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Montag, 5. November 2012

Das Sauvage - Prähistorische Küche in Neukölln

Es gibt diese Orte, denen eine ganz besondere Energie inne wohnt - man fühlt sich an ihnen unmittelbar wohl und geborgen. Dies können ganze Städte sein, Plätze in der Natur, eine Parkbank, Wohnungen oder Häuser, Hotels oder auch Restaurants. In diesem Fall, handelt es sich natürlich um letzteres.

An einem kalten Abend bin ich vor ein paar Wochen durch die bereits dunklen Straßen von Berlin gestapft - viel zu leicht angezogen, da ich mich noch nicht richtig auf die völlig überraschende Kälte eingetstellt hatte. Ich war auf dem Weg in ein Restaurant und stellte mir schon bildlich vor, wie ich den ganzen Abend über frieren würde, da ich auch unter meiner Jacke nicht wirklich warm angezogen war und ich mir sicher war, dass sich auch das Restaurant noch nicht auf die Kälte eingestellt und entsprechend wenig geheizt haben würde. Meine Sorge sollte sich als völlig umsonst herausstellen.

Als ich das Sauvage in der Pflügerstraße in Berlin Neukölln (ja, Neukölln, dieser verrufene Stadtteil, der sich jedoch seit jüngster Zeit immer mehr zu einem hippen Hotspot in der Berliner Szene entwickelt) betrat, umgab mich augenblicklich eine wohlige Wärme, verfeinert mit einem zarten Duft von Räucherstäbchen. Der nicht allzu große Raum, das warme Licht zahlreicher Kerzen, die schlichten Holztische- und Stühle, die freundliche Kellnerin, die einen mit einem herzlichen Lächeln begrüßt, verleihen dem Restaurant eine ganz besondere Atmosphäre.

Aber das Sauvage hat nicht nur eine ganz besondere Atmosphäre. In der breit gefächerten Gastronomielandschaft Berlins ist das Restaurant nicht einfach eine weitere Lokalität, es ist eine Ausnahme und vielleicht sogar ein Vorreiter: Das Sauvage kocht als erstes Restaurant Berlins paläolithische Küche. Paläolithische Küche? Paläolithisch bedeutet so viel wie die Altsteinzeit betreffend und somit die älteste Epoche der Menschheitsgeschichte. Nun kommen einem bei der Beschreibung natürlich die wildesten Gedanken: Essen mit den Händen und vielleicht sogar ohne Teller, Tierfelle, rauer Steinboden und in meiner Vorstellung gab es sogar eine Feuerstelle in der Mitte des Raumes, um die man herum sitzen würde.

Nun habe ich mit meiner anfänglichen Beschreibung bereits vorweggenommen, dass es im Sauvage Tische und Stühle gibt. Aber auch ansonsten wird hier wie in einem normalen Restaurant gegessen. Denn paläolithische Küche bedeutet nicht, dass man isst wie damals in der Steinzeit, sondern, dass man isst was es zu dieser Zeit gab: "Die paläolithische Küche hat die Ernährungsgewohnheiten unserer prähistorischen Vorfahren als Ausgangspunkt, ohne jedoch genau nachahmen zu wollen, wie der prähistorische Mensch aß. Der moderne Paleo-Koch kombiniert die Evolutionswissenschaft mit dem Wissen aus gegenwärtiger Kochkunst und den Kochmethoden unserer Vorfahren", wird auf der Webseite des Restaurants beschrieben. Aber was genau bedeutet das?

Bei der Paleo Cuisine, wie die Küche auch genannte wird, werden ausschließlich biologische und unverarbeitete Lebensmittel verwendet: Das sind in erster Linie Fisch, Fleisch, Gemüse, Nüsse, Getreide und Samen. Weiter verarbeitete Lebensmittel wie Getreide, Speisestärke, Milchprodukte oder Zucker kommen nicht auf den Tisch. Das Besondere dabei ist, dass die Vermeidung dieser Lebensmittel eine maßgebliche Auswirkungen auf Körper und Gesundheit hat, die Boris und Rodrigo, die Inhaber des Sauvage, selbst erfahren haben. Boris war auf der Suche nach einer gesunden Ernährung, die eine heilsame Wirkung auf den Körper hat, als er zufällig auf die paläolithische Ernährung stoß. Nach nur 3 Wochen mit dieser ursprünglichen Ernährungsform konnte er sich von Asthma befreien, fühlte sich kraftvoller und bemerkte eine reinere Haut. Nach nunmehr 3 Jahren konnte er außerdem eine maßgebliche Stärkung seines Immunsystems beobachten - eine Bronchitis, die ihn zuvor regelmäßig plagte, hat sich komplett aufgelöst. Nun aber zurück zur paläolithischen Küche und deren Gerichte.

