas Salz bestreuen, einen Deckel auf die Pfanne geben und die Eier bei sehr niedriger Temperatur ca. 10 Minuten garen, sodass die Eier gerade eben gestockt sind. Die gehackte Petersilie darüber streuen und das Gericht in der Pfanne servieren.

Sonntag, 3. November 2013

Genussmoment: Pflaumencrumble mit selbstgemachter Vanillesauce

Meine Genussmomente: mit Freunden lachen, Sonnenuntergang am Meer, durch ein neues Kochbuch blättern, ausgelassen zu spanischer Musik tanzen, durch frisch gefallenen Schnee stapfen, wenn man beim flüssigen Kern eines Schokoladenfondants ankommt, ein Live-Konzert, Menschen um mich haben, die ich liebe, an einem kalten Tag in die Sauna gehen, frische Bergluft einatmen, eine heiße Suppe, wenn ich friere, Samstagmorgen ohne Wecker aufwachen und einfach liegen bleiben, einen Löffel Pflaumencrumble mit selbstgemachter Vanillesauce mit geschlossenen Augen auf der Zunge zergehen lassen, ...

Was sind Deine Genussmomente?

Einkaufsliste für Pflaumencrumble mit selbstgemachter Vanilesauce (4-6 Portionen):
Crumble: 150g Dinkelmehl, 100g Butter (kalt und in Würfel geschnitten), 50g Birkenzucker (z.B. Xucker), 50g Pecannüsse, 750g Pflaumen, Saft einer Orange, 1/4 TL Zimt
Vanillesauce: 500 ml frische Vollmilch (nicht homgenisiert/Demeter-Qualität), 100g Birkenzucker, 6 frische Eigelb, 1 Vanilleschote

Was ist zu tun? Für die Vanillesauce, die Milch in einen Topf geben, die Vanilleschote längs einschneiden, das Vanillemark herauskratzen und gemeinsam mit der Schote zur Milch geben. Die Vanillemilch aufkochen und währenddessen, die Eigelbe und den Birkenzucker mit einem Schneebesen in einer Schüssel cremig rühren.

Die kochende Milch langsam unter die Eigelb-Zucker-Masse rühren. Dann die Sauce wieder zurück in den Topf geben und unter ständigem Rühren mit dem Schneebesen erhitzen, jedoch nicht kochen (!), bis sie leicht angedickt ist. Die Vanillesauce vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Für den Crumble, den Backofen auf 200°C vorheizen. Die Pflaumen je nach Größe vierteln oder achteln und in eine Schüssel geben. Den Orangensaft und das Zimtpulver hinzugeben, alles miteinander vermengen und zugedeckt ziehen lassen.

In der Zwischenzeit, die Pecannüsse grob zerkleinern. Mehl, Butter und Zucker dazu geben und alles mit den Händen zu Streuseln zerkrümeln (es sollten keine Butterstücke mehr zu sehen sein).

Dann die marinierten Pflaumen in eine Auflaufform (oder in mehrere kleine Auflaufformen) geben, die Streusel gleichmäßig darüber verteilen und den Crumble für ca. 30 Minuten auf der mittleren Schiene backen (sodass die Streusel leicht gebräunt sind).

Den Crumble in der Auflaufform servieren und am Tisch auf Teller verteilen, die Vanillesauce darüber geben, die Augen schließen und genießen. Einfach himmlisch!!

Dienstag, 8. Oktober 2013

Wer loslässt hat zwei Hände frei - Oder: Kräuteromelette mit Ziegenfrischkäse

In der Küche kann ich Dinge nur schwer ruhen lassen. Alles, was sich im Topf oder in der Pfanne befindet, möchte ich am liebsten die ganze Zeit bearbeiten, sprich: umrühren, schwenken, wenden, vermengen, probieren usw. Meine Mama klopfte mir daher schon als Kind auf die Finger und sagte: "Ständig musst Du rumrühren. Lass die Soße doch einfach einmal in Ruhe vor sich hinköcheln", oder: "Jetzt lass das Risotto doch endlich einmal ziehen!" Ein paar Minuten riss ich mich dann zusammen und beobachtete das Risotto mit großen Augen beim Ziehen, aber dann hatte ich auch direkt wieder den Kochlöffel in der Hand und das Rühren, Machen und Tun ging weiter.

Auch heute fällt es mir noch schwer, eine Soße in Ruhe reduzieren zu lassen, zu warten, bis ein Kuchen fertig gebacken ist ohne ständig den Backofen zu öffnen, Gemüse zu dünsten, ohne es permanent mit dem Kochlöffel hin und her zu schieben. Und so kam mir letztens der Gedanke, dass es mir in anderen Lebensbereichen häufig ganz genauso geht: Ich bin eher der ungeduldigere Typ, der oft nicht in Ruhe abwarten kann, tue mich meist schwer im einfach mal Geschehenlassen, im Loslassen.

Loslassen können, heißt vertrauen können. Vertrauen, dass sich die Dinge so ergeben, wie sie sollen. Sie einfach sich selbst überlassen. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Wenn man es schafft, die Dinge sich selbst zu überlassen, kann man sich um so viel anderes kümmern, denn man hat zwei Hände frei! Gerade in der Küche ist das unglaublich hilfreich. Wenn man die Soße nämlich vor sich hinköcheln lässt, kann man sich schon einmal um die Beilage oder das Dessert kümmern oder den Tisch decken.

Und so übe ich mich in der Küche nun fleißig im Loslassen und kümmere mich um andere Dinge, wenn der Kuchen im Ofen backt, die Suppe vor sich hin köchelt oder das Kräuteromelette ganz von alleine stockt. Denn das Schöne ist: Unser Verstand funktioniert so, dass wenn man in einem Lebensbereich beginnt ein Verhalten zu verändern, es sich meist auch auf die anderen Bereiche überträgt. Und so habe ich mittlerweile nicht nur in der Küche häufiger zwei Hände frei.

Einkaufsliste für Kräuteromelette mit Ziegenfrischkäse (für ca. 2-4 Portionen): 6 Eier, 20g gemischte frische Kräuter (z.B. Estragon, Petersilie, Kapuzinerkresse, Liebstöckel, Basilikum), 4 EL Milch (auch Soja-, Mandel- oder Dinkelmilch oder auch einfach nur Wasser), Salz und Pfeffer, etwas Butter, 150g Ziegenfrischkäse

Was ist zu tun? Die Kräuter fein hacken. Die Eier mit der Milch, den Kräutern sowie etwas Salz und Pfeffer in ein Schüsselchen geben und mit einer Gabel leicht verquirlen. 

Butter in eine beschichtete Pfann geben, bei mittlerer Hitze schmelzen lassen und gleichmäßig verteilen, sodass der gesamte Boden eingefettet ist (ggf anhand eines Pinsels). Ein Viertel der Eiermasse in die Pfanne geben und die Pfanne vorsichtig schwenken, sodass der Boden gleichmäßig mit der Eiermasse bedeckt ist. Und nun: Ganz von alleine stocken lassen (das dauert ca. 1 - 1 1/2 Minuten). Dann vorsichtig wenden und für ca. 10 Sekunden weiter anbraten. Dann Omelette aus der Pfanne nehmen und auf ein Papierküchentuch legen. Das gleiche Prozedere mit der restlichen Eiermasse wiederholen, sodass am Ende vier dünne Omelettes heraus kommen. 

Die Omelettes auf Teller geben. Je die Hälfte mit Ziegenfrischkäse bestreichen und umklappen. C'est tout! 

Sonntag, 22. September 2013

Wissen was drin steckt - Teil II: Selbstgemachte Pasta

Italiener lieben ihre Pasta! Klar, sie sind ja auch deren Erfinder. Aber wir Deutschen sind doch eigentlich fast genauso große Fans von Spaghetti, Tagliatelle & Co. Der Unterschied dabei ist allerdings, dass die meisten Italiener wissen, wie man Pasta selbst zubereitet, während wir Deutschen zwar ohne Ende Nudeln konsumieren, oftmals aber gar nicht wissen, was darin steckt, geschweige denn, wie man Pasta selbst herstellt. 

Wusstest Du, dass man Pasta sowohl mit als auch ohne Eier zubereiten kann? Dass die Grundzutaten gerade einmal Mehl, Wasser und Salz sind? Oder dass die Herstellung des Teigs noch nicht einmal 15 Minuten in Anspruch nimmt (ohne Ruhezeit gesehen)? 

Wenn Du diese Fragen mit "ja" beantwortet hast, dann heißt das, dass Du wahrscheinlich schon einmal selbst Pasta gemacht hast! Wenn nicht, dann ist das auch nicht schlimm, denn dann kennst Du die Antworten jetzt und kannst Dich anhand des folgenden Rezeptes direkt selbst im "Pastamachen" ausprobieren: Selbstgemachte Safrantagliatelle mit Gemüsebolognese. 

Einkaufsliste (ca. 4 Portionen):

Nudelteig: 150 g Mehl, 150 g Hartweizengrieß, 3 Eier, 1 gestrichener TL Salz, 2 TL Safranfäden, 1/2 TL Kurkuma (gemahlen)

Gemüsebolognese: 100 g Karotten, 100 g Knollensellerie, 100 g Staudensellerie, 1 gelbe Paprika, 1 kleine Aubergine, 1 grüne Zucchino, 2 Tomaten, 1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 2 EL Tomatenmark, 250 ml passierte Tomaten, 100 ml Gemüsefonds, 2 Zweige Thymian, 2 Zweige Rosmarin, 1 EL frische Oreganoblättchen, 2 EL glatte Petersilie fein gehackt, ein paar Basilikumblätter, 2 EL Olivenöl, etwas Zucker, Salz und Pfeffer

Was ist zu tun?
Für den Nudelteig, die Safranfäden in eine kleine Schüssel geben und mit ca. 3 Esslöffel kochendem Wasser übergießen - vollständig abkühlen lassen. In der Zwischenzeit Mehl, Hartweizengrieß, Kurkuma und Salz in einer Schüssel miteinander vermengen. In der Mitte eine Mulde formen. 

