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Sonntag, 24. November 2013

Brunch auf Nordafrikanisch: mit Shakshuka

Die nordafrikanische Küche ist nicht unbedingt bekannt für ihre Frühstücksrezepte und doch versteckt sich genau hier ein kleines Juwel: eine Soße aus Paprika, Tomaten und Zwiebeln, angereichert um Gewürze und Kräuter, die durch pochierte Eier abgerundet wird und sich Shakshuka nennt.

Streng genommen handelt es sich dabei auch eigentlich nicht um ein reines Frühstücksrezept, denn in Tunesien, Ägypten oder Marokko wird Shakshuka durchaus auch zum Mittag- oder Abendessen serviert. Aber gerade da Eier einen Hauptbestandteil des Gerichtes ausmachen, finde ich es eine ganz wunderbare und geschmacksintensivere Alternative zu den klassischen Eierspeisen, die ansonsten zum Frühstück oder Brunch genossen werden. Also: Warum nicht einmal direkt zum Start in den Tag in eine fremde Küche eintauchen und sich von deren Würze und Farbintensität gleich doppelt beleben lassen?

Einkaufsliste (für ca. 2 Portionen): 1 rote Paprikaschote, 1 gelbe Paprikaschote, 3 Tomaten, 1 Zwiebel, 1 TL Cumin (Kreuzkümmel), 2 TL Rohrohrzucker (bzw. Xucker), 3 Zweige Thymian (die Blätter abgezupft), 1 TL frische Oreganoblättchen (oder 1/2 TL getrockneter Oregano), 1 Lorbeerblatt, 1/2 TL Safranfäden, 1 Prise Cayennepfeffer, 2 EL gehackte Petersilie, 2 bis 4 Eier, Olivenöl, Salz und Pfeffer

Was ist zu tun? Die Paprikaschoten entkernen und in Streifen schneiden (ca. 2 cm breit), die Tomaten grob zerkleinern und die Zwiebeln in Ringe schneiden.

Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Cumin und Zwiebelringe hinzugeben und für ca. 5 Minuten anbraten. Die Paprikastreifen sowie den Zucker, Thymian, Oregano und Lorbeerblatt hinzugeben und für ca. 10 Minuten bei mittlerer Hitze weiter anbraten und dabei regelmäßig rühren. Dann die Tomatenstücke, Safran und Cayennepfeffer hinzugeben und nochmals 15 Minuten bei niedriger Hitze garen - dabei immer wieder etwas Wasser hinzufügen (ca. 150-200 ml), verrühren und die Soße eindicken lassen. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Danach den Pfanneninhalt so auseinander schieben, dass kleine Kulen für die Eier entstehen (2-4 Stück). Die Eier langsam in die Kulen gleiten lassen, mit etwas Salz bestreuen, einen Deckel auf die Pfanne geben und die Eier bei sehr niedriger Temperatur ca. 10 Minuten garen, sodass die Eier gerade eben gestockt sind. Die gehackte Petersilie darüber streuen und das Gericht in der Pfanne servieren.

Sonntag, 22. September 2013

Wissen was drin steckt - Teil II: Selbstgemachte Pasta

Italiener lieben ihre Pasta! Klar, sie sind ja auch deren Erfinder. Aber wir Deutschen sind doch eigentlich fast genauso große Fans von Spaghetti, Tagliatelle & Co. Der Unterschied dabei ist allerdings, dass die meisten Italiener wissen, wie man Pasta selbst zubereitet, während wir Deutschen zwar ohne Ende Nudeln konsumieren, oftmals aber gar nicht wissen, was darin steckt, geschweige denn, wie man Pasta selbst herstellt. 

Wusstest Du, dass man Pasta sowohl mit als auch ohne Eier zubereiten kann? Dass die Grundzutaten gerade einmal Mehl, Wasser und Salz sind? Oder dass die Herstellung des Teigs noch nicht einmal 15 Minuten in Anspruch nimmt (ohne Ruhezeit gesehen)? 

Wenn Du diese Fragen mit "ja" beantwortet hast, dann heißt das, dass Du wahrscheinlich schon einmal selbst Pasta gemacht hast! Wenn nicht, dann ist das auch nicht schlimm, denn dann kennst Du die Antworten jetzt und kannst Dich anhand des folgenden Rezeptes direkt selbst im "Pastamachen" ausprobieren: Selbstgemachte Safrantagliatelle mit Gemüsebolognese

Einkaufsliste (ca. 4 Portionen):

Nudelteig: 150 g Mehl, 150 g Hartweizengrieß, 3 Eier, 1 gestrichener TL Salz, 2 TL Safranfäden, 1/2 TL Kurkuma (gemahlen)

Gemüsebolognese: 100 g Karotten, 100 g Knollensellerie, 100 g Staudensellerie, 1 gelbe Paprika, 1 kleine Aubergine, 1 grüne Zucchino, 2 Tomaten, 1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 2 EL Tomatenmark, 250 ml passierte Tomaten, 100 ml Gemüsefonds, 2 Zweige Thymian, 2 Zweige Rosmarin, 1 EL frische Oreganoblättchen, 2 EL glatte Petersilie fein gehackt, ein paar Basilikumblätter, 2 EL Olivenöl, etwas Zucker, Salz und Pfeffer

Was ist zu tun?
Für den Nudelteig, die Safranfäden in eine kleine Schüssel geben und mit ca. 3 Esslöffel kochendem Wasser übergießen - vollständig abkühlen lassen. In der Zwischenzeit Mehl, Hartweizengrieß, Kurkuma und Salz in einer Schüssel miteinander vermengen. In der Mitte eine Mulde formen. 

Die Eier zum Safran geben und miteinander verquirlen. Safran-Ei-Mischung und Öl in die Mulde geben und die Zutaten nach und nach von der Mitte aus mischen. Den Teig für ca. 10 Minuten mit den Händen gründlich kneten. Ist der Teig zu trocken, etwas Wasser hinzufügen, ist er zu feucht/klebrig, etwas Mehl hinzugeben. Dann zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie wickeln. Für zwei Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Nudelteig mit einer Nudelmaschine oder anhand eines Nudelholzes dünn ausrollen. Bei letzterem, eine Fläche mit Mehl bestreuen und das Nudelholz einmehlen. Den Nudelteig am besten in vier Portionen aufteilen und jeweils dünn zu einem Quadrat ausrollen (ca. 30 cm lang). Etwas Mehl über die Teigplatte verteilen, sodass die Oberfläche nicht mehr klebt. Dann den Teig falten und auf die Oberfläche wieder etwas Mehl verteilen, abermals falten. Mit einem großen Messer in lange 1 cm breite Streifen schneiden. 

Für die Gemüsebolognese, die Karotten und den Knollensellerie schälen. Staudensellerie, Paprika, Aubergine und Zucchino waschen und Paprika von Stunk und Kernen entfernen. Alles fein würfeln. Zwiebeln und Knoblauch schälen. Zwiebeln ebenfalls fein würfeln und Knoblauchzehen vierteln und leicht andrücken.

Das Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Die Zwiebeln hinein geben und für 1 Minute andünsten. Den Knoblauch und die Gemüsewürfel hinzugeben und für ca. 3 Minuten unter rühren andünsten. Dann das Tomatenmark hinzufügen und mit dem Gemüse für weitere 2 Minuten anrösten. Mit den passierten Tomaten und dem Gemüsefond ablöschen. Thymian- und Rosmarinzweige sowie die Oreganoblättchen dazugeben und offen für ca 10 bis 15 Minuten einkochen lassen. 

Die Tomaten waschen und grob in Stücke schneiden, den Stunk dabei entfernen. Die Kräuterzweige aus der Sauce nehmen, mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen. Tomaten und Petersilie untermischen.

Die Bandnudeln in kochendem Salzwasser einige Minuten al dente garen. Dann auf Teller verteilen und jeweils die Gemüsebolognese darüber geben. Mit ein paar Basilikumblättern garnieren.

Zur gesamten Fotostrecke geht es auf Facebook.

Montag, 9. September 2013

In der Einfachheit liegt die Machbarkeit

Für viele Menschen ist das mit dem Kochen so eine Sache. Die Überlegungen, was man machen soll, das Einkaufen und dabei gegebenenfalls auch noch in mehr als einen Laden zu müssen und nicht zuletzt, schreckt viele das Kochen an sich ab. Vor allem, wenn man einen zeitaufwändigen, stressigen Job hat, möchte man sich nicht auch noch damit beschäftigen müssen. Dann wohnt der ein oder andere auch noch allein und sagt sich: Für mich selbst den Aufwand betreiben? Nein danke! In diesen Fällen wird es häufig das Gericht vom Asiaten, der auf dem Nachhauseweg liegt, die Pizza beim Lieblingslieferservice, dessen Nummer schon unter den Favoriten abgespeichert ist, oder das Fertiggericht aus dem Supermarkt. Wenn sich doch einmal dazu durchgerungen wird zu kochen, ist ein Teller mit Pasta mit Pesto oft schon das höchste der Gefühle. 

Ich kann solche Essgewohnheiten nur zu gut nachvollziehen: Bei den heutzutage vorherrschenden Leistungsansprüchen, dem Stress, mit dem viele zu kämpfen haben, und den langen Arbeitszeiten, bleibt einem doch oft gar nichts anderes übrig, als sich abends noch schnell etwas "reinzuschieben", um danach völlig ko ins Bett zu fallen und am nächsten Morgen wieder mit den erwarteten 150% Leistungsbereitschaft aufzuwachen. Auch mir - als Verfechter der gesunden und ausgewogenen Ernährung - ergeht es hin und wieder so. Allerdings stellt so ein Abend mittlerweile die Ausnahme dar und normalerweise bereite ich mir immer noch selbst eine Kleinigkeit zu, egal wie spät ich nach Hause komme. Die Devise lautet hier: In der Einfachheit liegt die Machbarkeit.