Die paläolithischen Gerichte auf der Speisekarte des Sauvage werden regelmäßig geändert und passen sich saisonale Produkten an. Als ich vor ein paar Wochen dort war, stand als Vorspeise unter anderem "The Hunter Gatherer Plate", sozusagen ein Steinzeit-Antipasti, mit verschiedenen Kräuterpestos, Chutneys, getreidefreien Cracker und Brot sowie täglich wechselnden Specials auf der Karte. Als Hauptspeise konnte man zum Beispiel zwischen Filet Mignon (100% Weiderind) vom Grill an gerösteten Schalotten, gedünstetem Wirsing, Wildkräutersalat und essbaren Blüten, geröstetem Fasan mit hausgemachter Knochenbrühe, Rosmarin-Pflaumen und schwarzem Möhrensalat in Zitrus-Lavendel-Öl und Kabeljaufilet, gedünstet in einem Bananenblatt, serviert mit Pakchoi und Kokosnussblumenkohl wählen. Für Vegetarier gab es eine Herbstgemüsepfanne mit Butternusskürbis, Rosenkohl, Wurzelgemüse und garniert mit gerösteten Pinienkernen und Oliventapenade. Zum süßen Schluss durfte man sich entweder ein Waldbeeren-Custard-Törtchen mit frischen Brombeeren oder einer pochierte Birne im rohen Kakaomantel entscheiden. So wie sich die Speisekarte las, so schmeckten auch die Gerichte: außergewöhnlich und geschmacksintensiv. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt lange nicht mehr so gut gewürzte Gerichte und so einfallsreich verarbeitete Lebensmittel zu mir genommen!

Das Sauvage bietet dabei eine weitere Besonderheit: Auf seiner Speisekarte werden sämtliche Ernährungsformen und Lebensmittelallergien bedient. Sowohl Vegetarier und Veganer werden hier fündig, als auch Menschen mit einer Laktose- oder Glutenintoleranz. Da weder Milchprodukte noch Getreide in der Paleo Cuisine verarbeitet werden, können Allergiker getrost zwischen all den wundervollen Gerichten wählen!

Fazit: Das Sauvage ist neben seiner außergewöhnlichen Küche, den geschmackvollen Gerichten, dem liebevoll eingerichteten Räumlichkeiten und den freundlichen Kellnerinnen, nicht zuletzt einer dieser Orte, denen eine ganz bestimmte Energie inne wohnt - man fühlt sich hier unmittelbar wohl und geborgen.

Sauvage - Paleo Restaurant, Pflügerstr. 25, Berlin-Neukölln, www.sauvageberlin.com, Öffnungszeiten: Di - So, 18-24 Uhr

Bildquelle: Sauvage - Paleo Restaurant

Dienstag, 7. August 2012

Great Expecations - Oder: Der Londoner Borough Market übertrifft Erwartungen

Ständig erwarten wir etwas. Wir erwarten, dass im Urlaub die Sonne scheint. Wir erwarten, dass unsere Arbeit gewürdigt und geschätzt wird. Wir erwarten vom Italiener um die Ecke, dass er uns authentisches italienisches Essen zubereitet. Wir erwarten im Sternerestaurant, dass der Service exzellent ist. Wir erwarten auf dem Markt, dass das Obst und Gemüse frisch ist. Wir erwarten im Feinkostladen, dass wir besondere Produkte angeboten bekommen. Wir erwarten dies und das und noch viel mehr!

Allerdings werden unsere Erwartungen nicht immer erfüllt ... Im Urlaub regnet es. Unsere Arbeit wird mal nicht im vollen Umfang gewürdigt. Der Italiener um die Ecke verkocht die Pasta. Im Sternerestaurant verschüttet der Ober den Wein. Der eben auf dem Markt gekaufte Apfel hat eine braune Stelle. Oder der Feinkostladen hat einmal nicht unser Lieblingsolivenöl vorrätig. Dann können wir meistens nicht anders: Wir sind enttäuscht. Aber muss das sein? Ich sage nein!

Was passiert, wenn wir in solchen Situationen einfach die Perspektive wechseln? Wenn es im Urlaub regnet, bleibt es doch dennoch Urlaub. Wird die Arbeit nicht ausreichend gewürdigt, holen wir bei der nächsten Aufgabe vielleicht noch viel mehr aus uns heraus. Die Pasta ist verkocht, macht uns aber dennoch satt. Der Wein im Sternerestaurant landet neben dem Glas, dafür bekommen wir wahrscheinlich einen Digestif umsonst. Wenn das Lieblingsolivenöl nicht vorrätig ist, kommt man in den Genuss ein Neues auszuprobieren. Und plötzlich ist die Enttäuschung gar nicht mehr so groß. So einfach ist das!