Die Eier zum Safran geben und miteinander verquirlen. Safran-Ei-Mischung und Öl in die Mulde geben und die Zutaten nach und nach von der Mitte aus mischen. Den Teig für ca. 10 Minuten mit den Händen gründlich kneten. Ist der Teig zu trocken, etwas Wasser hinzufügen, ist er zu feucht/klebrig, etwas Mehl hinzugeben. Dann zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie wickeln. Für zwei Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Nudelteig mit einer Nudelmaschine oder anhand eines Nudelholzes dünn ausrollen. Bei letzterem, eine Fläche mit Mehl bestreuen und das Nudelholz einmehlen. Den Nudelteig am besten in vier Portionen aufteilen und jeweils dünn zu einem Quadrat ausrollen (ca. 30 cm lang). Etwas Mehl über die Teigplatte verteilen, sodass die Oberfläche nicht mehr klebt. Dann den Teig falten und auf die Oberfläche wieder etwas Mehl verteilen, abermals falten. Mit einem großen Messer in lange 1 cm breite Streifen schneiden. 

Für die Gemüsebolognese, die Karotten und den Knollensellerie schälen. Staudensellerie, Paprika, Aubergine und Zucchino waschen und Paprika von Stunk und Kernen entfernen. Alles fein würfeln. Zwiebeln und Knoblauch schälen. Zwiebeln ebenfalls fein würfeln und Knoblauchzehen vierteln und leicht andrücken.

Das Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Die Zwiebeln hinein geben und für 1 Minute andünsten. Den Knoblauch und die Gemüsewürfel hinzugeben und für ca. 3 Minuten unter rühren andünsten. Dann das Tomatenmark hinzufügen und mit dem Gemüse für weitere 2 Minuten anrösten. Mit den passierten Tomaten und dem Gemüsefond ablöschen. Thymian- und Rosmarinzweige sowie die Oreganoblättchen dazugeben und offen für ca 10 bis 15 Minuten einkochen lassen. 

Die Tomaten waschen und grob in Stücke schneiden, den Stunk dabei entfernen. Die Kräuterzweige aus der Sauce nehmen, mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen. Tomaten und Petersilie untermischen.

Die Bandnudeln in kochendem Salzwasser einige Minuten al dente garen. Dann auf Teller verteilen und jeweils die Gemüsebolognese darüber geben. Mit ein paar Basilikumblättern garnieren.

Zur gesamten Fotostrecke geht es auf Facebook.

Montag, 9. September 2013

In der Einfachheit liegt die Machbarkeit

Für viele Menschen ist das mit dem Kochen so eine Sache. Die Überlegungen, was man machen soll, das Einkaufen und dabei gegebenenfalls auch noch in mehr als einen Laden zu müssen und nicht zuletzt, schreckt viele das Kochen an sich ab. Vor allem, wenn man einen zeitaufwändigen, stressigen Job hat, möchte man sich nicht auch noch damit beschäftigen müssen. Dann wohnt der ein oder andere auch noch allein und sagt sich: Für mich selbst den Aufwand betreiben? Nein danke! In diesen Fällen wird es häufig das Gericht vom Asiaten, der auf dem Nachhauseweg liegt, die Pizza beim Lieblingslieferservice, dessen Nummer schon unter den Favoriten abgespeichert ist, oder das Fertiggericht aus dem Supermarkt. Wenn sich doch einmal dazu durchgerungen wird zu kochen, ist ein Teller mit Pasta mit Pesto oft schon das höchste der Gefühle. 

Ich kann solche Essgewohnheiten nur zu gut nachvollziehen: Bei den heutzutage vorherrschenden Leistungsansprüchen, dem Stress, mit dem viele zu kämpfen haben, und den langen Arbeitszeiten, bleibt einem doch oft gar nichts anderes übrig, als sich abends noch schnell etwas "reinzuschieben", um danach völlig ko ins Bett zu fallen und am nächsten Morgen wieder mit den erwarteten 150% Leistungsbereitschaft aufzuwachen. Auch mir - als Verfechter der gesunden und ausgewogenen Ernährung - ergeht es hin und wieder so. Allerdings stellt so ein Abend mittlerweile die Ausnahme dar und normalerweise bereite ich mir immer noch selbst eine Kleinigkeit zu, egal wie spät ich nach Hause komme. Die Devise lautet hier: In der Einfachheit liegt die Machbarkeit.

Meist hole ich mir auf dem Nachhauseweg beim Biosupermarkt einfach ein paar Gemüsesorten der Saison, dünste sie in einer Pfanne an, füge ein paar frische Kräutern und Gewürze hinzu und genieße das Ganze mit einem Pesto, Chutney, Mozzarella, Feta, gerösteten Kernen, Nüssen oder Ähnlichem. Der Aufwand ist hier minimiert und doch kann ich mir sicher sein, dass ich etwas gesundes zu mir genommen habe. Für diejenigen, die alleine wohnen habe ich außerdem den folgenden Tipp: Einfach zwei oder mehr Portionen auf einmal kochen und schon hat man für den nächsten Abend oder die nächste Mittagspause gleich mitgekocht.

An dieser Stelle gibt es daher natürlich ein ganz einfaches und unkompliziertes Rezept: Hirsepfanne mit Zucchini, Paprika und Feta.

Einkaufsliste: 125g Hirse (z.B. Feinkornhirse im Kochbeutel von Davert - diese ist in nur 10 Minuten fertig), ca. 350 ml Gemüsebrühe (für die Feinkornhirse von Davert 500 ml), 1 gelbe Zucchini, 1 gelbe Paprika, 10 Kirschtomaten, 1 Handvoll frische Minze, 100g Feta (für die laktosefreie/vegane Variante einfach den Feta weglassen), 1/2 TL Kurkuma, Kokosfett, eine Prise Zucker, Salz und Pfeffer

Was ist zu tun? 300ml Gemüsebrühe in einem Topf zum Kochen bringen. Die Hirse hinzugeben und ca. 25 Minuten zugedeckt bei mittlerer Hitze köcheln lassen, überflüssige Brühe abgießen und weitere 10 Minuten quellen lassen (bzw. gemäß Packungsanleitung zubereiten).

In der Zwischenzeit, die Zucchini, Paprika und Kirschtomaten waschen. Die Zucchini längs halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Die Paprika vom Kerngehäuse entfernen und in Streifen schneiden. Die Kirschtomaten halbieren.

Kokosfett in einer Pfanne erhitzen. Die Zucchini und Paprika für ein paar Minuten darin andünsten. Mit Kurkuma, Salz und Pfeffer würzen und ca. 50 ml Gemüsebrühe hinzugeben, aufkochen und das Gemüse darin für ca. 5 Minuten köcheln lassen.

Die Tomaten gemeinsam mit der Prise Zucker und der Hirse hinzugeben und alles miteinander vermischen. Die Minzblätter grob zerkleinern und unterheben. Zum Schluss den Feta grob zerbröckelt darüber geben. 

Montag, 29. Juli 2013

Leichtigkeit durch leichtes Essen

Das leichte Kleid im Sommer. Die leichte Brise am Meer. Ein leichtes Leinentuch über dem Tisch, das sich sanft zur Brise bewegt. Darauf ein leichter Wein, ein leichtes Gericht.

Etwas Leichtes ist zugleich etwas Angenehmes, Einfaches, es hat etwas Befreiendes. Es ist das Gegenteil vom Belastbaren, von Schwere, von Druck. Und doch betitelt Milan Kundera seinen Roman mit der "unerträglichen Leichtigkeit des Seins". Aber wie kann etwas Leichtes unerträglich sein?

Vielleicht, weil es nicht so einfach ist, in den Zustand völliger Leichtigkeit zu gelangen. Vielleicht, weil man für die Leichtigkeit zunächst das Schwere loslassen muss - Ballast, Stress, Gedanken, Sorgen, Erinnerungen, die Vergangenheit. Aber das alles einfach ausblenden? So leicht scheint das mit der Leichtigkeit dann tatsächlich nicht zu sein ...

Nähern wir uns dem Thema vielleicht einmal von einer anderen Seite. Wenn ich mich schon nicht so einfach von meinen Gedanken und Sorgen oder dem mich umgebenden Stress befreien kann, kann ich zumindest dafür sorgen, dass kein weiterer Ballast hinzukommt. Dabei kann, wie ich finde, ein leichtes Gericht schon einmal ein Anfang sein! Etwas leicht verdauliches, etwas, das nicht so schwer im Magen liegt, wie ein frischer Salat, Fisch an gedünstetem Gemüse, ein Obstteller. Und am Ende fühlt man sich vielleicht tatsächlich etwas leichter, denn heißt es nicht so schön "Du bist, was Du isst"?

Leichtigkeit durch leichtes Essen? Schaden kann es auf jeden Fall nicht - gerade im Sommer, bei einer leichten Brise und zu einem Gläschen leichtem Wein.

Einkaufsliste für einen leichten Salat aus Babyspinat, Pfirsichen, Chèvre und Dinkelspirelli (Tipp: Ziegenmilchkäse und Dinkel sind jeweils leichter bekömmlich als ihre Pendants Kuhmilchkäse und Weizen): 125g Babyspinat, 2 Pfirsiche, 100g Chèvre, 200g Dinkelspirelli (oder eine glutenfreie Alternative), 2 TL Honig, 20g gehobelte Mandeln, 40 ml Olivenöl, 2 MS gemahlene Muskatnuss, Crema di Balsamico, Salz und Pfeffer

Was ist zu tun? Die Dinkelspirelli nach Packungsanleitung in Salzwasser al dente kochen. Die Pfirsiche achteln und mit etwas Olivenöl in eine ofenfeste Form legen. Den Honig über die Pfirsichscheiben träufeln und bei 180°C für 20 Minuten backen.

Die gehobelten Mandeln in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. Nebenbei 75 g Babyspinat, die 40 ml Olivenöl, 2 MS Muskatnuss, etwas Salz und Pfeffer mit dem Pürierstab zu einer glatten Masse vermengen.