Meist hole ich mir auf dem Nachhauseweg beim Biosupermarkt einfach ein paar Gemüsesorten der Saison, dünste sie in einer Pfanne an, füge ein paar frische Kräutern und Gewürze hinzu und genieße das Ganze mit einem Pesto, Chutney, Mozzarella, Feta, gerösteten Kernen, Nüssen oder Ähnlichem. Der Aufwand ist hier minimiert und doch kann ich mir sicher sein, dass ich etwas gesundes zu mir genommen habe. Für diejenigen, die alleine wohnen habe ich außerdem den folgenden Tipp: Einfach zwei oder mehr Portionen auf einmal kochen und schon hat man für den nächsten Abend oder die nächste Mittagspause gleich mitgekocht.

An dieser Stelle gibt es daher natürlich ein ganz einfaches und unkompliziertes Rezept: Hirsepfanne mit Zucchini, Paprika und Feta.

Einkaufsliste: 125g Hirse (z.B. Feinkornhirse im Kochbeutel von Davert - diese ist in nur 10 Minuten fertig), ca. 350 ml Gemüsebrühe (für die Feinkornhirse von Davert 500 ml), 1 gelbe Zucchini, 1 gelbe Paprika, 10 Kirschtomaten, 1 Handvoll frische Minze, 100g Feta (für die laktosefreie/vegane Variante einfach den Feta weglassen), 1/2 TL Kurkuma, Kokosfett, eine Prise Zucker, Salz und Pfeffer

Was ist zu tun? 300ml Gemüsebrühe in einem Topf zum Kochen bringen. Die Hirse hinzugeben und ca. 25 Minuten zugedeckt bei mittlerer Hitze köcheln lassen, überflüssige Brühe abgießen und weitere 10 Minuten quellen lassen (bzw. gemäß Packungsanleitung zubereiten).

In der Zwischenzeit, die Zucchini, Paprika und Kirschtomaten waschen. Die Zucchini längs halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Die Paprika vom Kerngehäuse entfernen und in Streifen schneiden. Die Kirschtomaten halbieren.

Kokosfett in einer Pfanne erhitzen. Die Zucchini und Paprika für ein paar Minuten darin andünsten. Mit Kurkuma, Salz und Pfeffer würzen und ca. 50 ml Gemüsebrühe hinzugeben, aufkochen und das Gemüse darin für ca. 5 Minuten köcheln lassen.

Die Tomaten gemeinsam mit der Prise Zucker und der Hirse hinzugeben und alles miteinander vermischen. Die Minzblätter grob zerkleinern und unterheben. Zum Schluss den Feta grob zerbröckelt darüber geben. 

Montag, 29. Juli 2013

Leichtigkeit durch leichtes Essen

Das leichte Kleid im Sommer. Die leichte Brise am Meer. Ein leichtes Leinentuch über dem Tisch, das sich sanft zur Brise bewegt. Darauf ein leichter Wein, ein leichtes Gericht.

Etwas Leichtes ist zugleich etwas Angenehmes, Einfaches, es hat etwas Befreiendes. Es ist das Gegenteil vom Belastbaren, von Schwere, von Druck. Und doch betitelt Milan Kundera seinen Roman mit der "unerträglichen Leichtigkeit des Seins". Aber wie kann etwas Leichtes unerträglich sein?

Vielleicht, weil es nicht so einfach ist, in den Zustand völliger Leichtigkeit zu gelangen. Vielleicht, weil man für die Leichtigkeit zunächst das Schwere loslassen muss - Ballast, Stress, Gedanken, Sorgen, Erinnerungen, die Vergangenheit. Aber das alles einfach ausblenden? So leicht scheint das mit der Leichtigkeit dann tatsächlich nicht zu sein ...

Nähern wir uns dem Thema vielleicht einmal von einer anderen Seite. Wenn ich mich schon nicht so einfach von meinen Gedanken und Sorgen oder dem mich umgebenden Stress befreien kann, kann ich zumindest dafür sorgen, dass kein weiterer Ballast hinzukommt. Dabei kann, wie ich finde, ein leichtes Gericht schon einmal ein Anfang sein! Etwas leicht verdauliches, etwas, das nicht so schwer im Magen liegt, wie ein frischer Salat, Fisch an gedünstetem Gemüse, ein Obstteller. Und am Ende fühlt man sich vielleicht tatsächlich etwas leichter, denn heißt es nicht so schön "Du bist, was Du isst"?

Leichtigkeit durch leichtes Essen? Schaden kann es auf jeden Fall nicht - gerade im Sommer, bei einer leichten Brise und zu einem Gläschen leichtem Wein.

Einkaufsliste für einen leichten Salat aus Babyspinat, Pfirsichen, Chèvre und Dinkelspirelli (Tipp: Ziegenmilchkäse und Dinkel sind jeweils leichter bekömmlich als ihre Pendants Kuhmilchkäse und Weizen): 125g Babyspinat, 2 Pfirsiche, 100g Chèvre, 200g Dinkelspirelli (oder eine glutenfreie Alternative), 2 TL Honig, 20g gehobelte Mandeln, 40 ml Olivenöl, 2 MS gemahlene Muskatnuss, Crema di Balsamico, Salz und Pfeffer

Was ist zu tun? Die Dinkelspirelli nach Packungsanleitung in Salzwasser al dente kochen. Die Pfirsiche achteln und mit etwas Olivenöl in eine ofenfeste Form legen. Den Honig über die Pfirsichscheiben träufeln und bei 180°C für 20 Minuten backen.

Die gehobelten Mandeln in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. Nebenbei 75 g Babyspinat, die 40 ml Olivenöl, 2 MS Muskatnuss, etwas Salz und Pfeffer mit dem Pürierstab zu einer glatten Masse vermengen.

Die abgekühlten Spirelli mit dem Spinatpesto vermengen. Dann die restlichen Babyspinatblätter und die Manedeln untermengen. Ggf. noch etwas Salz, Pfeffer und Olivenöl hinzufügen.

Den Spirelli-Spinat-Salat auf Tellern verteilen. Die Pfirsichscheiben und den grob zerbröselten Chèvre darüber geben und mit etwas Crema di Balsamico servieren.

Sonntag, 14. April 2013

Thailändische Küche: Exotische Saisonalität

Ananas, Kokosnuss, Mango, Durian, Jackfrucht, Papaya, Mangostane - was für uns exotisch klingt, ist für den Thai regional. Dies bedeutet aber keineswegs, dass in der thailändischen Küche das ganze Jahr über Mango & Co. verarbeitet werden. Denn genauso wie hier in Deutschland, haben auch in Thailand zu bestimmten Jahreszeiten bestimmte Früchte Saison.

Als ich während meiner ersten Thailandreise vor zwei Wochen in einem Restaurant, einen auf der Menükarte angegebenen Avocado-Shake bestellen wollte und mich der höfliche Kellner (Thai-Kellner sind immer höflich) darauf hinwies, dass er momentan keine Avocados da hat, war ich noch nicht verwundert. Als mir bei einem zweiten und dritten Versuch, solch einen Shake zu bestellen, genau das Gleiche mitgeteilt worden war, war ich jedoch etwas verwundert und hakte nach. "No season" wurde mir in einem gebrochenen Thai-Englisch mitgeteilt. Diese Aussage verwandelte meine ursprüngliche Enttäuschung umgehend in Begeisterung! Das ich in Thailand auf eine saisonale und somit regionale (wenn Avocados gerade keine Saison haben, wird scheinbar nicht mit Importen aus dem Ausland nachgeholfen) Küche stoßen würde, hätte ich in dieser Form nicht erwartet! Ehrlich gesagt hatte ich angenommen, dass in einem tropischen Land wie Thailand sämtliche Früchte zu sämtlichen Jahreszeiten gedeihen. Nun, das war wohl ein wenig naiv ...

Natürlich hat Thailand durch sein tropisches Klima einen sehr fruchtbaren Boden und bietet Pflanzen, Fürchten und Gemüse optimale Bedingungen zum gedeihen. Dabei haben bestimmte Früchte, wie zum Beispiel die Banane, die Kokosnuss oder die Papaya, tatsächlich das ganze Jahr über Saison. Dies gilt jedoch nicht für alle Obstsorten, denn auch in Thailand gibt es Jahreszeiten und es ist nicht immer und überall gleichzeitig 30°C und sonnig - so überraschend das nun klingen mag! :) Ananas, Mango und Durian haben beispielsweise von März bis Mai/Juni (den thailändischen Sommermonaten) Saison, während die Saison für Avocados leider erst im Mai beginnt, wie ich am eigenen Leib erfahren durfte. Anstelle des Avocado-Shakes kam ich dafür in den Genuss zahlreicher Mango-Shakes (denen man die Saison förmlich "anschmeckte"!) und einem persönlichen Gericht-Highlight: "Pineapple Fried Rice" meist in einer ganzen Ananas serviert - ein Gaumenschmaus!

Für mich ist die thailändische Küche somit ein wunderbares Beispiel, ja sogar Vorbild für eine saisonale und regionale Küche, an der wir uns sicherlich die ein oder andere Scheibe abschneiden können. Die Küche ist nicht zuletzt so aromatisch weil deren Zutaten dann geerntet und verarbeitet werden, wenn sie tatsächlich reif sind und somit den Höhepunkt ihres Geschmacks erreicht haben. Ein Erdbeerkuchen schmeckt im Januar, wenn die Erdbeeren hierfür um den halben Globus wandern mussten, schließlich auch nicht so intensiv und fruchtig, wie im Mai, wenn wir die Beeren hierfür frisch vom Feld pflücken und direkt verarbeiten. So schmeckt natürlich auch der gebratene Reis mit Ananas hier in Deutschland nicht genauso aromatisch wie in Thailand und auch die 35°C, die wärmende Sonne auf der Haut und das Meeresrauschen fehlen beim Verzehr ... Dennoch, das Rezept möchte ich an dieser Stelle nicht vorenthalten und damit die exotische Saisonalität der thailändischen Küche würdigen.