Wenn man im nächsten Schritt seine Erwartungen generell ein wenig herunterschraubt, dann werden die Erwartungen sogar meistens noch übertroffen! Bei mir war das erst vor kurzem der Fall, als ich dem Londoner Borough Market einen Besuch abstattete. Ich erwartete einen typischen Markt, frisches Obst und Gemüse, natürlich auch die ein oder andere Spezialität und die verschiedensten britischen Lebensmittel. Was ich bekam war mehr, sehr viel mehr: Französisches Bio-Baguette, frisch gepresste Säfte, Weizengrassshots, außergewöhnliche Salatkombinationen, Fisch und Meeresfrüchte frisch aus dem Meer, Pilze in aller Art, Tomaten in sämtlichen Formen, Raclette, vegetarische Burger, deutsche Bratwurst, portugiesische Pastel de Nata, Turkish Delight, Kräuter mit zugehöriger Züchtausstattung, "Paderborner Bread", London's besten Kaffee und und und.

Wie ein kleines Kind im Spielzeugladen, bin ich mit großen Augen und Staunen durch die zahlreichen Gänge gegangen, versucht vor jedem der unzähligen Stände stehen zu bleiben und alles zu probieren, was in mein Blickfeld kam. Das Schöne an den Londoner Märkten ist: Man darf fast überall probieren und zwar nicht zu wenig! So bin ich an dem einen Kuchen- und Süßwarenstand im "Green Market" (ein Teil des Borough Markets) bestimmt drei Mal "vorbeigeschlendert". 

Bestimmte Stände oder Buden zu empfehlen, fällt mir bei der bunten Auswahl nicht leicht! Dennoch, ein paar Marktanbieter sind mir besonders aufgefallen: Die Total Organic Hot Bar bietet allerlei bunte Salate in einfallsreichen Kombinationen. Die Total Organic Juice Bar direkt daneben, bietet das Pendant im Saftbereich (u.a. auch Weizengrassshots!). Unweit dieser Stände erhält man bei Turnips eine riesengroße Auswahl an frischen Obst und Gemüse: Morcheln, frische Mandeln, ein Meer an roten, gelben und grünen Tomaten, Bärlauch, Wassermelonen, indische Mangos ... Auch bei Chegworth Valley gibt es frisches Obst aus eigenem Anbau. Der Stand ist jedoch noch mehr für seine selbst gemachten Säfte bekannt. Mini Magoos verkauft verschiedene selbst gemachte Müslimischungen aus 100% Bio-Produkten (teilweise sogar glutenfrei!). Veggie Burgers aus Halloumi oder Quinoa (vegan) mit nährreichen Salaten und auf Wunsch auch mit Hummus gibt es bei Veggie Table (yummy!!). Sugargrain - the 'Free From' Bakery bietet verschiedenste glutenfreie Kuchen, was man weder der verlockenden Auslage ansieht noch beim Verzehr bemerkt (das Angebot beinhaltet außerdem laktosefreie, zuckerfeie und eifreie Kuchen).

Die Liste ist noch um einiges länger, aber eigentlich entdeckt man den Borough Marekt am besten selbst, denn jeder bringt andere Vorlieben und Erwartungen mit! Aber dennnoch ein letzter Tipp: Bevor man das bunte Getummel hinter sich lässt, sollte man noch auf einen Espresso oder Flat White zu Monmouth - wo die vielbeschäftigten Geschäftsleute auch mal 10-15 Minuten Wartezeit in Kauf nehmen, um den vielleicht besten Kaffee London's zu trinken. 

Wessen Erwartungen auf dem Borough Market trotz der Vielfalt, der großen Auswahl und dem internationalen Angebot unerfüllt bleiben, dem kann ich nur raten, an seiner Erwartungshaltung zu arbeiten ... :)

Borough Market, 8 Southwark Street, London, SE1 1TL (Nähe London Bridge), Öffnungszeiten: Montag - Mittwoch 10-15 Uhr nur für Lunch, Kompletter Markt: Donnerstag, 11-17 Uhr, Freitag 12-18 Uhr, Samstag 8-17 Uhr, http://www.boroughmarket.org.uk/

Donnerstag, 22. März 2012

Mit Aufmerksamkeit gegen Lebensmittellügen - Oder: Wochenmarkt am Kollwitzplatz

Anfang der Woche habe ich im NDR eine Dokumentation mit dem Titel "Die größten Lebensmittellügen" mit Traurigkeit verfolgt: Puten, deren Brüste so groß gezüchtet werden, dass die armen Tiere vorne über fallen (dies betrifft auch Bio-Putenbrüste!!), Schinken, der aus zusammengeklebten Fleischstücken besteht, Büsumer Krabbensuppe, die mit Regionalität wirbt aber in Dänemark hergestellt wird und Bäckereien, die ihr Brot nicht mehr selbst backen sondern mit Fertigmischungen arbeiten. Das sind nur ein paar der schockierende Beispiele, die die Sendung aufdeckte.