Die abgekühlten Spirelli mit dem Spinatpesto vermengen. Dann die restlichen Babyspinatblätter und die Manedeln untermengen. Ggf. noch etwas Salz, Pfeffer und Olivenöl hinzufügen.

Den Spirelli-Spinat-Salat auf Tellern verteilen. Die Pfirsichscheiben und den grob zerbröselten Chèvre darüber geben und mit etwas Crema di Balsamico servieren.

Sonntag, 12. Mai 2013

Für eine beeindruckende Frau

Ihr hast Du Dein Leben zu verdanken, sie hat Dich genährt und versorgt - und tut es teilweise heute noch. Sie tröstet Dich, wenn Du traurig bist, sie pflegt Dich, wenn Du krank bist, sie lacht mit Dir, wenn Du glücklich bist, sie freut sich, wenn Du Dich freust, sie liebt Dich und stellt sich bei all dem oft in den Hintergrund. Diese beeindruckende Frau ist Deine Mutter.

Zu Recht gehört Ihr dieser eine Tag im Jahr - der Muttertag. Und zu Recht dürfen wir ihr an diesem Tag für all die Dinge, die sie für uns getan hat, dankbar sein. Auch wenn, der ein oder andere vielleicht kein so gutes Verhältnis oder sogar gar keinen Kontakt mehr zu seiner Mutter hat. Diese beeindruckende Frau hat Dich auf diese Welt gebracht und hat Dir immer die Liebe und Fürsorge geschenkt, die sie in diesem Moment geben konnte. Ganz egal, wie Du ihr daher heute dankst - ob mit einem Strauß Blumen, mit einem Anruf, mit einem Verwöhntag, einem Kuchen oder einfach nur in Gedanken -, sie wird es zu schätzen wissen!

Liebe Mama, ich habe heute diesen Mandel-Blaubeer-Kuchen für Dich gebacken, auch wenn ich nicht bei Dir sein kann. Danke für alles, was Du für mich getan hast!

Einkaufsliste: 200 g Butter (zimmerwarm), 160 g Muscovado-Zucker, 200 g gemahlene Mandeln, 60g Dinkelmehl (glutenfreie Alternative: Teffmehl), 4 Eier, 1 1/2 TL Backpulver, 1 Zitrone, 125g Blaubeeren, Meersalz, etwas Puderzucker

Was ist zu tun? Zur Vorbereitung, den Backofen auf 160°C (Umluft) vorheizen. Eine Springform mit etwas Butter fetten und ca. 2 EL der gemahlenen Mandeln auf den Boden der Springform verteilen. Außerdem die Zitrone gründlich waschen, die Schale fein abreiben und den Saft auspressen. Die Blaubeeren waschen und abtropfen lassen.

Die Butter, 120 g Zucker und eine Prise Salz ca. 5 Minuten mit einem Handrührer cremig rühren (bis der Zucker sich vollständig aufgelöst hat). Die Eier trennen und das Eigelb der Butter-Zucker-Masse hinzufügen. Das Eiweiß in ein separates Gefäß geben.

Die restlichen Mandeln, Mehl, die Zitronenschale und das Backpulver mischen. Zusammen mit dem Zitronensaft nach und nach unter die Butter-Zucker-Masse rühren.

Den Eiweißen eine Prise Salz hinzufügen und mit einem Handrührer halb steif schlagen. Dann die restlichen 40g Zucker unter weiterem Schlagen nach und nach hinzufügen, bis dieser komplett aufgelöst ist. Den Eiweißschnee nach und nach vorsichtig unter den Teig heben.

Den Teig zur Hälfte in die Springform geben. Die Blaubeeren gleichmäßig darauf verteilen und den restlichen Teig darüber geben, sodass man die Blaubeeren nicht mehr sieht. Im Backofen auf der 2. Schiene von unten ca. 35 Minuten backen. Den Kuchen danach für ca. 15 Minuten in der Form abkühlen lassen und danach herausnehmen. Zum Servieren etwas Puderzucker darüber streuen.

Sonntag, 17. Februar 2013

Übers Bloggen (und über Pastinaken)

In letzter Zeit blogge ich nicht mehr so häufig wie früher und so habe ich mich gefragt, woran das liegen könnte ...

Vor ca. 2 1/2 Jahren habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Damals war ich nicht sehr glücklich in meinem Job, was unter anderem daran lag, dass ich meine Kreativität nicht ausleben konnte und mir meine Aufgaben wenig Spaß bereiteten (ich arbeitete damals als Unternehmensberaterin). Ich war daher auf der Suche nach etwas, was meine Leidenschaft erwecken, mir Freude bereiten und mich erfüllen würde und bin so über meinen Spaß am Kochen und Schreiben auf das Bloggen gekommen.

Ungefähr ein Jahr später, im Sommer 2011, wechselte ich dann meinen Job, der sich über das letzte Jahr von einem bloßen Job zu einer Tätigkeit entwickelt hatte, der ich jeden Tag von neuem mit großer Freude nachging. Ende letzten Jahres war ich dann endlich soweit ehrlichen Herzens sagen zu können, dass ich in meiner Arbeit richtig glücklich bin.

Und hier liegt auch - zumindest zum Teil - die Antwort zu der Frage, warum ich weniger blogge wie früher: Den Ausgleich, den ich in meinem vorherigen Job so nötig hatte, benötigte ich in diesem Ausmaß nicht mehr. Ich durfte kreativ sein, hatte viel Freiraum meine Ideen zu entfalten, ich hatte Spaß und Freude und hatte sogar als Teil meines Jobs die Möglichkeit viele Texte zu verfassen. Zusammengefasst: Meine Arbeit erfüllte mich in einem Ausmaß, das weniger Ausgleich bedurfte.

Aber wieso schreibe ich das in der Vergangenheitsform? Nun, das Leben steht scheinbar nie still und alles kann sich jeden Tag von heute auf morgen verändern. Mir selbst erging es vor ca. 2 1/2 Wochen so, als sich jobtechnisch plötzlich alles auf den Kopf stellte und ich mich momentan wieder in die Zeit meines vorherigen Jobs zurück versetzt fühle. Mal sehen, wie es jetzt weiter geht, vielleicht blogge ich demnächst wieder häufiger ... :)

Wenigstens gibt es ein paar Dinge, die im Leben immer konstant bleiben, wie zum Beispiel, dass wir jeden Tag etwas essen müssen, was mich auf das heutige Rezept bringt: Pastinaken an getrockneten Tomaten und Ziegenfrischkäse. (Bei Pastinaken handelt es sich um ein Wurzelgemüse, mit einem leicht süßlichen Geschmack, das in Deutschland in den Wintermonaten Saison hat.)

Einkaufsliste (ca. 4 Vorspeisen): 4 Pastinaken, 100g getrocknete Tomaten, 200g Ziegenfrischkäse, 2 EL Kokosfett, 400 ml Gemüsebrühe, 4 TL Petersielie (TK), feinstes Olivenöl, Salz und Pfeffer

Was ist zu tun: Pastinaken schälen und mit dem Gemüsehobel oder einem Messer schräg in dünne Scheiben schneiden (sehr breite Scheiben halbieren). Kokosfett in einem Topf erhitzen und die Pastinakenscheiben darin ca. 5 Minuten unter regelmäßigen umrühren dünsten. Dann mit Gemüsebrühe ablöschen und ca. 5-7 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen, bis die Scheiben weich sind.

In der Zwischenzeit die getrockneten Tomaten der Länge nach in schmale Streifen schneiden.

Das Wasser abgießen und die Pastinaken abtropfen und ein wenig abkühlen lassen. Die Pastinaken, getrockneten Tomaten, Petersilie und etwas Olivenöl in einer Schale vermengen und ggf. mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Pastinakensalat gleichmäßig auf Teller verteilen. Den Ziegenkäse grob zerbröseln und darüber streuen und noch etwas Olivenöl darüber träufeln.

Den Salat kann man ganz wunderbar mit etwas Quinoa, Hirse oder Couscous zu einer sättigenden Hauptspeise machen. Außerdem passen geröstete Sonnenblumenkerne ganz wunderbar dazu.

Montag, 28. Januar 2013

Fokus 2013: Saisonalität und Regionalität


2013 ist schon wieder fast einen Monat alt und die ersten werden ihre Neujahrsvorsätze mittlerweile über Bord geworfen haben (der eine leichtfertig, der andere mit einem schlechten Gewissen), andere ziehen vielleicht eine erste Bilanz, wie weit sie damit bisher gekommen sind und wieder andere zerbrechen sich den Kopf, was nochmal diese Vorhaben waren, die sie sich in der Silvesternacht, last-minute-mäßig und reichlich angesäuselt, aber dennoch oder gerade deswegen voller Überzeugung, gesetzt hatten.

Auch ich habe mir Neujahrsvorsätze vorgenommen, sie aber direkt wieder über den Haufen geworfen. Nicht etwa, weil ich sie schon nach zwei Wochen wieder aufgab, sondern weil  mir kurz nachdem ich sie ausformuliert hatte in den Sinn kam, dieses Jahr einfach einmal keine Vorsätze haben zu wollen. Eigentlich, so dachte ich mir, nehme ich mir doch das ganze Jahr Dinge vor und gehe sie an, da brauche ich doch nicht noch zusätzlich zu Neujahr irgendwelche halbherzigen Vorsätze, nur um sagen zu können, ich habe welche ...

Und so besinne ich mich in 2013 lieber weiter auf die Dinge, die ich mir sowieso schon vorher vorgenommen oder auch schon gelebt hatte. In kulinarischer Hinsicht sind das insbesondere: keine Fertiggerichte sondern lieber selbst kochen, auch mal auf gesündere Alternativen bei der Produktauswahl zurück greifen (z.B. Dinkel- anstatt Weizenmehl, Hafer- oder Mandelmilch anstatt Kuhmilch, Hirse oder Vollkornreis anstatt weißen Reis), jede Nahrung achtsam und wertschätzend zu mir nehmen und so gut es geht auf Regionalität und Saisonalität sowie auf das Ursprungsland von Lebensmitteln achten.