Einkaufsliste: 125g Parboiled- bzw. Langkornreis vom Vortag (damit er nicht mehr nicht mehr so feucht ist; ich mag z.B. den Parboiled Reis im Kochbeutel von Davert gerne), 1/4-1/2 Ananas (je nach Größe), 100g TK-Erbsen, 50g Karotte (geraspelt), 1 Ei, 2 EL Cranberries, 50g Cashewnüsse,1 Schalotte, 2 Knoblauchzehen, 1 daumengroßes Stück Ingwer, 1/4 TL Chiliflocken (getrocknet),  Sojasauce, 2 TL Currypulver, 1/4 TL Kurkuma, 1/4 TL Rohrohrzucker, 2 TL Limettensaft, Sonnenblümenöl

Was ist zu tun? Zur Vorbereitung, dem Reis 1 EL Sonnenblumenöl hinzufügen und ihn sorgsam damit vermengen. Die Schale und den Stunk der Ananas entfernen, dann in kleine Stücke schneiden. Die Karotte raspeln. Schalotte, Ingwer und Knoblauch fein würfeln. 3 EL Sojasauce mit Currypulver, Kurkuma und Zucker in einer Tasse vermischen.

Die Cashewnüsse in einem Wok oder einer großen Pfanne ohne Fett goldbraun rösten und dann beiseite stellen. Das Ei mit etwas Fett und etwas Sojasauce ebenfalls in den Wok geben und durch ständigen rühren wie ein Rührei zubereiten und beiseite stellen. Dann 2 EL Öl im Wok erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Knoblauch, Ingwer und Chili dazu geben und ca. 1 Minute mit dünsten. Karottenraspeln und Erbsen ebenfalls dazu geben und ca. 2 Minuten mit dünsten.

Im nächsten Schritt, den Reis, die Ananasstücke, die Cashewnüsse, das Ei und die Cranberries in den Wok geben und alles vermengen. Die Sojasauce-Currypulver-Mischung darüber geben und sorgsam unterrühren. Den Reis auf mittlerer bis hoher Hitze für ca. 5 bis 7 Minuten unter regelmäßigem Rühren braten (die Reiskörner sollten dabei durch die Hitze im Wok leicht "hüpfen"). Kurz bevor der Wok vom Herd genommen wird, die Herdplatte auf das Maximum erhitzen, damit sich alle Aromen nochmal richtig entfalten können. Den Reis dabei ständig rühren. Den Wok vom Herd nehmen.

Den Reis mit Limettensaft und ggf. zusätzlicher Sojasauce abschmecken.

Sonntag, 17. Februar 2013

Übers Bloggen (und über Pastinaken)

In letzter Zeit blogge ich nicht mehr so häufig wie früher und so habe ich mich gefragt, woran das liegen könnte ...

Vor ca. 2 1/2 Jahren habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Damals war ich nicht sehr glücklich in meinem Job, was unter anderem daran lag, dass ich meine Kreativität nicht ausleben konnte und mir meine Aufgaben wenig Spaß bereiteten (ich arbeitete damals als Unternehmensberaterin). Ich war daher auf der Suche nach etwas, was meine Leidenschaft erwecken, mir Freude bereiten und mich erfüllen würde und bin so über meinen Spaß am Kochen und Schreiben auf das Bloggen gekommen.

Ungefähr ein Jahr später, im Sommer 2011, wechselte ich dann meinen Job, der sich über das letzte Jahr von einem bloßen Job zu einer Tätigkeit entwickelt hatte, der ich jeden Tag von neuem mit großer Freude nachging. Ende letzten Jahres war ich dann endlich soweit ehrlichen Herzens sagen zu können, dass ich in meiner Arbeit richtig glücklich bin.

Und hier liegt auch - zumindest zum Teil - die Antwort zu der Frage, warum ich weniger blogge wie früher: Den Ausgleich, den ich in meinem vorherigen Job so nötig hatte, benötigte ich in diesem Ausmaß nicht mehr. Ich durfte kreativ sein, hatte viel Freiraum meine Ideen zu entfalten, ich hatte Spaß und Freude und hatte sogar als Teil meines Jobs die Möglichkeit viele Texte zu verfassen. Zusammengefasst: Meine Arbeit erfüllte mich in einem Ausmaß, das weniger Ausgleich bedurfte.

Aber wieso schreibe ich das in der Vergangenheitsform? Nun, das Leben steht scheinbar nie still und alles kann sich jeden Tag von heute auf morgen verändern. Mir selbst erging es vor ca. 2 1/2 Wochen so, als sich jobtechnisch plötzlich alles auf den Kopf stellte und ich mich momentan wieder in die Zeit meines vorherigen Jobs zurück versetzt fühle. Mal sehen, wie es jetzt weiter geht, vielleicht blogge ich demnächst wieder häufiger ... :)

Wenigstens gibt es ein paar Dinge, die im Leben immer konstant bleiben, wie zum Beispiel, dass wir jeden Tag etwas essen müssen, was mich auf das heutige Rezept bringt: Pastinaken an getrockneten Tomaten und Ziegenfrischkäse. (Bei Pastinaken handelt es sich um ein Wurzelgemüse, mit einem leicht süßlichen Geschmack, das in Deutschland in den Wintermonaten Saison hat.)

Einkaufsliste (ca. 4 Vorspeisen): 4 Pastinaken, 100g getrocknete Tomaten, 200g Ziegenfrischkäse, 2 EL Kokosfett, 400 ml Gemüsebrühe, 4 TL Petersielie (TK), feinstes Olivenöl, Salz und Pfeffer

Was ist zu tun: Pastinaken schälen und mit dem Gemüsehobel oder einem Messer schräg in dünne Scheiben schneiden (sehr breite Scheiben halbieren). Kokosfett in einem Topf erhitzen und die Pastinakenscheiben darin ca. 5 Minuten unter regelmäßigen umrühren dünsten. Dann mit Gemüsebrühe ablöschen und ca. 5-7 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen, bis die Scheiben weich sind.

In der Zwischenzeit die getrockneten Tomaten der Länge nach in schmale Streifen schneiden.

Das Wasser abgießen und die Pastinaken abtropfen und ein wenig abkühlen lassen. Die Pastinaken, getrockneten Tomaten, Petersilie und etwas Olivenöl in einer Schale vermengen und ggf. mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Pastinakensalat gleichmäßig auf Teller verteilen. Den Ziegenkäse grob zerbröseln und darüber streuen und noch etwas Olivenöl darüber träufeln.

Den Salat kann man ganz wunderbar mit etwas Quinoa, Hirse oder Couscous zu einer sättigenden Hauptspeise machen. Außerdem passen geröstete Sonnenblumenkerne ganz wunderbar dazu.

Montag, 28. Januar 2013

Fokus 2013: Saisonalität und Regionalität


2013 ist schon wieder fast einen Monat alt und die ersten werden ihre Neujahrsvorsätze mittlerweile über Bord geworfen haben (der eine leichtfertig, der andere mit einem schlechten Gewissen), andere ziehen vielleicht eine erste Bilanz, wie weit sie damit bisher gekommen sind und wieder andere zerbrechen sich den Kopf, was nochmal diese Vorhaben waren, die sie sich in der Silvesternacht, last-minute-mäßig und reichlich angesäuselt, aber dennoch oder gerade deswegen voller Überzeugung, gesetzt hatten.

Auch ich habe mir Neujahrsvorsätze vorgenommen, sie aber direkt wieder über den Haufen geworfen. Nicht etwa, weil ich sie schon nach zwei Wochen wieder aufgab, sondern weil  mir kurz nachdem ich sie ausformuliert hatte in den Sinn kam, dieses Jahr einfach einmal keine Vorsätze haben zu wollen. Eigentlich, so dachte ich mir, nehme ich mir doch das ganze Jahr Dinge vor und gehe sie an, da brauche ich doch nicht noch zusätzlich zu Neujahr irgendwelche halbherzigen Vorsätze, nur um sagen zu können, ich habe welche ...

Und so besinne ich mich in 2013 lieber weiter auf die Dinge, die ich mir sowieso schon vorher vorgenommen oder auch schon gelebt hatte. In kulinarischer Hinsicht sind das insbesondere: keine Fertiggerichte sondern lieber selbst kochen, auch mal auf gesündere Alternativen bei der Produktauswahl zurück greifen (z.B. Dinkel- anstatt Weizenmehl, Hafer- oder Mandelmilch anstatt Kuhmilch, Hirse oder Vollkornreis anstatt weißen Reis), jede Nahrung achtsam und wertschätzend zu mir nehmen und so gut es geht auf Regionalität und Saisonalität sowie auf das Ursprungsland von Lebensmitteln achten.

Dabei liegt mir gerade letzteres am Herzen, da ich das Gefühl habe, dass unsere guten deutschen Produkte und Lebensmittel immer mehr in Vergessenheit geraten. Im „normalen“ Supermarkt findet man selten Pastinaken, Topinambur, Schwarz- oder Petersilienwurzel. Obwohl diese Wurzelgemüsesorten im Januar in Deutschland Hochsaison haben! Aber auch der Masse wohl bekanntere Gemüsesorten aus deutschem Erzeugnis sind im Januar als Lagergemüse erhältlich, die Karotte und die Kartoffel zum Beispiel. An dieser Stelle ergeben die beiden zusammen mit Linsen und Kokosmilch die Basis für eine Kokos-Linsen-Suppe, die in diesen eisigen Tagen ganz wunderbar wärmt! Und wer sich doch einmal an die anderen Wurzelgemüsesorten trauen möchte, findet hier vielleicht Inspiration: Pastinaken-Kartoffel-Cremesuppe oder Schwarzwurzel-Petersilien-Cremesuppe

Einkaufsliste (für 2-3 Portionen): 125g rote Linsen, 150g Karotten, 150g Kartoffeln (hart kochend), 1 Zwiebel, 1 daumenbreites Stück Ingwer, 200 ml Kokosmilch, 300-400ml Gemüsebrühe, 1-2 EL Kokosfett, 1 TL Currypulver, ¼ TL Kurkuma (gemahlen), ¼ TL Kreuzkümmel (gemahlen), 1 MS Zimt, 2 EL Zitronensaft, etwas getrockneten oder frischen Koriander, Salz und Pfeffer

Was ist zu tun:  Karotten und Kartoffeln schälen und würfeln (ca. 0,5x0,5 cm). Zwiebel und Ingwer ebenfalls schälen. Zwiebel in kleine Würfel und Ingwer sehr klein schneiden. Linsen in einem Sieb abwaschen und abtropfen lassen. Gemüsebrühe in einem Topf vorbereiten.