Man beginnt sich zu fragen, was kann ich eigentlich noch essen? An welchen Stellen wird mir von der Lebensmittelindustrie nichts vorgegaukelt? Wo kann ich einkaufen, wenn sogar Bio-Qualität nicht mehr 100%ig verlässlich ist? Es scheint wirklich deprimierend und aussichtslos.

Dennoch, ich sehe unsere Ernährung nicht als verloren an! Es bedarf allerdings einiger Aufmerksamkeit, einem wachsamen Auge und zeitlicher Investition! Was unter anderem getan werden kann:

  • Keine Fertiggerichte! Anstatt dessen lieber selbst kochen. Wenn man dazu noch Freunde einlädt macht es gleich doppelt so viel Spaß!
  • Die Inhaltsstoffe und Herkunft eines Produktes genau studieren. Sind Zusatzstoffe enthalten? Wo kommt das Produkt her? Mit was wirbt das Produkt - sind im Kirsch-Crunch-Müsli wirklich in erster Linie Kirschen oder werden einem Cranberries untergejubelt? Ein anderes Beispiel ist Pesto. Dieses wird meist mit dem im Vergleich zu Olivenöl günstigeren Sonnenblumenöl gestreckt!
  • Auf dem Wochenmarkt oder direkt vom Bauern (des Vertrauens) einkaufen. Hier kann man auch einfacher nachfragen, woher genau das Produkt stammt, wie die Herstellung erfolgt oder ob Pestizide, Dünger oder ähnliches verwendet werden.

    Ich selbst liebe es mittlerweile auf dem Wochenmarkt einkaufen zu gehen! Denn ich weiß, dass ich hier in erster Linie regionale Betriebe und Bauernhöfe unterstütze und den Lügen der Lebensmittelindustrie weitestgehend aus dem Weg gehen kann. In Berlin ist der Wochenmarkt am Kollwitzplatz zu einem meiner Lieblingsmärkte geworden. Hier bieten Bauern und Produzenten (hauptsächlich aus der Region Berlin und Brandenburg) jeden Samstag von 10:00 bis 16:00 Uhr ihre Produkte an.

    Olaf Nils Dube verkauft dort Lindblütenhonig, Rapsblütenhonig oder Waldhonig, die aus seiner eigenen Imkerei in Blankenfelde stammen. Der Brotgarten bietet unter anderem Nussbrot, Berliner Landbrot, Gewürzbrot und Ingwer-Kürbis-Brot. Das darin verwendete Getreide wird täglich frisch in Charlottenburg auf der hauseigenen Steinmühle gemahlen. Bei Beumer & Lutum wird Dinkelbrot, Bauernlaib, Möhre-Walnuss-Brot und Schweizerbrötchen wiederum täglich frisch in Kreuzberg hergestellt. Auch die am Stand der Ölmühle in Kreuzberg angepriesenen Öle, wie Leinöl, Schwarzkümmelöl und sämtliche Nussöle werden in Kreuzberg hergestellt. Obst und Gemüse mit Demeter-Standard aus Brandenburg kann man am Stand des Melchhofs erwerben. Und auch der Gärtnerhof Nauen bietet Obst und Gemüse aus der Region an.* 

    Ich kann zum Schluss nur noch einmal betonen: Kauft mit Aufmerksamkeit ein, nehmt Euch die Zeit gute Produkte zu finden, prüft deren Inhalt und Herkunft und bereitet sie am Ende selbst zu einer genussvollen Mahlzeit zu anstatt auf Fertigprodukte zurückzugreifen!

    * Die hier genannten Hersteller sind alle bio-zertifiziert.