Dabei liegt mir gerade letzteres am Herzen, da ich das Gefühl habe, dass unsere guten deutschen Produkte und Lebensmittel immer mehr in Vergessenheit geraten. Im „normalen“ Supermarkt findet man selten Pastinaken, Topinambur, Schwarz- oder Petersilienwurzel. Obwohl diese Wurzelgemüsesorten im Januar in Deutschland Hochsaison haben! Aber auch der Masse wohl bekanntere Gemüsesorten aus deutschem Erzeugnis sind im Januar als Lagergemüse erhältlich, die Karotte und die Kartoffel zum Beispiel. An dieser Stelle ergeben die beiden zusammen mit Linsen und Kokosmilch die Basis für eine Kokos-Linsen-Suppe, die in diesen eisigen Tagen ganz wunderbar wärmt! Und wer sich doch einmal an die anderen Wurzelgemüsesorten trauen möchte, findet hier vielleicht Inspiration: Pastinaken-Kartoffel-Cremesuppe oder Schwarzwurzel-Petersilien-Cremesuppe. 

Einkaufsliste (für 2-3 Portionen): 125g rote Linsen, 150g Karotten, 150g Kartoffeln (hart kochend), 1 Zwiebel, 1 daumenbreites Stück Ingwer, 200 ml Kokosmilch, 300-400ml Gemüsebrühe, 1-2 EL Kokosfett, 1 TL Currypulver, ¼ TL Kurkuma (gemahlen), ¼ TL Kreuzkümmel (gemahlen), 1 MS Zimt, 2 EL Zitronensaft, etwas getrockneten oder frischen Koriander, Salz und Pfeffer

Was ist zu tun:  Karotten und Kartoffeln schälen und würfeln (ca. 0,5x0,5 cm). Zwiebel und Ingwer ebenfalls schälen. Zwiebel in kleine Würfel und Ingwer sehr klein schneiden. Linsen in einem Sieb abwaschen und abtropfen lassen. Gemüsebrühe in einem Topf vorbereiten.

Das Kokosfett in einem ausreichend großen Topf erhitzen. Currypulver, Kurkuma, Kreuzkümmel, Zwiebelwürfel und Ingwer darin unter Rühren ca. 1 Minute andünsten.

Kartoffel-, Karottenwürfel und Linsen hinzufügen und ebenfalls unter Rühren ca. 1 Minute andünsten. Kokosmilch dazu gießen, kurz aufkochen und ca. 5 Minuten bei mittlerer bis niedriger Hitze zugedeckt einköcheln lassen. Dann Gemüsebrühe hinzugeben und für weitere 10-15 Minuten sanft köcheln lassen, bis die Linsen zerfallen sind und das Gemüse weich ist.

Zitronensaft und Zimt hinzugeben und die Suppe mit einem Pürierstab grob pürieren, sodass immernoch Kartoffel- und Karottenwürfel übrig bleiben. Ggf. etwas zusätzliche Gemüsebrühe hinzufügen und mit Salz, Pfeffer und ggf. noch etwas Zitronensaft abschmecken.

Die Suppe in Schälchen geben und getrockneten oder frischen Koriander darüber streuen.

Und so verbleibe ich  bis zum nächsten Post mit dem Motto: Essen ist Genuss!

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Kochen oder Backen?

Es gibt diese gewisse Einteilung von Menschen in eine von zwei Interessengruppen. Zum Beispiel gibt es die Menschen, die Hunde lieber mögen und die, die Katzen lieber mögen. Es gibt solche, die lieber in den Sommerurlaub und solche, die lieber in den Winterurlaub fahren. Dann gibt es jene die lieber Skifahren und jene, die das Snowboarden bevorzugen. Manche trinken lieber Bier und manche lieber Wein. Und es gibt diejenigen Menschen, denen es mehr Freude bereitet zu kochen und diejenigen, die lieber backen.

Über die letzten Jahre habe ich viel gekocht und gebacken. Insbesondere natürlich für diesen Blog, aber auch einfach so. Mir bereitet beides Freude. Und trotzdem: Backen gibt mir eine ganz besondere Erfüllung ...

Backen beinhaltet jedes Mal auch einen gewisse Überraschungseffekt: Wird das Gemisch, das man zu einem Teig rührt oder knetet, zu dem Belag oder Boden mit der richtigen Konsistenz? Ist der Kuchen, das Gebäck, der Keks oder das Plätzchen am Ende so süß, saftig oder sahnig, wie es sein soll? Der rohe Teig vermag diese Sicherheit nicht zu geben und daher hat man auch kaum noch die Möglichkeit etwas zu ändern, wenn der Teig erst einmal in den Backofen gewandert ist. Beim Kochen ist das anders: Hier kann noch eine Prise Salz hinzugegeben werden, dort noch etwas Sahne oder Kräuter, vielleicht etwas Zucker, wenn etwas zu scharf oder salzig ist oder Soßenbinder, wenn die Soße zu flüssig ist. Beim Kochen kann man ein Gericht, wenn man möchte, bis zur Vollkommenheit verfeinern!

Vielleicht ist es genau dieser Überraschungseffekt, der sich hinter meiner Begeisterung für das Backen verbirgt. Vielleicht ist es aber auch der Prozess des Backens an sich, der meine Faszination ausmacht. Schon als Kind habe ich dem Kuchen beim Aufgehen gerne zugesehen und auch heute hat sich daran nichts geändert: Ist der Teig einmal im Ofen, schaue ich mindestens alle fünf Minuten vorbei, um zu sehen was passiert. Für mich ist das Backen der Inbegriff des Erschaffens! In kaum einer anderen Tätigkeit wird so schnell evident, wie man aus der Zusammenführung von Materialien (hier Zutaten) ein ganz neues Material erschaffen kann (den gebackenen, festgewordenen Kuchen). Dann noch bei dem Prozess der Entstehung zusehen zu können - das ist für mich wie Magie!

Diese Magie erreicht in der Weihnachtszeit ihren Höhepunkt, wenn die Küche vom Backen der Kipferl, Spekulatius, Butterplätzchen, Zimtsternen und nicht zuletzt Lebkuchen mit winterlichen Gewürzdüften und weihnachtlichen Aromen erfüllt wird. Bei letzteren saß ich am 2. Adventssonntag einmal mehr kniend vor meinem Backofen und beobachte, wie die runden Lebkuchen langsam fest wurden. Das Abkühlen konnte ich dann kaum noch erwarten, um endlich den Überraschungseffekt auf meiner Zunge zergehen zu lassen: mmmmmhhhmmm …

Wie ist das bei Dir? Kochst Du lieber oder backst lieber? Wenn Du Dir noch nicht sicher bist, findest Du es vielleicht mit diesem Ingwer-Lebkuchen-Rezept (ohne Mehl) heraus!

Einkaufsliste (für ca. 16-20 Stück): 100g Marzipanrohmasse, 100g gemahlene Mandeln, 100g gemahlene Haselnüsse, 90g Xucker (oder Rohrohrzucker), 40g Orangeat, 40g kandierte Ingwerstäbchen, 3 Eiweiß, 2 TL Lebkuchengewürz, 1 TL Zimt, 2 MS gemahlenen Ingwer, 1 Prise Meersalz, 20 Oblaten (70mm) (glutenfreie Oblaten gibt es z.B. hier), 20 St. geschälte Mandeln, ca. 200g Zartbitterkuvertüre (optional), Backpapier, ggf. Spritzbeutel

Was gibt's zu tun: Den Backofen auf 170°C Umluft vorheizen Ingwerstäbchen in kleine Würfel schneiden. Die Marzipanrohmasse grob raspeln. Marzipan, Mandeln, Haselnüsse, Zucker, Orangeat, Ingwerwürfel, Eiweiß, Lebkuchengewürz, Zimt, gemahlenen Ingwer und Salz in eine Schüssel geben und mit Hilfe der Knethaken des Rührgeräts ca. 5 Minuten zu einer gleichmäßigen Masse verrühren. Dabei darauf achten, dass sich keine größeren Marzipanstücke bilden.

Die Oblaten auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen. Die Lebkuchenmasse mithilfe eines Spritzbeutels oder eines Löffels gleichmäßig auf den Oblaten verteilen. Die Finger mit Wasser befeuchten und die Lebkuchenoberfläche glatt streichen. Wenn die Lebkuchen nicht mit Schokolade überzogen werden sollen, an dieser Stelle je eine geschälte Mandel auf der Mitte eines jeden Lebkuchens platzieren.

Das Blech auf die mittlere Schiene schieben und ca. 15 Minuten backen (die Lebkuchen sollten an den Rändern und zur Mitte hin leicht angebräunt sein). Die Lebkuchen danach auf einem Gitterblech komplett abkühlen lassen.

Wenn die Lebkuchen mit Schokolade überzogen werden sollen, die Kuvertüre nach Anleitung schmelzen (ist sie nicht flüssig genug, ggf. ein wenig Pflanzenfett hinzugeben). Die Lebkuchen kopfüber in die flüssige Schokolade tunken, je eine geschälte Mandel auf der Mitte eines jeden Lebkuchens platzieren und auf dem Gitterblech oder Backpapier vollständig fest werden lassen. Dann mit Genuss verzehren oder in einer Blechdose lagern.

Montag, 5. November 2012

Das Sauvage - Prähistorische Küche in Neukölln

Es gibt diese Orte, denen eine ganz besondere Energie inne wohnt - man fühlt sich an ihnen unmittelbar wohl und geborgen. Dies können ganze Städte sein, Plätze in der Natur, eine Parkbank, Wohnungen oder Häuser, Hotels oder auch Restaurants. In diesem Fall, handelt es sich natürlich um letzteres.