Das Kokosfett in einem ausreichend großen Topf erhitzen. Currypulver, Kurkuma, Kreuzkümmel, Zwiebelwürfel und Ingwer darin unter Rühren ca. 1 Minute andünsten.

Kartoffel-, Karottenwürfel und Linsen hinzufügen und ebenfalls unter Rühren ca. 1 Minute andünsten. Kokosmilch dazu gießen, kurz aufkochen und ca. 5 Minuten bei mittlerer bis niedriger Hitze zugedeckt einköcheln lassen. Dann Gemüsebrühe hinzugeben und für weitere 10-15 Minuten sanft köcheln lassen, bis die Linsen zerfallen sind und das Gemüse weich ist.

Zitronensaft und Zimt hinzugeben und die Suppe mit einem Pürierstab grob pürieren, sodass immernoch Kartoffel- und Karottenwürfel übrig bleiben. Ggf. etwas zusätzliche Gemüsebrühe hinzufügen und mit Salz, Pfeffer und ggf. noch etwas Zitronensaft abschmecken.

Die Suppe in Schälchen geben und getrockneten oder frischen Koriander darüber streuen.

Und so verbleibe ich  bis zum nächsten Post mit dem Motto: Essen ist Genuss!

Sonntag, 21. Oktober 2012

Was braucht man zum Glücklichsein?

Manche würden sagen eine Arbeit, die einem Spaß macht. Manche würden sagen, gute Freunde und eine liebende Familie. Manche würden sagen, hin und wieder Urlaub. Manche würden sagen, ein Hobby, das man mit Leidenschaft verfolgt. Manche würden sogar sagen, man braucht Geld, um glücklich zu sein.

Wir machen unser Glücklichsein von äußeren Umständen abhängig. Das Glücklichsein scheint gewisse Maßstäbe zu haben: Hat man dies und das, kann man glücklich sein oder werden. Hat man dies und das nicht, wird es wohl eher schwer mit dem glücklich sein. Das „dies und das“ zum Glücklichsein ist allerdings bei jedem anders. Es ist ganz davon abhängig, welche Prioritäten für einen Menschen gelten, welche Vorlieben er hat, was ihm wichtig ist usw.

Sicherlich gibt es einige Übereinkünfte  in Bezug darauf, was man zum Glücklichsein braucht. Eine Arbeit, die einem Spaß macht und einen erfüllt, ist sicherlich so eine Übereinkunft. (Diejenigen, die das Geldverdienen vor die Erfüllung stellen, schließe ich an dieser Stelle einfach einmal aus.) Also müsste jeder, der eine erfüllende Arbeit hat, glücklich sein. Dann aber frage ich einen Freund, der als Arzt tätig ist und somit eine erfüllende Arbeit haben muss, ob ihn das, was er tut glücklich macht. „Meine Arbeit macht mir Spaß und ich tue etwas Gutes, indem ich Menschen helfe – aber ob ich wirklich rundum glücklich bin, kann ich so nicht sagen.“ Das was man tut macht Spaß, aber man ist trotzdem nicht glücklich – wie geht das?

Vielleicht spielen beim Glücklichsein einfach noch andere Faktoren mit: ein liebender Partner, eine harmonische Familie und ähnliches. Dann wiederum gibt es Frauen, die einen Mann haben, der sie liebt, Kinder, die vorbildlich sind, ein gemütliches Heim und gute Freunde, die somit rein objektiv betrachtet glücklich sein müssten, es aber nicht sind. Wie kann das sein?

Ich versuche einmal zu erklären, wie das sein kann: Wir Menschen denken, dass wir etwas haben müssen oder etwas tun müssen, um etwas zu sein. Zum Beispiel: Wir denken, dass wir Geld haben müssen, um uns einen gewissen Lebensmittelstandard leisten zu können, was uns dann wiederrum glücklich macht. Komischerweise verfliegt das Glücklichsein nach einer neuen Anschaffung oder einem Geldsegen, wie einem Lottogewinn, aber häufig schnell wieder. Der Grund ist, dass äußere Umstände nichts mit unserem inneren Befinden zu tun haben und ihn auch nicht nachhaltig beeinflussen können. Nur wir selbst können unser inneres Befinden beeinflussen. Nur wir selbst entscheiden, was wir sind und wie wir uns fühlen. Dies tun wir allerdings oft unbewusst und so denken wir, dass unser Befinden von Äußerlichkeiten abhängt. Holen wir die Entscheidung über unser Sein und Befinden aber in unser volles Bewusstsein, können wir es beeinflussen. Man sollte sich daher in jeder Situation bewusst zu Gemüte führen, wie man sich gerade fühlt und dann sollte man sich fragen, ob man sich in diesem Moment tatsächlich so fühlen möchte oder nicht.

Auch zum Glücklichsein bedarf es daher nicht viel mehr als unsere eigene bewusste Entscheidung glücklich zu sein – aber auch, wenn es nicht viel mehr bedarf, sage ich nicht, dass das Ganze einfach ist! Wie alles im Leben, zum Beispiel auch das Kochen, bedarf es der Übung. Ich übe täglich: Bewusst über mein Sein zu entscheiden und zu kochen. Die letzte Übung ergab die unten beschriebene herbstliche Gemüsesuppe mit Räuchertofu und ich habe mich bei deren Verzehr bewusst dafür entschieden, glücklich zu sein!

Shopping-Liste (4-6 Portionen): 700g Hokkaido-Kürbis, 400g Kartoffeln, 400g Rosenkohl, 2 Zwiebeln, 250g Räuchertofu, 900ml Gemüsebrühe, 1 EL Ghee (vegan: 1EL Pflanzen- oder Kokosfett), 4 Stiele Thymian oder ca. ¾ TL getrockneten Thymian, 3 MS gemahlene Muskatnuss, 2 MS Zimt, 1 TL Zitonensaft, Salz, Pfeffer, 4-6 TL Basilikumpesto (siehe auch dieses Rezept) (vegan: Veganes Pesto oder einfach weglassen)

To Do’s: Als Vorbereitung, die Kartoffeln schälen und in ca. 2cm große Würfel schneiden. Den Rosenkohl gründlich waschen, Stunk entfernen und halbieren. Den Kürbis ebenfalls gründlich waschen, entkernen und in ca. 2 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebeln schälen und fein würfeln. Die Gemüsebrühe aufsetzen.

In einem großen Topf, das Ghee zerlassen und die Zwiebeln kurz darin dünsten, bis sie glasig sind. Die Kartoffeln und die abgezupften Thymianblättchen oder den getrockneten Thymian in den Topf geben und ebenfalls kurz dünsten (Tipp: Den Thymian ein wenig zwischen den Fingern reiben, damit er sein volles Aroma entfalten kann). Mit der Gemüsebrühe ablöschen und das Wasser kurz aufkochen lassen, dann auf niedrige Temperatur reduzieren. Den Rosenkohl hinzugeben und ca. 5 Minuten zugedeckt garen. Danach die Kürbiswürfel hinzugeben, umrühren und für weitere ca. 10 Minuten garen.

In der Zwischenzeit den Tofu in ca. 1 cm große Würfel schneiden, zur Suppe hinzugeben und alles verrühren. Mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Zimt und Zitronensaft abschmecken. Zum Schluss, die Suppe auf Schalen verteilen, je einen TL Pesto oben drauf geben und glücklich sein.

Montag, 3. September 2012

Die Mittagspause: Fast Food vorm Computer

Wenn sich die Uhrzeiger wochentags in Richtung 12:00 Uhr bewegen, kann man in Büros, Geschäften und Läden eine gewisse Unruhe wahrnehmen. Fragen wie "Wann wollen wir in die Kantine?", "Wo wollen wir heute Mittag essen gehen?" oder "Möchtet Ihr auch etwas bestellen?" werden gestellt und beantwortet. Die Mittagspause spielt eine wichtige Rolle im deutschen Arbeitsalltag. Was dabei auf die Teller kommt, und in welchem Rahmen die Mahlzeit eingenommen wird, nimmt dabei oft die weniger wichtige Rolle ein.

Wenn ich nicht gerade blogge, arbeite auch ich wochentags in einem Büro (schließlich muss ich meine Leidenschaft für gutes Essen und hochwertige Lebensmittel irgendwie finanzieren :)). Bei uns gibt es keine Kantine, sodass meine Kollegen und ich entweder in einem der Restaurants in der Nähe essen gehen, einen Lieferservice beauftragen, uns mit Essen zu versorgen oder etwas Selbstgemachtes von zu Hause mitbringen. Dabei bin ich jeden Tag von Neuem überrascht, wie viele Lieferjungs Pizza, Burger oder fettige Pasta liefern. Von der Qualität des bevorzugten Mittagsmahls abgesehen, finde ich es auch überraschend, wie viele Kollegen Ihr Essen schnell in sich "hineinstopfen", um noch viel schneller wieder vor dem Rechner zu sitzen. Die Steigerung: Einige nehmen sich noch nicht einmal die Zeit ihren Arbeitsplatz zu verlassen und nehmen das Essen vor dem Computer zu sich. Die Devise scheint zu lauten: Hauptsache es geht schnell! Nährwert des Essens und deren Qualität spielen eine untergeordnete Rolle.

Dabei geht es in der Mittagspause noch nicht einmal nur um das Essen. Klar, normalerweise sollte die Hauptmahlzeit ausgewogen sein, eher leicht, damit man nach der Pause nicht in Müdigkeit verfällt, und einen mit wichtigen Nährstoffen und Vitaminen versorgen, die einem die nötige Energie für den Rest des Tages geben. Was aber mindestens genauso wichtig wie die gesunde Mahlzeit ist, dass man in der Mittagspause wirklich Pause macht, den Kopf für einige Moment frei bekommt und seinem Körper wenn möglich noch ein wenig Bewegung gönnt - dies gilt vor allem, wenn man einen Schreibtischjob nachgeht.