An einem kalten Abend bin ich vor ein paar Wochen durch die bereits dunklen Straßen von Berlin gestapft - viel zu leicht angezogen, da ich mich noch nicht richtig auf die völlig überraschende Kälte eingetstellt hatte. Ich war auf dem Weg in ein Restaurant und stellte mir schon bildlich vor, wie ich den ganzen Abend über frieren würde, da ich auch unter meiner Jacke nicht wirklich warm angezogen war und ich mir sicher war, dass sich auch das Restaurant noch nicht auf die Kälte eingestellt und entsprechend wenig geheizt haben würde. Meine Sorge sollte sich als völlig umsonst herausstellen.

Als ich das Sauvage in der Pflügerstraße in Berlin Neukölln (ja, Neukölln, dieser verrufene Stadtteil, der sich jedoch seit jüngster Zeit immer mehr zu einem hippen Hotspot in der Berliner Szene entwickelt) betrat, umgab mich augenblicklich eine wohlige Wärme, verfeinert mit einem zarten Duft von Räucherstäbchen. Der nicht allzu große Raum, das warme Licht zahlreicher Kerzen, die schlichten Holztische- und Stühle, die freundliche Kellnerin, die einen mit einem herzlichen Lächeln begrüßt, verleihen dem Restaurant eine ganz besondere Atmosphäre.

Aber das Sauvage hat nicht nur eine ganz besondere Atmosphäre. In der breit gefächerten Gastronomielandschaft Berlins ist das Restaurant nicht einfach eine weitere Lokalität, es ist eine Ausnahme und vielleicht sogar ein Vorreiter: Das Sauvage kocht als erstes Restaurant Berlins paläolithische Küche. Paläolithische Küche? Paläolithisch bedeutet so viel wie die Altsteinzeit betreffend und somit die älteste Epoche der Menschheitsgeschichte. Nun kommen einem bei der Beschreibung natürlich die wildesten Gedanken: Essen mit den Händen und vielleicht sogar ohne Teller, Tierfelle, rauer Steinboden und in meiner Vorstellung gab es sogar eine Feuerstelle in der Mitte des Raumes, um die man herum sitzen würde.

Nun habe ich mit meiner anfänglichen Beschreibung bereits vorweggenommen, dass es im Sauvage Tische und Stühle gibt. Aber auch ansonsten wird hier wie in einem normalen Restaurant gegessen. Denn paläolithische Küche bedeutet nicht, dass man isst wie damals in der Steinzeit, sondern, dass man isst was es zu dieser Zeit gab: "Die paläolithische Küche hat die Ernährungsgewohnheiten unserer prähistorischen Vorfahren als Ausgangspunkt, ohne jedoch genau nachahmen zu wollen, wie der prähistorische Mensch aß. Der moderne Paleo-Koch kombiniert die Evolutionswissenschaft mit dem Wissen aus gegenwärtiger Kochkunst und den Kochmethoden unserer Vorfahren", wird auf der Webseite des Restaurants beschrieben. Aber was genau bedeutet das?

Bei der Paleo Cuisine, wie die Küche auch genannte wird, werden ausschließlich biologische und unverarbeitete Lebensmittel verwendet: Das sind in erster Linie Fisch, Fleisch, Gemüse, Nüsse, Getreide und Samen. Weiter verarbeitete Lebensmittel wie Getreide, Speisestärke, Milchprodukte oder Zucker kommen nicht auf den Tisch. Das Besondere dabei ist, dass die Vermeidung dieser Lebensmittel eine maßgebliche Auswirkungen auf Körper und Gesundheit hat, die Boris und Rodrigo, die Inhaber des Sauvage, selbst erfahren haben. Boris war auf der Suche nach einer gesunden Ernährung, die eine heilsame Wirkung auf den Körper hat, als er zufällig auf die paläolithische Ernährung stoß. Nach nur 3 Wochen mit dieser ursprünglichen Ernährungsform konnte er sich von Asthma befreien, fühlte sich kraftvoller und bemerkte eine reinere Haut. Nach nunmehr 3 Jahren konnte er außerdem eine maßgebliche Stärkung seines Immunsystems beobachten - eine Bronchitis, die ihn zuvor regelmäßig plagte, hat sich komplett aufgelöst. Nun aber zurück zur paläolithischen Küche und deren Gerichte.

Die paläolithischen Gerichte auf der Speisekarte des Sauvage werden regelmäßig geändert und passen sich saisonale Produkten an. Als ich vor ein paar Wochen dort war, stand als Vorspeise unter anderem "The Hunter Gatherer Plate", sozusagen ein Steinzeit-Antipasti, mit verschiedenen Kräuterpestos, Chutneys, getreidefreien Cracker und Brot sowie täglich wechselnden Specials auf der Karte. Als Hauptspeise konnte man zum Beispiel zwischen Filet Mignon (100% Weiderind) vom Grill an gerösteten Schalotten, gedünstetem Wirsing, Wildkräutersalat und essbaren Blüten, geröstetem Fasan mit hausgemachter Knochenbrühe, Rosmarin-Pflaumen und schwarzem Möhrensalat in Zitrus-Lavendel-Öl und Kabeljaufilet, gedünstet in einem Bananenblatt, serviert mit Pakchoi und Kokosnussblumenkohl wählen. Für Vegetarier gab es eine Herbstgemüsepfanne mit Butternusskürbis, Rosenkohl, Wurzelgemüse und garniert mit gerösteten Pinienkernen und Oliventapenade. Zum süßen Schluss durfte man sich entweder ein Waldbeeren-Custard-Törtchen mit frischen Brombeeren oder einer pochierte Birne im rohen Kakaomantel entscheiden. So wie sich die Speisekarte las, so schmeckten auch die Gerichte: außergewöhnlich und geschmacksintensiv. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt lange nicht mehr so gut gewürzte Gerichte und so einfallsreich verarbeitete Lebensmittel zu mir genommen!

Das Sauvage bietet dabei eine weitere Besonderheit: Auf seiner Speisekarte werden sämtliche Ernährungsformen und Lebensmittelallergien bedient. Sowohl Vegetarier und Veganer werden hier fündig, als auch Menschen mit einer Laktose- oder Glutenintoleranz. Da weder Milchprodukte noch Getreide in der Paleo Cuisine verarbeitet werden, können Allergiker getrost zwischen all den wundervollen Gerichten wählen!

Fazit: Das Sauvage ist neben seiner außergewöhnlichen Küche, den geschmackvollen Gerichten, dem liebevoll eingerichteten Räumlichkeiten und den freundlichen Kellnerinnen, nicht zuletzt einer dieser Orte, denen eine ganz bestimmte Energie inne wohnt - man fühlt sich hier unmittelbar wohl und geborgen.

Sauvage - Paleo Restaurant, Pflügerstr. 25, Berlin-Neukölln, www.sauvageberlin.com, Öffnungszeiten: Di - So, 18-24 Uhr

Bildquelle: Sauvage - Paleo Restaurant

Sonntag, 21. Oktober 2012

Was braucht man zum Glücklichsein?

Manche würden sagen eine Arbeit, die einem Spaß macht. Manche würden sagen, gute Freunde und eine liebende Familie. Manche würden sagen, hin und wieder Urlaub. Manche würden sagen, ein Hobby, das man mit Leidenschaft verfolgt. Manche würden sogar sagen, man braucht Geld, um glücklich zu sein.

Wir machen unser Glücklichsein von äußeren Umständen abhängig. Das Glücklichsein scheint gewisse Maßstäbe zu haben: Hat man dies und das, kann man glücklich sein oder werden. Hat man dies und das nicht, wird es wohl eher schwer mit dem glücklich sein. Das „dies und das“ zum Glücklichsein ist allerdings bei jedem anders. Es ist ganz davon abhängig, welche Prioritäten für einen Menschen gelten, welche Vorlieben er hat, was ihm wichtig ist usw.

Sicherlich gibt es einige Übereinkünfte  in Bezug darauf, was man zum Glücklichsein braucht. Eine Arbeit, die einem Spaß macht und einen erfüllt, ist sicherlich so eine Übereinkunft. (Diejenigen, die das Geldverdienen vor die Erfüllung stellen, schließe ich an dieser Stelle einfach einmal aus.) Also müsste jeder, der eine erfüllende Arbeit hat, glücklich sein. Dann aber frage ich einen Freund, der als Arzt tätig ist und somit eine erfüllende Arbeit haben muss, ob ihn das, was er tut glücklich macht. „Meine Arbeit macht mir Spaß und ich tue etwas Gutes, indem ich Menschen helfe – aber ob ich wirklich rundum glücklich bin, kann ich so nicht sagen.“ Das was man tut macht Spaß, aber man ist trotzdem nicht glücklich – wie geht das?

Vielleicht spielen beim Glücklichsein einfach noch andere Faktoren mit: ein liebender Partner, eine harmonische Familie und ähnliches. Dann wiederum gibt es Frauen, die einen Mann haben, der sie liebt, Kinder, die vorbildlich sind, ein gemütliches Heim und gute Freunde, die somit rein objektiv betrachtet glücklich sein müssten, es aber nicht sind. Wie kann das sein?

Ich versuche einmal zu erklären, wie das sein kann: Wir Menschen denken, dass wir etwas haben müssen oder etwas tun müssen, um etwas zu sein. Zum Beispiel: Wir denken, dass wir Geld haben müssen, um uns einen gewissen Lebensmittelstandard leisten zu können, was uns dann wiederrum glücklich macht. Komischerweise verfliegt das Glücklichsein nach einer neuen Anschaffung oder einem Geldsegen, wie einem Lottogewinn, aber häufig schnell wieder. Der Grund ist, dass äußere Umstände nichts mit unserem inneren Befinden zu tun haben und ihn auch nicht nachhaltig beeinflussen können. Nur wir selbst können unser inneres Befinden beeinflussen. Nur wir selbst entscheiden, was wir sind und wie wir uns fühlen. Dies tun wir allerdings oft unbewusst und so denken wir, dass unser Befinden von Äußerlichkeiten abhängt. Holen wir die Entscheidung über unser Sein und Befinden aber in unser volles Bewusstsein, können wir es beeinflussen. Man sollte sich daher in jeder Situation bewusst zu Gemüte führen, wie man sich gerade fühlt und dann sollte man sich fragen, ob man sich in diesem Moment tatsächlich so fühlen möchte oder nicht.

Auch zum Glücklichsein bedarf es daher nicht viel mehr als unsere eigene bewusste Entscheidung glücklich zu sein – aber auch, wenn es nicht viel mehr bedarf, sage ich nicht, dass das Ganze einfach ist! Wie alles im Leben, zum Beispiel auch das Kochen, bedarf es der Übung. Ich übe täglich: Bewusst über mein Sein zu entscheiden und zu kochen. Die letzte Übung ergab die unten beschriebene herbstliche Gemüsesuppe mit Räuchertofu und ich habe mich bei deren Verzehr bewusst dafür entschieden, glücklich zu sein!

Shopping-Liste (4-6 Portionen): 700g Hokkaido-Kürbis, 400g Kartoffeln, 400g Rosenkohl, 2 Zwiebeln, 250g Räuchertofu, 900ml Gemüsebrühe, 1 EL Ghee (vegan: 1EL Pflanzen- oder Kokosfett), 4 Stiele Thymian oder ca. ¾ TL getrockneten Thymian, 3 MS gemahlene Muskatnuss, 2 MS Zimt, 1 TL Zitonensaft, Salz, Pfeffer, 4-6 TL Basilikumpesto (siehe auch dieses Rezept) (vegan: Veganes Pesto oder einfach weglassen)

To Do’s: Als Vorbereitung, die Kartoffeln schälen und in ca. 2cm große Würfel schneiden. Den Rosenkohl gründlich waschen, Stunk entfernen und halbieren. Den Kürbis ebenfalls gründlich waschen, entkernen und in ca. 2 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebeln schälen und fein würfeln. Die Gemüsebrühe aufsetzen.

In einem großen Topf, das Ghee zerlassen und die Zwiebeln kurz darin dünsten, bis sie glasig sind. Die Kartoffeln und die abgezupften Thymianblättchen oder den getrockneten Thymian in den Topf geben und ebenfalls kurz dünsten (Tipp: Den Thymian ein wenig zwischen den Fingern reiben, damit er sein volles Aroma entfalten kann). Mit der Gemüsebrühe ablöschen und das Wasser kurz aufkochen lassen, dann auf niedrige Temperatur reduzieren. Den Rosenkohl hinzugeben und ca. 5 Minuten zugedeckt garen. Danach die Kürbiswürfel hinzugeben, umrühren und für weitere ca. 10 Minuten garen.

In der Zwischenzeit den Tofu in ca. 1 cm große Würfel schneiden, zur Suppe hinzugeben und alles verrühren. Mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Zimt und Zitronensaft abschmecken. Zum Schluss, die Suppe auf Schalen verteilen, je einen TL Pesto oben drauf geben und glücklich sein.

Mittwoch, 12. September 2012

Eine Prise Herbst

Der September ist gerade einmal zwölf Tage alt und schon fegt die erste herbstliche Brise die warmen Temperaturen, die lauen Sommerabende und die langen Sommertage davon. Der Reisverschluss muss ein bisschen weiter hochgezogen, der Schal etwas fester um den Hals geschlungen und der Regenschirm das ein oder andere Mal öfter mitgenommen werden.

Die Einen schwelgen in diesen ersten Herbsttagen noch in Sommererinnerungen und hätten es am liebsten, dass die milden Temperaturen ewig währen. Die Anderen freuen sich über die erste herbstliche Brise, die erste Goldfärbung der Blätter und die rauer werdenden Temperaturen. Auch ich zähle zu letzterer Gruppe ...

Für mich wohnt dem Herbst ein ganz eigener, ganz besonderer Zauber inne. Ist es nicht ein Wunder, wie sich die Farbe der Blätter wie auf Knopfdruck von einem satten Grün in ein leuchtendes Gold verwandelt? Oder wie Kürbisse, Rüben und Kartoffeln sich zu ihrer vollen Reife entfalten? Wie die Nüsse einfach vom Baum fallen - loslassen -, weil sie wissen, dass sie jetzt reif sind? Wie die Tiere im Herbst instinktiv den Vorrat für den Winter sammeln? Wie urplötzlich eine Brise aufkommt und man sich wundert, wo diese herkommt?

Ich habe die erste herbstliche Brise mit einer Prise herbstlicher Zutaten in der Küche begrüßt: mit Birnen und Walnüssen. Diese werden auf einem leichten Blätterteigboden von würzigem Stilton, feinem Thymianaroma und süßem Honig untermalt. Für mich ein geschmackliches Wunder des Herbstes!

Shopping-Liste für herbstlichen Birnen-Stilton-Flammkuchen (ergibt 4 Mini-Flammkuchen): 4 Scheiben Dinkelblätterteig (gibt es von moin, ansonsten genug Blätterteig für 4 Blätterteigkreise mit einem Durchmesser von ca. 10 cm), 2 Birnen (eher kleine und sie sollten nicht zu weich sein), 75g Stilton, 20g Walnüsse, 8 Zweige frischer Thymian, 2 TL flüssiger Honig (alle Produkte wie immer bevorzugt in Bio-Qualität bzw. aus regionalem Anbau)

To Do's: Den Backofen auf 200°C vorheizen. Blätterteig antauen lassen. Wenn die Blätterteigscheiben von moin verwendet werden, haben diese bereits die richtige Größe (wer möchte kann die Ecken rund abschneiden, sodass ein kreisförmiger Flammkuchen entsteht). Ansonsten Kreise mit 10 cm Durchmesser aus dem alternativ verwendeten Teig ausschneiden, z.B. mit einer Suppenschale.

Die Birnen vierteln, Kerne und Stunk entfernen und mit einem Gemüsehobel in feine Scheiben schneiden (daher sollten die Birnen nicht zu weich sein). Die Blätterteigscheiben auf ein Blech mit Backpapier geben, mit den Birnen belegen und dabei einen Rand von 1/2-1 cm lassen (ca. 1/2 Birne pro Flammkuchen). Den Stilton grob zerkrümeln und auf den Birnen verteilen. Die Walnüsse grob zerkleinern und ebenfalls über den Birnen verteilen. Die Blättchen von den Thymianzweigen zupfen und über die anderen Zutaten streuen (ca. 2 Thymianzweige pro Flammkuchen). Zuletzt den Honig obenauf verteilen (ca. 1/2 Teelöffel pro Flammkuchen).

Das Blech in den Ofen schieben und für ca. 12-15 Minuten backen, bis sich die Blätterteigränder leicht braun färben.

Normalerweise gebe ich keine gesonderte Empfehlung zu einem meiner Rezepte, aber dieses muss ich nun doch ausdrücklich empfehlen! Ich habe die Kombination einfach auf gut Glück getestet und war umso mehr überrascht von deren Stimmigkeit und Intensität: Von der ersten Gabel an wurde der Genuss der Flammkuchen von einem "mmmmmmmh" begleitet ...

Montag, 3. September 2012

Die Mittagspause: Fast Food vorm Computer

Wenn sich die Uhrzeiger wochentags in Richtung 12:00 Uhr bewegen, kann man in Büros, Geschäften und Läden eine gewisse Unruhe wahrnehmen. Fragen wie "Wann wollen wir in die Kantine?", "Wo wollen wir heute Mittag essen gehen?" oder "Möchtet Ihr auch etwas bestellen?" werden gestellt und beantwortet. Die Mittagspause spielt eine wichtige Rolle im deutschen Arbeitsalltag. Was dabei auf die Teller kommt, und in welchem Rahmen die Mahlzeit eingenommen wird, nimmt dabei oft die weniger wichtige Rolle ein.

Wenn ich nicht gerade blogge, arbeite auch ich wochentags in einem Büro (schließlich muss ich meine Leidenschaft für gutes Essen und hochwertige Lebensmittel irgendwie finanzieren :)). Bei uns gibt es keine Kantine, sodass meine Kollegen und ich entweder in einem der Restaurants in der Nähe essen gehen, einen Lieferservice beauftragen, uns mit Essen zu versorgen oder etwas Selbstgemachtes von zu Hause mitbringen. Dabei bin ich jeden Tag von Neuem überrascht, wie viele Lieferjungs Pizza, Burger oder fettige Pasta liefern. Von der Qualität des bevorzugten Mittagsmahls abgesehen, finde ich es auch überraschend, wie viele Kollegen Ihr Essen schnell in sich "hineinstopfen", um noch viel schneller wieder vor dem Rechner zu sitzen. Die Steigerung: Einige nehmen sich noch nicht einmal die Zeit ihren Arbeitsplatz zu verlassen und nehmen das Essen vor dem Computer zu sich. Die Devise scheint zu lauten: Hauptsache es geht schnell! Nährwert des Essens und deren Qualität spielen eine untergeordnete Rolle.

Dabei geht es in der Mittagspause noch nicht einmal nur um das Essen. Klar, normalerweise sollte die Hauptmahlzeit ausgewogen sein, eher leicht, damit man nach der Pause nicht in Müdigkeit verfällt, und einen mit wichtigen Nährstoffen und Vitaminen versorgen, die einem die nötige Energie für den Rest des Tages geben. Was aber mindestens genauso wichtig wie die gesunde Mahlzeit ist, dass man in der Mittagspause wirklich Pause macht, den Kopf für einige Moment frei bekommt und seinem Körper wenn möglich noch ein wenig Bewegung gönnt - dies gilt vor allem, wenn man einen Schreibtischjob nachgeht.

Musstest Du bei dieser Beschreibung an der ein oder anderen Stelle an Dich selbst denken? Findest Du dich hier wieder? Dann nehme Dir doch einfach einmal für eine Woche vor (eine Woche reicht erstmal, sehe einfach wie Du dich danach fühlst), Deine Mittagspause bewusst als Pause zu nutzen, Deinen Arbeitsplatz für das Mittagessen zu verlassen, Dir ein bisschen Bewegung und frische Luft zu gönnen und das Essen mit Aufmerksamkeit zu Dir zu nehmen, dabei auf Pizza, Burger und sonstiges Fast Food zu verzichten und lieber zu Salat, Gemüse, Reis und ähnlichem zu greifen. Vielleicht möchtest Du Dir sogar einmal etwas Selbstgemachtes mit ins Büro nehmen, dann weißt Du ganz genau, was Du zu Dir nimmst - oft verstecken sich in einer vermeidlich leichten Mahlzeit in der Kantine oder im Restaurant nämlich Fette und andere Inhaltsstoffe, die das Essen schwerer und ungesünder machen als man denkt!