Musstest Du bei dieser Beschreibung an der ein oder anderen Stelle an Dich selbst denken? Findest Du dich hier wieder? Dann nehme Dir doch einfach einmal für eine Woche vor (eine Woche reicht erstmal, sehe einfach wie Du dich danach fühlst), Deine Mittagspause bewusst als Pause zu nutzen, Deinen Arbeitsplatz für das Mittagessen zu verlassen, Dir ein bisschen Bewegung und frische Luft zu gönnen und das Essen mit Aufmerksamkeit zu Dir zu nehmen, dabei auf Pizza, Burger und sonstiges Fast Food zu verzichten und lieber zu Salat, Gemüse, Reis und ähnlichem zu greifen. Vielleicht möchtest Du Dir sogar einmal etwas Selbstgemachtes mit ins Büro nehmen, dann weißt Du ganz genau, was Du zu Dir nimmst - oft verstecken sich in einer vermeidlich leichten Mahlzeit in der Kantine oder im Restaurant nämlich Fette und andere Inhaltsstoffe, die das Essen schwerer und ungesünder machen als man denkt!

Es bedarf also nicht viel, um aus der Mittagspause eine richtige Pause zu machen, die Körper und Geist mit der nötigen Energie für den restlichen Arbeitstag versorgt. Dabei sollte die Devise anstelle von "Hauptsache schnell" lieber "Nehme Dir bewusst Zeit und achte darauf, was Du zu Dir nimmst!" lauten!

Und damit der Einstieg in die bewusste Mittagspause nicht allzu schwer fällt, folgt an dieser Stelle noch eine Inspiration für ein selbst gemachtes Mittagessen, das sich gut zum Mitnehmen ins Büro eignet und dort sowohl aufgewärmt oder auch kalt genossen werden kann: Quinoa-Karotten-Fenchel-Salat mit Hüttenkäse.

Shopping-Liste (ca. 2-3 Portionen): 300g Karotten, 1 mittelgroße Fenchelknolle mit Grün (ca. 350g), 100g Quinoa, 200g Hüttenkäse, 1 kleine Knoblauchzehe, 25g Krübiskerne, 25g Datteln (ca. 4 Stück), 1 TL Fenchelsaat, Zucker (oder Xucker), Meer- oder Steinsalz, Pfeffer, Olivenöl (alle Produkte wie immer bevorzugt in Bio-Qualität bzw. aus regionalem Anbau)

To Do's: 200ml Wasser mit etwas Salz in einem Topf zum Kochen bringen. Den Quinoa unter fließendem Wasser abwaschen und in das kochende Wasser geben. Bei niedriger Hitze für ca. 15-20 Minuten köcheln lassen, bis die Quinoasamen das Wasser komplett aufgesogen haben; hin und wieder umrühren. Dann vom Herd nehmen und den Quinoa mit einer Gabel auflockern.

Währenddessen, die Karotten und den Fenchel waschen. Die Karotten schälen und in Stifte schneiden (ca. 3 cm lang). Die Fenchelknolle der Breite nach halbieren, den Stunk und das Grün entfernen. Das Grün aufheben. Den Fenchel in Scheiben schneiden. Den Knoblauch fein würfeln.

In einer Pfanne ausreichend Olivenöl erhitzen. Den Knoblauch in die Pfanne geben und einige Sekunden anschwitzen (er sollte nicht braun werden). Dann direkt die Karottenstifte und Fenchelscheiben hinzugeben und für 3-4 Minuten dünsten. 1 TL Fenchelsaat, 1/2 TL Zucker und etwas Salz hinzugeben, vermengen und für 3-4 weitere Minuten dünsten. Karotten und Fenchel sollten noch bissfest sein.

Nebenbei etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Kürbiskerne darin rösten, bis sie leise knacken. Außerdem die Datteln fein würfeln und das Fenchelgrün grob zerkleinern.

Dann den Quinoa, die Kürbiskerne, die Datteln und das Fenchelgrün zum Gemüse geben und alles vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Salat mit einem Kleks Hüttenkäse genießen! Tipp: Wem der Hüttenkäse zu fade schmeckt, kann ein wenig Salz hinzugeben und mit dem Käse vermengen.

Weitere einfache Rezepte für die Mittagspause sowie mehr Details zum Thema Essen in der Mittagspause, wie die Psyche bei der Essenswahl mit entscheidet oder wo versteckte Kalorien schlummern, sind in dem Artikel "Besser essen im Alltag - Wie man auch bei Stress gesund genießt" in der aktuellen Ausgabe (August/September 2012) der ZEITWissen zu finden.

Donnerstag, 3. Mai 2012

Wie schmeckt Spargel?

Vor kurzem habe ich den Film "Stadt der Engel" gesehen. In einer Szene fragt Nicolas Cage, der den Engel Seth spielt, die menschliche Maggie Rice, an die er sein Herz verliert und die von Meg Ryan gespielt wird, wie die Birne schmeckt, die sie in seinem Beisein verzehrt. Sie antwortet: "Sie schmeckt wie - eine Birne. Sie wissen nicht wie eine Birne schmeckt?" Er korrigiert sich: "Wie sie für Sie schmeckt, das weiß ich nicht." Und sie antwortet: "Saftig, und süß. Sie ist auf der Zunge weich und körnig, wie zuckriger Sand zergeht sie im Mund. Wie hört sich das an?" - "Wundervoll!"


Diese Szene hat mich berührt. Nicht nur weil hier eine gewisse Spannung zwischen Seth und Maggie entsteht, sondern auch weil diese Frage so essentiell ist und dennoch stellt man sie sich sehr selten, wenn überhaupt. Wie oft genießt man eine Mahlzeit so bewusst als dass man sagen könnte, wie eine bestimmte Zutat oder die Gesamtkomposition für einen persönlich schmeckt?


Obgleich ich ein sehr großer Genießer bin, schenke ich dem Essen in den seltensten Fällen diese für mich vollendete Form der Aufmerksamkeit. Ich weiß, wann mir etwas besonders gut schmeckt - dann schließe ich die Augen und lasse es genussvoll auf der Zunge zergehen. Aber wie die Zucchini, der Apfel, der Spargel oder eben die Birne für mich schmeckt, welche Erinnerungen und Gefühle sie vielleicht hervorruft, das habe ich bisher nicht bewusst wahrgenommen. Aber umso bewusster tue ich dies jetzt!


Wer mich heute fragt, wie mir Spargel schmeckt, dem werde ich nicht antworten: "Er schmeckt wie - Spargel." Sondern: "Wässrig mit einem Hauch von Süße. Erfrischend! So wie eine leichte Brise an einem schwülen Sommertag."


Nach was schmeckt Spargel für Dich? Welche persönlichen Erinnerungen und Gefühle ruft der Geschmack in Dir hervor? Vielleicht kannst Du es anhand dieses Rezeptes herausfinden: Spargel mit Butter an karamellisierten Kirschtomaten, gerösteten Pinienkernen und Parmesan.


Shopping-Liste (für 2 Personen): 800-1000g Spargel und für das Spargelwasser (ca. 2 Liter) 1 EL Rohrohrzucker, 1 TL Zitronensaft, 1 TL Butter und 1-2 EL Salz, 8 Kirschtomaten und zum Karamellisieren 1 TL Butter und 1/4 - 1/2 TL Rohrohrzucker, 2 TL Pinienkerne, 2-3 EL Butter und 3-4 TL frisch geriebener Parmesan


To Do's: Den Spargel gründlich schälen und die Enden abschneiden. Das Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen und Zucker, Salz, Zitronensaft und Butter hinzugeben. Die Spargelstangen ebenfalls hinzugeben und 5 Minuten auf höchster Stufe kochen. Dann die Herdplatte komplett abschalten, den Topf aber auf der Herdplatte stehen lassen, sodass der Spargel darauf für ca. 10-15 weitere Minuten ziehen kann. Hier am besten nach ca. 10 Minuten mit einem Messer in die dickste Stange stechen, um die Konsistenz zu prüfen (wie bei Kartoffeln).


In der Zwischenzeit die Kirschtomaten halbieren. 1 TL Butter in einem kleinen Topf schmelzen lassen, den Rohrohrzucker hinzugeben und diesen anschmelzen lassen. Bevor er zu karamellisieren beginnt, die halben Kirschtomaten mit der flachen Seite darin ca. 3-4 Minuten andünsten. 2-3 EL Butter komplett schmelzen und die karamellisierten Kirschtomaten hinzugeben. Außerdem die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten.


Die Spargelstangen auf zwei Tellern verteilen. Die Tomaten-Butter Soße darüber geben und Pinienkerne und Parmesan darüber streuen. Wer möchte kann noch etwas frische Petersilie darüber geben. Als Beilage dazu esse ich am liebsten neue Kartoffeln.


Die Originalszene aus "Stadt der Engel" findest Du hier: http://www.youtube.com/watch?v=MHckzPJuPKw

Montag, 16. April 2012

Risotto - Zitrone - Prosecco - Grüner Spargel

In manchen Restaurants dieser Welt werden Gerichte in einer sehr puristischen Art und Weise beschrieben. Der Fokus wird auf das Wesentliche - die verwendeten Zutaten - gelegt und die mögliche Zubereitungsart wird der Phantasie des Gastes überlassen. Was könnte bei "Schwarzer und weißer Sesam", "Saurer Blattkohl im Frühjahr, Ziegenquark und Spitzpaprika" oder "Schokolade, Karamellbonbon und Sojamilch" herauskommen?

Das Menü des Berliner Sternerestaurants reinstoff, das diese Gerichte suggeriert, ist klar formuliert, schlicht gehalten und nicht überladen. Ich mag Menükarten, die in dieser Art aufgebaut sind! Die Wahl wird rein anhand der Zutaten getroffen und man wird von nichts anderem abgelenkt. Wir werden heutzutage an so vielen stellen mit unnötigen Informationen überfrachtet, dass ich gerade beim Essen gehen klare und überschaubare Menükarten schätzen gelernt habe.