Es bedarf also nicht viel, um aus der Mittagspause eine richtige Pause zu machen, die Körper und Geist mit der nötigen Energie für den restlichen Arbeitstag versorgt. Dabei sollte die Devise anstelle von "Hauptsache schnell" lieber "Nehme Dir bewusst Zeit und achte darauf, was Du zu Dir nimmst!" lauten!

Und damit der Einstieg in die bewusste Mittagspause nicht allzu schwer fällt, folgt an dieser Stelle noch eine Inspiration für ein selbst gemachtes Mittagessen, das sich gut zum Mitnehmen ins Büro eignet und dort sowohl aufgewärmt oder auch kalt genossen werden kann: Quinoa-Karotten-Fenchel-Salat mit Hüttenkäse.

Shopping-Liste (ca. 2-3 Portionen): 300g Karotten, 1 mittelgroße Fenchelknolle mit Grün (ca. 350g), 100g Quinoa, 200g Hüttenkäse, 1 kleine Knoblauchzehe, 25g Krübiskerne, 25g Datteln (ca. 4 Stück), 1 TL Fenchelsaat, Zucker (oder Xucker), Meer- oder Steinsalz, Pfeffer, Olivenöl (alle Produkte wie immer bevorzugt in Bio-Qualität bzw. aus regionalem Anbau)

To Do's: 200ml Wasser mit etwas Salz in einem Topf zum Kochen bringen. Den Quinoa unter fließendem Wasser abwaschen und in das kochende Wasser geben. Bei niedriger Hitze für ca. 15-20 Minuten köcheln lassen, bis die Quinoasamen das Wasser komplett aufgesogen haben; hin und wieder umrühren. Dann vom Herd nehmen und den Quinoa mit einer Gabel auflockern.

Währenddessen, die Karotten und den Fenchel waschen. Die Karotten schälen und in Stifte schneiden (ca. 3 cm lang). Die Fenchelknolle der Breite nach halbieren, den Stunk und das Grün entfernen. Das Grün aufheben. Den Fenchel in Scheiben schneiden. Den Knoblauch fein würfeln.

In einer Pfanne ausreichend Olivenöl erhitzen. Den Knoblauch in die Pfanne geben und einige Sekunden anschwitzen (er sollte nicht braun werden). Dann direkt die Karottenstifte und Fenchelscheiben hinzugeben und für 3-4 Minuten dünsten. 1 TL Fenchelsaat, 1/2 TL Zucker und etwas Salz hinzugeben, vermengen und für 3-4 weitere Minuten dünsten. Karotten und Fenchel sollten noch bissfest sein.

Nebenbei etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Kürbiskerne darin rösten, bis sie leise knacken. Außerdem die Datteln fein würfeln und das Fenchelgrün grob zerkleinern.

Dann den Quinoa, die Kürbiskerne, die Datteln und das Fenchelgrün zum Gemüse geben und alles vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Salat mit einem Kleks Hüttenkäse genießen! Tipp: Wem der Hüttenkäse zu fade schmeckt, kann ein wenig Salz hinzugeben und mit dem Käse vermengen.

Weitere einfache Rezepte für die Mittagspause sowie mehr Details zum Thema Essen in der Mittagspause, wie die Psyche bei der Essenswahl mit entscheidet oder wo versteckte Kalorien schlummern, sind in dem Artikel "Besser essen im Alltag - Wie man auch bei Stress gesund genießt" in der aktuellen Ausgabe (August/September 2012) der ZEITWissen zu finden.

Dienstag, 21. August 2012

"Kochblog der Woche" bei kochbar.de

Am Wochenende bin ich aus einem wunderschönen Urlaub in Kroatien zurück gekehrt und ich dachte, dass es mir nach sieben Tagen Sonne, Segeln, blauem Meer, noch blauerem Himmel, Strand und unglaublich netten Menschen nicht besser gehen könnte. Nun, als ich meine E-Mails durchging, wurde ich eines besseren belehrt! In meinem Posteingang leuchtete mir eine Nachricht mit dem Betreff "Ihr Blog ist "Kochblog der Woche" bei kochbar.de" entgegen. Aufgeregt öffnete ich die E-Mail, in der ich über die Auswahl von Organic Cottage zum "Kochblog der Woche" der online Kochplattform kochbar.de informiert wurde! Meine Freude darüber war wirklich unglaublich! 

Ich schreibe diesen Blog aufgrund meiner eigenen Überzeugung, dass gutes Essen gut tut und Lebensmitteln die entsprechende Wertschätzung entgegengebracht werden sollte, die sie verdienen. Nämlich, dass sie Mittel zum (Über-)Leben für uns sind (siehe auch Organic Background). Ich schreibe diesen Blog auch, weil ich gerne schreibe. Und ich schreibe diesen Blog, weil es mir einfach unglaublich viel Spaß bereitet! Dabei ist es für mich bereits Erfüllung genug, dass ich genau dies tue. Noch mehr Erfüllung verspüre ich natürlich, wenn ich den ein oder anderen Kommentar zu meinen Artikeln lese oder ein "Like" zu einem meiner Facebook-Posts erhalte. Dass eine etablierte Kochplattform wie kochbar.de nun schreibt "Organic Cottage ist nicht nur ein Sammelsurium von Rezepten, es ist ein Zuhause für alle, denen etwas am Essen liegt. Die vielen Artikel, die Nadine allesamt mit jeder Menge Herzblut schreibt, klären uns über Lebensmittel auf und sagen uns, wo wir sie am besten kaufen oder verzehren können. Aus jeder Zeile scheint uns der Appell "Schätzt, was Ihr auf Euren Tellern habt!" entgegen zu schallen.", erfüllt mich unglaublich! 

Die Auszeichnung zum "Kochblog der Woche" zeigt mir, dass ich mit Organic Cottage den richtigen Weg eingeschlagen habe, dass ich ein Thema bearbeite, dass Relevanz hat - und zwar nicht nur für mich - und das weiter an Relevanz gewinnen wird. Ich danke der kochbar.de-Redaktion für die Auszeichnung, die lobenden Worte und den schön geschriebenen Artikel! Ich danke kochbar.de auch für die zahlreichen Rezepte (u.a. aus den VOX-Kochsendungen), die mich schon zu dem ein oder anderem Gericht inspiriert haben, den zahlreichen Artikel zum Thema Ernährungsberatung, durch die ich schon einige Aha-Momente erlebt habe und das Koch-Forum, in dem sämtliche Themen rund um Kochen, Backen, Ernährung, Lebensmittel, Essen und vor allem auch Genießen diskutiert und ausgetauscht werden. Denn man sollte beim Essen nie vergessen, dass es im Besonderen ums Genießen geht!

Ich habe den Erfolg dieser Auszeichnung sehr genossen - und zwar mit einem Aprikosen-Kardamom-Lassi!

Shopping-Liste (für 2-3 Portionen): 150g Sojajoghurt (oder normalen Naturjoghurt), 300ml Wasser, 150g Aprikosen, 5 Kardamomkapseln, 2 EL Agavendicksaft, 1 Prise Salz

To Do's: Die Kardomomkapseln aufbrechen und die Samen herausnehmen. Die Samen anhand eines Mösers zerstoßen. Die Aprikosen entkernen und grob zerkleinern.

Joghurt, Wasser, Aprikosen, Kardamom, Agavendicksaft und Salz in den Mixer geben und fein pürieren. Fertig! Übrigens: Auch auf kochbar.de gibt es zahlreiche Lassi-Rezepte zu entdecken!

Dienstag, 7. August 2012

Great Expecations - Oder: Der Londoner Borough Market übertrifft Erwartungen

Ständig erwarten wir etwas. Wir erwarten, dass im Urlaub die Sonne scheint. Wir erwarten, dass unsere Arbeit gewürdigt und geschätzt wird. Wir erwarten vom Italiener um die Ecke, dass er uns authentisches italienisches Essen zubereitet. Wir erwarten im Sternerestaurant, dass der Service exzellent ist. Wir erwarten auf dem Markt, dass das Obst und Gemüse frisch ist. Wir erwarten im Feinkostladen, dass wir besondere Produkte angeboten bekommen. Wir erwarten dies und das und noch viel mehr!

Allerdings werden unsere Erwartungen nicht immer erfüllt ... Im Urlaub regnet es. Unsere Arbeit wird mal nicht im vollen Umfang gewürdigt. Der Italiener um die Ecke verkocht die Pasta. Im Sternerestaurant verschüttet der Ober den Wein. Der eben auf dem Markt gekaufte Apfel hat eine braune Stelle. Oder der Feinkostladen hat einmal nicht unser Lieblingsolivenöl vorrätig. Dann können wir meistens nicht anders: Wir sind enttäuscht. Aber muss das sein? Ich sage nein!

Was passiert, wenn wir in solchen Situationen einfach die Perspektive wechseln? Wenn es im Urlaub regnet, bleibt es doch dennoch Urlaub. Wird die Arbeit nicht ausreichend gewürdigt, holen wir bei der nächsten Aufgabe vielleicht noch viel mehr aus uns heraus. Die Pasta ist verkocht, macht uns aber dennoch satt. Der Wein im Sternerestaurant landet neben dem Glas, dafür bekommen wir wahrscheinlich einen Digestif umsonst. Wenn das Lieblingsolivenöl nicht vorrätig ist, kommt man in den Genuss ein Neues auszuprobieren. Und plötzlich ist die Enttäuschung gar nicht mehr so groß. So einfach ist das!