Eine Menükarte wie das reinstoff aufzubauen finde ich sehr raffiniert! Nicht nur wird es dem Gast einfach gemacht sich zu entscheiden. (Neben einer überschaubaren Auswahl weiß ich auch sofort ob ich Ziegenquark oder Schokolade mag, ob diese nun in Form einer Füllung, flüssig oder fest serviert werden.) Sondern es wird zusätzlich einen Spannungseffekt kreiert. Wie genau wird mein Gericht wohl aussehen? Wie wird der weiße und schwarze Sesam zubereitet sein?

Auch ich möchte mich an dieser Stelle auf das Wesentliche konzentrieren und Spannung schaffen auch wenn diese im direkt folgenden Rezept gleich wieder aufgehoben wird: Risotto, Zitrone, Prosecco und grüner Spargel.

Shopping-Liste (2-3 Portionen): 200g Risottoreis, 400g grüner Spargel, 3 Frühlingszwiebeln, 150ml Prosecco, ca. 500ml Gemüsebrühe oder -fond, Schale 1/2 Zitrone, 20g frisch geriebenen Parmesan, 20g Butter, Olivenöl, Puderzucker, Fleur de Sel und Pfeffer

To Do's: Reis waschen. Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und Zwiebelringe darin ca. 1 Minute andünsten. Reis hinzugeben und ebenfalls andünsten, bis dieser leicht glasig ist. Mit dem Prosecco ablöschen und unter ständigem Rühren verkochen lassen.

Heiße Gemüsebrühe kellenweise hinzugeben und unter gelegentlichem Rühren verkochen lassen. Zwischen dem Rühren mit Deckel bedecken. Dies so lange wiederholen, bis das Risotto cremig ist und der Reis noch einen leichten Biss hat (ca. 30 Minuten).

Nebenbei den Spargel waschen, die Enden abschneiden und das untere Drittel schälen. In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und den Spargel darin anbraten, mit Puderzucker leicht bestäuben und diesen kurz karamellisieren lassen. Der Spargel sollte stellenweise eine leichte Bräune erhalten.

Vor dem Servieren Parmesan, Butter und Zitronenschale unter das Risotto rühren und es mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Risotto auf die Teller verteilen und den Spargel darauf drapieren.

Sonntag, 1. April 2012

Mein Lieblingsrezept: Bärlauchknödel an Mandelbutter

Es heißt "Eigenlob stinkt". Aber wieso eigentlich? Wieso sollten wir uns selbst nicht loben? Oder besser: Wieso loben wir uns selbst nicht viel öfter?

Wir selbst sind doch unser größter Kritiker: "Wieso habe ich dies und das nicht schneller, besser und toller hinbekommen?" "Das hätte ich aber wirklich eine Nummer besser machen können." "Hier habe ich aber nicht wirklich meine höchste Leistung gezeigt." "Na, das habe ich ja mal wieder gründlich verbockt!" Solche und ähnliche Gedanken, möchte ich behaupten, kreisen von Zeit zu Zeit in den Köpfen fast aller Menschen. Wenn wir uns schon so wunderschön kritisieren können, wieso können wir uns dann nicht ebenso gebührend loben?

Ich finde nicht das Eigenlob stinkt! Ich finde, dass Eigenlob von Zeit zu Zeit sogar ganz wunderbar duftet! Wie zum Beispiel die Bärlauchknödel, die mit ihrer feinen Knoblauchnote heute meine Küche mit einem wunderbaren frühlingshaften Duft erfüllt haben. Und an dieser Stelle möchte ich mich dafür loben: Ich habe mit diesen Bärlauchknödeln an Mandelbutter eine ganz wundervolle Aromakombination erschaffen, die einfach köstlich schmeckt. Meiner Meinung nach, habe ich damit sogar das beste Rezept auf dieser Seite kreiert! Natürlich liegt das auch daran, dass mein Lieblingsgericht seit Kindheitstagen die Semmelknödel mit Pilzrahm meiner Mutter darstellen. Aber gut, Geschmack liegt bekanntlicherweise im Auge des Betrachters oder - in diesem Fall - auf der Zunge des Genießers. Ob Ihr das auch so seht, könnt Ihr anhand der folgenden Zutaten und Zubereitungsschritte herausfinden:

Shopping-Liste: 200g Baguette oder Semmeln vom Vortag, die bereits hart geworden sind, 50g frischer Bärlauch, 120 ml Sojamilch (oder normale Milch), 2 Eier, 1 Zwiebel, 2 EL Butter, 1MS Muskat, Salz, Pfeffer, ggf. Semmelbrösel, 4 EL Mandelstifte, 6-8 EL Butter

To Do's: Baguette in kleine Würfel schneiden oder alternativ mit der Brotmaschine in dünne Scheiben schneiden und in eine Schüssel geben. Zwiebel fein würfeln, 2 EL Butter in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Die Zwiebelwürfel mit der Milch ablöschen, kurz verrühren und über die Baguettewürfel geben. Gut vermengen und ca. 15 Minuten ruhen lassen.

In der Zwischenzeit den Bärlauch waschen, abtropfen lassen und trocken tupfen. Die harten Stiele entfernen und grob hacken. Die Eier mit Muskat, Salz und Pfeffer verquirlen und gemeinsam mit dem Bärlauch zu der Baguettemasse geben. Dann zu einem Teig verkneten und weitere 15 Minuten ruhen lassen.

Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen und reichlich salzen. Die Hände befeuchten und aus dem Teig 6-8 Knödel formen. (Ggf. ist der Teig zu feucht. Das kann man herausfinden, indem man zunächst einen kleinen Probeknödel in das Wasser gibt. Zerfällt dieser helfen Semmelbrösel. Diese esslöffelweise hinzugeben, bis der Teig fester ist.) Die Knödel in das Wasser geben und bei geringer Hitze ca. 20 Minuten ziehen lassen.

In der Zwischenzeit 2 EL Butter in einem Töpfchen zum Schmelzen bringen. Mandelstifte hinzugeben und rösten, bis diese goldbraun sind. Die restliche Butter hinzugeben und zum Schmelzen bringen.

Die Knödel vorsichtig aus dem Wasser nehmen und abtropfen lassen. Je 2 Knödel auf einen Teller geben und die Mandelbutter gleichmäßig auf die Knödel verteilen.

Tipp: Ich habe es nicht ausprobiert, kann mir aber gut vorstellen, dass das Rezept genauso gut mit glutenfreien Semmeln funktioniert.

Und nicht vergessen: Eigenlob kann duften!

Montag, 27. Februar 2012

Urlecker: Urkarotte

Wenn man sich die Urkarotte so ansieht, ist das erste Wort, das einem einfällt sicherlich nicht "lecker". Ihre dunkle Farbe und ihr dreckig erscheinendes Auftreten, lassen einen wahrscheinlich zur altbekannten Möhre, deren sattes Orange einfach überzeugender ist, greifen. Die Bezeichnung "altbekannt" trifft jedoch viel eher auf die Urkarotte zu: Es war das 17. Jahrhundert, als die Holländer die schwarze mit der gelben Karotte kreuzten und daraus die uns vertraute orangene Karotte entstand.

Wie allerdings bei so vielen Dingen in ihrer reinen Ursprungsform, hat auch die Urkarotte mehr zu bieten als ihre Nachfolgerin, die durch die Kreuzung an Eigenschaften und Inhaltsstoffen verlor. Die Urkarotte weist einen höheren Gehalt an Vitaminen, Antioxidantien und Karotin auf, ihr Geschmack ist intensiver und sie ist robuster! Wer sich dennoch von ihrem äußerlichen Erscheinen abschrecken lässt, dem soll gesagt sein, dass diese ursprüngliche Karotte ein herrliches Farbenspiel aus Violett und Orange offenbart, sobald sie geschält ist!

Einsetzen kann man die Urmöhre genau so wie die bekanntere Schwester auch! Ich habe mich an dieser Stelle entschieden, dies in Form einer Urkarotten-Kokos-Suppe zu tun. Urlecker!

Shopping-Liste: 300g Urkarotten, 2 Schalotten, 10g frischer Ingwer, 300 ml Kokosmilch, 350-400 ml Gemüsefond (alternativ Gemüsebrühe), 2 EL Rapsöl, 1 EL Currypulver, Salz und Pfeffer, Optional: Gemüsechips oder Kokosraspeln

To Do's: Die Urkarotten schälen und grob zerkleinern, die Schalotten und den Ingwer fein würfeln. Das Öl in einem Topf erhitzen und die Schalotten kurz glasig andünsten. Den Ingwer und die Urkarottenscheiben hinzugeben und für ca. 2 Minuten ebenfalls andünsten. Das Currypulver zufügen und  kurz anrösten. Mit 350 ml Gemüsebrühe ablöschen, aufkochen und dann bei geschlossenem Deckel ca. 15 Minuten bei niedriger Hitze garen (bis die Karotten weich sind).

Die Suppe mit einem Pürierstab fein pürieren. Das Kokosmilch hinzufügen und abhängig von der Konsistenz ggf. noch etwas mehr Gemüsebrühe hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und vor dem Servieren noch einmal aufkochen und mit dem Pürierstab aufschäumen. Mit Gemüsechips oder Kokosraspeln servieren.

Donnerstag, 17. November 2011

Kürbissüchtig

Es ist soweit! Mit dem mittlerweile 6ten Kürbisrezept auf dieser Seite, komme ich an dieser Stelle nun nicht mehr darum herum, eine meiner großen Schwächen preiszugeben: Ich bin kürbissüchtig!

Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass der Kürbis mit seinen goldgelben und orangen Farbnuancen als Inbegriff für den Herbst steht oder dass man auf den Wochenmärkten sowieso an keinem Gemüsestand vorbeikommt, ohne von der großen Auswahl an Muskat, Hokkaido, Bischofsmütze und Butternuss verführt zu werden. Ein weiterer Grund könnten auch die wertvollen Inhaltsstoffe, mit denen der Kürbis prall gefüllt ist, sein. Oder aber es liegt schlichtweg daran, dass Kürbisse einfach unglaublich wandelbar sind, sodass einem bei den unzähligen Zubereitungsmöglichkeiten einfach nicht langweilig werden kann!