Wenn man im nächsten Schritt seine Erwartungen generell ein wenig herunterschraubt, dann werden die Erwartungen sogar meistens noch übertroffen! Bei mir war das erst vor kurzem der Fall, als ich dem Londoner Borough Market einen Besuch abstattete. Ich erwartete einen typischen Markt, frisches Obst und Gemüse, natürlich auch die ein oder andere Spezialität und die verschiedensten britischen Lebensmittel. Was ich bekam war mehr, sehr viel mehr: Französisches Bio-Baguette, frisch gepresste Säfte, Weizengrassshots, außergewöhnliche Salatkombinationen, Fisch und Meeresfrüchte frisch aus dem Meer, Pilze in aller Art, Tomaten in sämtlichen Formen, Raclette, vegetarische Burger, deutsche Bratwurst, portugiesische Pastel de Nata, Turkish Delight, Kräuter mit zugehöriger Züchtausstattung, "Paderborner Bread", London's besten Kaffee und und und.

Wie ein kleines Kind im Spielzeugladen, bin ich mit großen Augen und Staunen durch die zahlreichen Gänge gegangen, versucht vor jedem der unzähligen Stände stehen zu bleiben und alles zu probieren, was in mein Blickfeld kam. Das Schöne an den Londoner Märkten ist: Man darf fast überall probieren und zwar nicht zu wenig! So bin ich an dem einen Kuchen- und Süßwarenstand im "Green Market" (ein Teil des Borough Markets) bestimmt drei Mal "vorbeigeschlendert". 

Bestimmte Stände oder Buden zu empfehlen, fällt mir bei der bunten Auswahl nicht leicht! Dennoch, ein paar Marktanbieter sind mir besonders aufgefallen: Die Total Organic Hot Bar bietet allerlei bunte Salate in einfallsreichen Kombinationen. Die Total Organic Juice Bar direkt daneben, bietet das Pendant im Saftbereich (u.a. auch Weizengrassshots!). Unweit dieser Stände erhält man bei Turnips eine riesengroße Auswahl an frischen Obst und Gemüse: Morcheln, frische Mandeln, ein Meer an roten, gelben und grünen Tomaten, Bärlauch, Wassermelonen, indische Mangos ... Auch bei Chegworth Valley gibt es frisches Obst aus eigenem Anbau. Der Stand ist jedoch noch mehr für seine selbst gemachten Säfte bekannt. Mini Magoos verkauft verschiedene selbst gemachte Müslimischungen aus 100% Bio-Produkten (teilweise sogar glutenfrei!). Veggie Burgers aus Halloumi oder Quinoa (vegan) mit nährreichen Salaten und auf Wunsch auch mit Hummus gibt es bei Veggie Table (yummy!!). Sugargrain - the 'Free From' Bakery bietet verschiedenste glutenfreie Kuchen, was man weder der verlockenden Auslage ansieht noch beim Verzehr bemerkt (das Angebot beinhaltet außerdem laktosefreie, zuckerfeie und eifreie Kuchen).

Die Liste ist noch um einiges länger, aber eigentlich entdeckt man den Borough Marekt am besten selbst, denn jeder bringt andere Vorlieben und Erwartungen mit! Aber dennnoch ein letzter Tipp: Bevor man das bunte Getummel hinter sich lässt, sollte man noch auf einen Espresso oder Flat White zu Monmouth - wo die vielbeschäftigten Geschäftsleute auch mal 10-15 Minuten Wartezeit in Kauf nehmen, um den vielleicht besten Kaffee London's zu trinken. 

Wessen Erwartungen auf dem Borough Market trotz der Vielfalt, der großen Auswahl und dem internationalen Angebot unerfüllt bleiben, dem kann ich nur raten, an seiner Erwartungshaltung zu arbeiten ... :)

Borough Market, 8 Southwark Street, London, SE1 1TL (Nähe London Bridge), Öffnungszeiten: Montag - Mittwoch 10-15 Uhr nur für Lunch, Kompletter Markt: Donnerstag, 11-17 Uhr, Freitag 12-18 Uhr, Samstag 8-17 Uhr, http://www.boroughmarket.org.uk/

Dienstag, 17. Juli 2012

Olivenöl ist nicht gleich Olivenöl

Neben Salz und Pfeffer gehört für mich Öl - und zwar insbesondere Olivenöl - zur absoluten Grundausstattung in der Küche. Neben Salz und Pfeffer braucht es für mich aber auch nicht viel mehr als Olivenöl und ein frisches Stück Ciabatta, um den Gaumen zu befriedigen. Einzig die Qualität des Öls muss dabei stimmen! Was sich so trivial anhört, gestaltet sich bei der heutigen Auswahl an Olivenölen allerdings gar nicht so einfach.

Extra vergine, vergine oder einfach nur Olivenöl? Kaltgepresst oder nicht? Griechisches, italienisches, spanisches oder vielleicht französisches Öl? Dabei sagen weder die Flaschenangaben noch das Herrkunftsland etwas über die Qualität des Öls aus!

Für das Olivenöl extra vergine (auch als "natives Olivenöl extra" bezeichnet), werden Oliven im optimalen Reifestadium geerntet und innerhalb weniger Stunden verarbeitet, um die Fermentation oder Oxidation der Früchte zu vermeiden. Denn nur auf diese Weise werden die gesunden Inhaltsstoffe der Oliven erhalten, die Olivenöl zu einem gesundheitsfördernden Nahrungsmittel machen. Olivenöl vergine (oder auch "natives Olivenöl") darf aus nicht ganz frischen und/oder beschädigten Olivenöl hergestellt werden. Das bedeutet auch, dass wichtige Inhaltsstoffe in der Produktion verloren gegangen sind. Einfaches "Olivenöl" wiederum besteht aus so genanntem Lampantöl, das aus vom Boden aufgesammelten und teilweise angefaulten Oliven sowie einer kleinen Menge an nativem Olivenöl besteht. Dass diese Art von Öl die gesunden, positiven Inhaltsstoffe der Olive größtenteils oder sogar gänzlich verloren hat, ist, denke ich, selbsterklärend.

Aber auch die bloße Bezeichnung "extra vergine" garantiert nicht die Qualität des Öls! Gemäß der Olivenöl-EU-Verordnung darf ein Olivenöl als extra vergine bezeichnet werden, das während dessen Herstellungsprozess keinen Temperaturen von über 27°C ausgesetzt war. Dabei verliert Olivenöl bereits bei relativ geringen Temperaturen an wertvollen Inhaltsstoffen! Ein qualitativ hochwertiges Produkt wird daher in der Herstellung nicht mehr als 20°C ausgesetzt.

Des Weiteren zeichnet sich ein Qualitätsprodukt durch handgepflückte Früchte aus, denn nur eine schonende Ernte, in der die Beschädigung der Früchte vermieden wird, erlaubt eine Minimierung des Fermentationsprozesses. Auch offenbart der Säuregrad des Öls seine Qualitätststufe. Hochwertige Öle weisen einen Gehalt freier Fettsäuren von 0,1 bis 0,3% aus. Leider kann man diese Angaben auf den Flaschen meist nicht finden, sodass man sich bei der Suche nach einem qualitativ hochwertigen Olivenöl in erster Linie auf seinen Gaumen verlassen muss: Das Olivenöl sollte leicht bitter schmecken und ein Kratzen um Hals hinterlassen!

Wer sich nicht auf seinen Gaumen verlassen möchte, dem rate ich einen kompetenten Händler für den Olivenölkauf aufzusuchen, der bei der Auswahl beraten kann. Auch Olivenöltests, zum Beispiel vom Feinschmecker-Magazin, können helfen. Oder aber man plant bei seinem nächsten Italien-, Spanien- oder Griechenlandurlaub einfach den Besuch beim Olivenbauern ein, um das Öl direkt vom Erzeuger zu erhalten und vielleicht sogar beim Herstellungsprozess zuzusehen! Wem das wiederum zu aufwändig ist, der hat mittlerweile auch über das Internet die Möglichkeit, Olivenöl so direkt wie möglich vom Erzeuger und ohne viele Zwischenhändler zu kaufen, zum Beispiel über Reine Olive No. 1 oder die arteFakt Olivenölkampagne.

Wenn man dann endlich "sein" Olivenöl bester Qualität gefunden hat, belohnt einen das flüssige Gold mit einem Aroma, das seines gleichen sucht und aus einem Gericht ein Geschmackserlebnis macht! Einfach Olivenöl auf einen Teller geben, etwas Salz und Pfeffer darüber verteilen, ein frisches Ciabatta hinein tunken, die Augen schließen und genießen! Oder wie wäre es mit Rote Bete-Carpaccio an Hüttenkäse und Olivenöl?

Shopping-Liste für Rote Bete-Carpaccio an Hüttenkäse und Olivenöl (ca. 4 Vorspeiseportionen): 350g Rote Bete (ca. 3-4 Knollen), 200g Hüttenkäse, ca. 1/4-1/2 TL Meersalz, 2 TL Sonnenblumenkerne, 1/2 Schälchen Kresse, ca. 6-8 EL Olivenöl bester Qualität, Pfeffer

Was ist zu tun? Rote Bete waschen, schälen und mithilfe eines Gemüsehobels in sehr dünne Scheiben schneiden und beiseite stellen. Das Salz zum Hüttenkäse geben und vermengen (einmal kurz abschmecken und je nach Geschmack noch etwas mehr Salz hinzufügen). Nebenbei, die Sonnenblumenkerne in einer beschichteten Pfanne oder Topf rösten, bis sie leicht braun werden. Die Kresse waschen und dann vorsichtig trocken tupfen.

Die Rote Bete-Scheiben kreisförmig auf den Tellern anrichten und den Hüttenkäse in die Mitte des Kreises geben. Darauf die Kresse drapieren. Ca. 2 EL Olivenöl pro Teller auf die Rote Bete verteilen. Zum Schluss etwas frischen Pfeffer darüber streuen.

Wer noch mehr über Qualitätsmerkmale und die gesunden Inhaltsstoffe von Olivenöl erfahren möchte, wird auf der Internetseite "Zentrum für Gesundheit" fündig, von der ich einige, der hier angegebenen Informationen habe.