Auch wenn der ein oder andere nun meint, sich in dieser Kürbissaison bereits an dem orangenen Gemüse übergessen zu haben, bin ich überzeugt, dass das Kürbisrezept, das ich an dieser Stelle vorstelle, ihn eines Besseren belehren wird! Denn hier vermischen sich die Aromen von Hokkaido, Kürbiskernen und Kürbiskernöl zu einem geschmacklich vielfältigem Kürbispesto, das wundervoll auf ein knuspriges Ciabatta oder zu Spaghetti, Orecchiette & Co. passt. 

Shopping-Liste (hier für ca. 3 Hauptspeisen mit Pasta): 150g Hokkaidokürbis (das Fleisch), 50g Kürbiskerne, 75ml Olivenöl, 25ml Kürbiskernöl, 3 EL frisch geriebener Parmesan, 1 TL frisch geriebene Zitronenschale, 1 Handvoll frische glatte Petersilie, ca. 50ml Nudelwasser, 300g Orecchiette (Alternative: glutenfreie Penne), Salz und Pfeffer 

To Do`s: Den Backofen auf 200°C vorheizen. Den Kürbis waschen, Kerne entfernen und in Würfel schneiden (wichtig: die Kürbiswürfel sollten die 150g ergeben). Die Würfel auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen und für ca. 25 Minuten backen (der Kürbis sollte danach schön weich sein).

In der Zwischenzeit die Kürbiskerne in einer beschichteten Pfanne ohne fett rösten sowie die Nudeln gemäß Verpackung zubereiten (wichtig: das Nudelwasser ausreichend salzen und mindestens 50ml davon für das Pesto auffangen).

Kürbiswürfel, Kürbiskerne, Kürbiskernöl, Olivenöl, Zitronenschale sowie Petersilie in einem Mixer oder mit einem Zauberstab nicht zu fein pürieren. Den Parmesan mit einem Löffel unterheben. Nudelwasser hinzugeben - je nach Konsistenz ggf. mehr als 50ml -, und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Schluss mit den al dente gekochten Orecchiette vermengen und servieren. 

Dienstag, 25. Oktober 2011

Heiße Süßkartoffelsuppe

Im Herbst und Winter gibt es für mich nichts besseres als eine heiße Suppe! In dieser Zeit würde ih am liebsten jedes Gemüse in eine heiße Brühe verwandeln, denn obwohl ich ein Herbstkind bin, muss ich mich jedes Jahr wieder aufs Neue an das raue Wetter gewöhnen!

Besonders erfreue ich mich an Suppen, die vor Vitaminen und Mineralien nur so überquellen. Wie kann man das erreichen? Nun, die einfachste Variante ist, sich ein Gemüse heraus zu suchen, das an sich schon reich Nährstoffen ist.

Der Kürbis ist schonmal nicht schlecht oder auch Topinambur - wenn wir mal beim Wintergemüse bleiben wollen -, die Süßkartoffel ist vom Nährstoffgehalt jedoch schlichtweg unschlagbar. Von Antioxidantien, über Kalium und Zink bis hin zu Vitamin C, B und E bietet sie Inhaltsstoffe, die gerade bei den kalten Herbsttemperaturen das Immunsystem stärken! Perfekt für dieses Suppenrezept: Süßkartoffelsuppe mit Limettenschmand.

Shopping-Liste (3-4 Portionen): 400g Süßkartoffeln, 1 Zwiebel, 2 Tomaten, 1 kleine Knoblauchzehe, 1 daumengroßes Stück Ingwer (wärmt auch sehr von innen!), 2 EL Rapsöl, 1/2 l Gemüsebrühe, 2 Handvoll frischer Koriander, 100g Schmand oder Creme fraiche (alternativ auch die laktosefreie Version oder Sojajoghurt), Schale und Saft einer Limette, Salz und Pfeffer

To Do's: Süßkartoffeln waschen, schälen und in Würfel schneiden. Die Zwiebel ebenfalls würfeln (nur viel feiner) sowie Knoblauch und Ingwer fein hacken. Die Tomaten häuten (kreuzförmig einschneiden, kurz in kochendes Wasser geben, abschrecken und Haut abziehen), den Strunk großzügig entfernen und grob zerkleinern.

Rapsöl in einem Topf erhitzen. Zwiebeln und Ingwer darin andünsten, bis die Zwiebeln glasig sind. Die Süßkartoffelwürfel hinzugeben und ebenfalls für ein paar Minuten andünsten. Ebenso die Tomaten dazugeben und das Ganze für ein paar weitere Minuten andünsten. Dann mit der Gemüsebrühe ablöschen. Die Suppe kurz aufkochen lassen und die Temperatur danach auf mittlere Hitze reduzieren. Eine Handvoll Koriander unterrühren und für ca. 15 bis 20 Minuten köcheln lassen, bis die Süßkartoffeln weich sind.

In der Zwischenzeit die Schale der Limette abreiben, den Saft auspressen und beides mit dem Schmand vermengen.

Die Suppe fein pürieren. Je nach Konsistenz noch etwas Gemüsebrühe hinzugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit einem Klecks Limettenschmand sowie den restlichen Korianderblättern servieren.

Mittwoch, 24. August 2011

Finde Dein Curry!

40°C im Schatten, die Luft steht, der Asphalt brennt und in der Luft hängt ein nicht definierbarer Duft. Ist eine Kirche in der Nähe? Denn ich vernehme eindeutig Weihrauch. Oder kocht ein umfangreicher Imbissbesitzer eine seiner arabischen Spezialitäten? Denn auch Chili, Kurkuma, Paprika und Ingwer scheinen die Luft zu erfüllen. Könnte es sogar sein, dass eine arabische Mama mitten im Sommer Spekulatius backt, um die hungrigen Mäuler ihrer Kinderscharen zu füllen? Denn auch Zimt, Nelken, Vanille und Sternanis sind nicht zu überriechen. 

Was ich in der sommerlichen Hitze der Dubaier Altstadt entdeckte war allerdings weder Kirche, Koch, noch Spekulatius, sondern der traditionelle Gewürz-Souk! Hier preisen Händler um Händler Safran, Kardamom, schwarzen Pfeffer, weißen Pfeffer, roten Pfeffer, essbaren und nicht essbaren Weihrauch, Lindenblüten, Muskatblüten, Kamillenblüten, Salbei, Lorbeeren, getrocknete Zitronen und sämtliche orientalische Gewürzmischungen an. An einem gelben Pulver aus Kurkuma, Cumin, Koriander, Pfeffer, Bockshornklee, Gewürznelken, Ingwer, Zimt, Fenchelsamen, Senfkörnern und auch Piment, das sich kurz einfach „Curry“ nennt, kommt man dabei kaum vorbei.

Die traditionelle Curry-Mischung, die ihre Wurzeln in Indien hat - wo sie als Masala bekannt ist -, besteht dabei je nach Region und Herkunft mal aus mehr, mal aus weniger Gewürzen. Man sagt sogar, dass jede indische Hausfrau ihr eigenes Masala-Rezept hat! Das war den englischen Kolonialherren im 18. und 19. Jahrhundert allerdings zu viel, sodass sie die so genannte englische Mischung kreieren ließen, die ihrem europäischen Geschmack entsprach. Nichtsdestotrotz, die "eine" Curry-Mischung existiert nicht und so bleibt einem nichts anderes übrig als zu probieren, probieren, probieren bis man sein Lieblingscurry entdeckt hat. Ich muss sagen, dass ich mit der Mischung des Dubaier Gewürz-Souk, die ich zu einem geschmackvollen Süßkartoffel-Curry mit Brokkoli verarbeitet habe, schon sehr zufrieden war! Vielleicht kann Dir dieses Rezept ja auch zur Entdeckung "Deines" Currys verhelfen!

 
Shopping-Liste: 300g Süßkartoffeln, 150g Brokkoli, 1 Schalotte, 1 daumengroßes Stück Ingwer, 1-2 EL Ghee (alternativ Butter oder Öl), 400-500ml Kokosmilch, 3-4 EL Curry-Pulver (hier sollte man einfach nach dem Geschmack gehen), 1/2 TL Kurkuma, 1/2 TL Cumin, 1 EL Fischsauce (alternativ Sojassauce), 1-2 Messerspitzen Chilipulver (auch hier sollte man nach dem Geschmack gehen, wer es gerne schärfer mag, der kann durchaus die Menge erhöhen), 1 EL Sesam, etwas Koriandergrün
To Do´s: Zur Vorbereitung die Süßkartoffeln gründlich schälen und würfeln. Den Brokkoli in seine Röschen zerkleinern.
Die Schalotte fein würfeln und den Ingwer fein hacken. Ghee in einer Pfanne erhitzen (Achtung, Ghee schmilzt sehr schnell!) und Kurkuma sowie Cumin darin auflösen. Schalotte und Ingwer hinzugeben und kurz anschwitzen lassen. Die Süßkartoffeln ebenfalls hinzugeben und für ca. 2 Minuten anschwitzen. Das Gemisch mit ca. 400ml Kokosmilch ablöschen und das Currypulver unterrühren (hier zunächst nicht das gesamte Pulver unterrühren, sondern besser zu einem späteren Zeitpunkt nachwürzen). Dann mit einem Deckel zudecken und bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten köcheln lassen.
Im nächsten Schritt, die Brokkoli-Röschen hinzugeben und für weitere 5 bis 10 Minuten zugedeckt und unter gelegentlichem Verrühren weiter köcheln lassen (der Brokkoli sollte noch bissfest sein). Zum Schluss je nach Bedarf die restliche Kokosmilch hinzugeben, mit der Fischsauce und dem Chilipulver abschmecken und ggf. noch etwas Currypulver hinzugeben. Mit Koriandergrün und Sesam (vorher rösten) garniert servieren. Als Beilage passt hier insbesondere Reis!

Sonntag, 17. Juli 2011

Eieiei - Kleine Eierspeisenkunde


Ob Omelette, Tortilla oder Frittata, die Zutaten sind die gleichen. Und trotzdem liegen zwischen diesen Eierspeisen aus Frankreich, Spanien und Italien einige Unterschiede!

Zunächst nach Frankreich: hier werden für das Omelette die Eier locker verquirlt, in eine heiße, gefettete Pfanne gegeben und dann ohne sie zu wenden zu Ende gegart. Dabei entsteht eine Art Pfannkuchen. Und so wird auch das Omelette meist wie ein Pfannkuchen mit allen möglichen Zutaten gefüllt, um dann gefaltet oder gerollt serviert zu werden.

Die Tortilla Espanola kann als eines der spanischen Nationalgerichte gesehen werden und wird neben Eiern, aus Kartoffeln und Zwiebeln zubereitet. Dabei gleicht sie eher einer Art Kuchen im Vergleich zum hauchzarten Omelette. Aufgrund dieses Unterschieds wird sie entweder im Backofen zum Stocken gebracht oder aber in der Pfanne gewendet.

Auch die Frittata muss in der Pfanne gewendet werden und wird wie die Tortilla als "Kuchenstück" serviert. Hier werden die Zutaten, wie Gemüse, Käse, Fisch, Fleisch oder sogar Pasta gemeinsam mit den Eiern verquirlt und in die Pfanne gegeben. Die Masse lässt man dann bei mittlerer Hitze stocken, bevor sie zum Schluss ein Mal gewendet wird.

Ich habe mich an dieser Stelle für die Frittata entschieden, um sie gemeinsam mit Zucchini, getrockneten Tomaten und würzigem Feta in ein leichtes Sommergericht zu verwandeln, das herrlich zum Aperitivo bei Sonnenuntergang oder als Beilage zu Gegrilltem unter freiem Himmel passt.

Shopping-Liste für die Zucchini-Frittata mit getrockneten Tomaten und Feta: 5 Eier, 1/2 Zucchini (oder 1 kleine Zucchini), 6-8 getrocknete Tomaten (je nach Größe), 80g Feta, 1 handvoll Basilikumblätter, etwas Salz und Pfeffer, 20g Butter

To Do`s: Die Zucchini in feine Scheiben schneiden und diese halbieren. Die Tomaten in kleine Stücke schneiden, den Feta würfeln und die Basilikumblätter klein zupfen.

Die Eier verquirlen und die zerkleinerten Zutaten unterrühren. Salzen und pfeffern.

Die Butter in einer antihaft Pfanne schmelzen. Die Eiermischung zugießen, mit einem Deckel zudecken und bei mittlerer Hitze 10 bis 12 Minuten stocken lassen. Wenn die Masse fest ist, vorsichtig wenden und zugedeckt noch einmal für ca. 5 Minuten anbraten.

Zum Servieren die Frittata wieder auf die andere Seite wenden, da diese optisch schöner aussieht, und entweder als Kuchenstück oder als Würfel zum Aperitivo servieren.

Donnerstag, 9. Juni 2011

Spargelzeit à la Italiana

Während der Spargelzeit, kann man eigentlich gar nicht oft genug Spargel essen! Schließlich muss man für die neun bis zehn spargelfreien Monate mitessen. Aber immer nur Spargel mit Kartoffeln, zerlassener Butter oder Sauce Hollandaise kann auf die Dauer langweilig werden. Daher sollte man sich ab und zu ein ein bisschen was einfallen lassen, damit die Spargelzeit nicht zur eintönigen Zeit wird!

Spargelsalat ist natürlich eine Idee oder zum Beispiel Spargelquiche. Spargelpizza, Spargelravioli, Spargelauflauf, Spargelcremesuppe, Spargel.... Eigentlich kann man alles mit Spargel machen! Da ich nun eine ganz persönliche Schwäche für Risotto habe, gibt es bei mir zur Spargelzeit Spargelrisotto! Mit getrockneten Tomaten und gerösteten Pinienkernen fühlt man sich dabei mit jeder Gabel ein bisschen wie in Italien.

Shopping-Liste (für 2 Personen): 200g Risottoreis, 6 Stangen weißen Spargel, 50g getrocknete Tomaten, 1 Zwiebel, 1 Handvoll Pinienkerne, 1 Handvoll glatte Petersilie, Weißwein, 1/4 l Gemüsebrühe, 1/4 l Spargelwasser, 2 EL Parmesan, Weißwein, Öl, Zucker, Salz und Pfeffer

To Do´s: Zunächst den Spargel schälen und in ca. 3cm große Stücke schneiden. Zusammen mit ein wenig Spargelschale und einer Prise Zucker in einen Topf mit kochendem Wasser geben und für 5 Minuten kochen. Dann den Herd abschalten und ca. 10 Minuten auf der Herdplatte ruhen lassen bis er weich ist. Das Spargelwasser in einen Topf gießen, sodass es für die Zubereitung des Risottos genutzt werden kann. Die Spargelstücke beiseite legen.

Die Zwiebel in Würfel schneiden. 2 EL Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel darin andünsten bis sie glasig sind. Den gewaschenen Reis (einfach in einen Sieb geben und mit kalten Wasser abspülen) zu den Zwiebeln geben und ebenfalls glasig andünsten. Dann mit einem ordentlichen Schuss Weißwein ablöschen, sodass der gesamte Reis mit Wein bedeckt ist. Deckel drauf und den Wein bei mittlerer Hitze einziehen lassen. Dann nach und nach die Gemüsebrühe sowie das Spargelwasser hinzugeben und die Flüssigkeit immer wieder einziehen lassen (mit dem Deckel abdecken). Dieses Prozedere durchführen bis der Reis weich, aber noch bissfest ist (dauert ca. 20 Minuten).

Nebenbei die getrockneten Tomaten klein schneiden, die Petersilie fein hacken sowie den Parmesan reiben. Außerdem die Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne ohne Fett anrösten.

Kurz bevor der Reis die gewünschte Konsistenz erlangt hat (nach ca. 15 Minuten), die Tomaten, den Spargel, die Petersilie sowie den Parmesan untermengen. Vor dem Servieren noch einen guten Schuss Wein dazugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken, umrühren und auf einen Teller mit den Pinienkernen garnieren.

Sonntag, 20. März 2011

Winter ade!

Der letzte Wintertag ist gezählt, denn morgen ist Frühlingsanfang! Auch das Wetter scheint den Winter bereits hinter sich gelassen zu haben und verwöhnt uns mit strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen.

So unscheinbar und nebenbei möchte ich den Winter allerdings nicht gehen lassen. Und somit verabschiede ich die dunkle Jahreszeit mit einem letzten winterlichen Rezept: einer Schwarzwurzel-Petersilien-Cremesuppe.

Shopping-Liste: 300g Schwarzwurzeln, 1 Zwiebel, 1 Zitrone, 250ml Gemüsebrühe, 100ml Soja-Sahne, 100ml Sojamilch, 1/2 Bund glatte Petersielie, 1 handvoll klein gehackte Walnüsse, 1/2 EL Ghee (das ist Butterreinfett, alternativ kann auch Butter zur Hand genommen werden), 1 MS Muskatnuss, Salz und Pfeffer

To Do´s: In einer Schüssel Wasser (ca. 1/2l) mit dem Saft 1/2 Zitrone mischen. Die Schwarzwurzeln gründlich waschen, schälen und klein schneiden. Dann sofort in das Zitronenwasserbad legen, damit sie sich nicht verfärben.

Die Zwiebeln fein hacken. Ghee (oder Butter) in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Die Schwarwurzeln (ohne das Zitronenwasser) hinzugeben und für ein paar Minuten ebenfalls andünsten. Dann mit der Gemüsebrühe ablöschen und für ca. 15 bis 20 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Schwarzwurzeln weich sind.

Den Topf vom Herd nehmen und mit einem Zauberstab pürrieren. Die Sojamilch und -sahne unterrühren und ggf. noch etwa Gemüsebrühe hinzufügen, bis die Suppe die gewünschte Konsistenz erhalten hat. Mit dem Saft der übrig gebliebenen Zitrone sowie Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Schluss die fein gehackte Petersilie unterrühren. Mit Walnüssen servieren.

Übrigens, die Schwarzwurzel (auch als Winterspargel bekannt) hat einen sehr hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen, wirkt entspannend und schlaffördernd, entgiftet die Leber und enthält Inulin, ein Zucker, der für Diabetiker besonders geeignet ist. Sie hat Saison von November bis Mitte April.

Sonntag, 6. März 2011

Fake-Frikadellen

Zu Karneval haben Frikadellen, Buletten, Klöpse, Pflanzerl oder wie sie sonst noch genannt werden Hochkonjunktur, denn sie passen einfach hervoragend als Fingerfood auf eine Kostümparty.

Natürlich wird die klassische Frikadelle aus Fleisch gemacht. Meiner Meinung nach, schmeckt die Tofu-Variante mit getrockneten Tomaten aber mindestens genauso gut! Also, warum die Gäste nicht einfach mal mit der fleischlosen Variante überraschen? Und wer weiß, vielleicht fällt die Fake-Frikadelle noch nicht mal auf...

Shopping-Liste (für ca. 15 Mini-Frikadellen, die sind handlicher und somit für die Party besser geeignet): 20g Reisflocken, 30g Sesamsaat, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 200g Tofu (Natur), 50g getrocknete Tomaten, 75g glutenfreies Paniermehl, 2 Eier, 4 EL Öl, 1 EL Orangensenf (oder alternativ Dijon-Senf), 1 handvoll frische Petersilie (glatt), Salz und Pfeffer

To Do`s: Reisflocken und Sesam in einer Pfanne ohne Fett rösten. Zwiebel und Knoblauch fein hacken und in 1 EL Öl andünsten.

Den Tofu mit einer Gabel zerdrücken, die Tomaten kleinschneiden und beides mit Zwiebel und Knoblauch pürieren. Senf, Paniermehl und Eier unterheben und anschließend mit Sesam, Reisflocken und der klein gehackten Petersilie zu einer glatten Masse kneten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Aus der Frikadellenmasse ca. 15 Mini-Frikadellen formen. Diese in 3 EL Olivenöl von beiden Seiten goldbraun anbraten. Mit Senf servieren (den Orangensenf kann ich hier wirklich empfehlen).

Zu anderen Anlässen passt ein einfacher Salat auch ganz hervorragend zu diesen Fake-Frikadellen!

Inspired by Schrot&Korn