    Sonntag, 27. November 2011

    Bio 24/7 - Biosupermärkte in Berlin

    Nun lebe ich seit einem knappen halben Jahr in Berlin und habe noch keinen einzigen Eintrag über Bio-Läden unserer Hauptstadt geschrieben... Dabei gibt es hier mehr als genug Stoff, um nicht nur einen, sondern gleich mehrere Artikel darüber zu verfassen! Ja, man kann diesem Thema sogar einen ganzen Blog widmen, wie es beispielsweise Berlin is(s)t Bio getan hat. Denn man kommt hier an kaum einer Ecke vorbei ohne über das Wort "Bio" zu stolpern - ob es sich dabei nun um einen Bio-Markt, ein Bio-Restaurant oder einen Laden mit biologischer Kleidung handelt.

    Als ich im Juni hierher zog, erkannte ich sofort, dass ich mich im Bio-Mekka befinde! Ein kleiner Bio-Laden, nur 50 Meter von meiner Haustür entfernt, steht mir 6 Tage die Woche bis 22h zur Verfügung, um kleinere Besorgungen zu tätigen. Größere Einkäufe erledige ich ebenfalls in Laufnähe beim viv-BioFrischeMarkt oder LPG-Biomarkt, bei dem man sogar Mitglied werden kann und so für einen monatlichen Beitrag, Lebensmittel vergünstigt einkaufen kann.

    Die Krönung allerdings war für mich die Entdeckung der Fresh'n'Frinds-Filiale in die Kastanienallee! Der kleine Supermarkt bietet zwar nicht ausschließlich biologische Produkte an, ermöglicht aber an jedem Wochentag und zu jeder Stunde - kurz 24/7 - die ein oder andere Erledigung zu machen und achtet hierbei insbesondere auf Regionalität der angebotenen Ware.

    Wenn ich mal nicht in meinem "Kiez" - wie hier Stadtteile auch liebevoll genannt werden - unterwegs bin, habe ich außerdem Gefallen an den Läden der Ketten Bio Company (zum Beispiel am Hackeschen Markt) und Alnatura Super Natur Märkte (beispielsweise in der Bergmannstraße (Kreuzberg)) gefunden. Und nun viel Spaß beim Bio-Shoppen in der Hauptstadt!

    Hier noch einmal die Übersicht über Bio-Supermärkte in Berlin:

    - Alnatura Super Natur Markt mit sieben Filialen in der Hauptstadt, www.alnatura.de
    - Bio Company mit über 20 Filalien in der ganzen Stadt, www.biocompany.de
    - Fresh'n'Friends in Mitte (Kastanienallee oder Friedrichstraße), www.freshnfriends.com
    - LPG-Biomärkte mit sechs Filalen in Berlin, www.lpg-biomarkt.de
    - Viv-BioFrischeMarkt mit acht Filalen in Berlin, www.viv-biofrischemarkt.de

    Samstag, 23. Juli 2011

    Organic New York City I: Bio auf Rädern

    Zwischen Wolkenkratzern und Bürokomplexen, zwischen 5er und 6er Avenue und direkt neben dem MoMa steht ein grüner Wagen. Hieraus werden Suppen, Fajitas, Salate aber auch frisch gepresster Orangensaft serviert.

    Street Food, das ist in New York Gang und Gebe! Dabei handelt es sich längst nicht mehr nur um die Ursprungsform des klassischen Hotdog-Standes. Vielmehr sieht man an sämtlichen Häuserecken und neben unzähligen U-Bahn-Stationen so genannte Food Carts oder Trucks, die die vorbeilaufenden Fußgänger mit allerlei Köstlichkeiten verführen. Von Eiscreme über Cup Cakes, Sushi und chinesische Dumplings, erhält man sogar echte Berliner Currywurst auf Rädern.

    Schon mit Street Food allein ist New York wieder einmal ein Vorreiter, was die neuesten Food-Trends angeht. Doch damit nicht genug! Denn der grüne Food Cart neben dem MoMa ist nicht ohne Grund grün. Linseneintopf, Hummus, Frühstücks-Omelette, Salat & Co. sind allesamt aus zertifizierter 100%-Bio-Qualität! Dass die Gerichte anhand von Sonnenenergie warm gehalten und die Verpackungen biologisch abbaubar sind, ist dabei natürlich eine Selbstverständlichkeit.

    Also, nach dem MoMa-Besuch ab zum Organic Food Cart und einen Bio-Gemüse-Fajita auf Quinoa bestellen. Wer die dann nicht im Stillen genießen möchte, kann den netten Verkäufer nach seiner Vergangenheit als Jazzclubbesitzer in Berlin befragen!

    Organic Carts NYC, 11 West 53 Street (in front of MoMa Museum), New York, Montag bis Freitag 07:00 bis 16:00 Uhr, www.organiccarts.com

    Donnerstag, 26. August 2010

    La vie (bio) en rose

    Es gibt hunderte von Antworten auf die Frage, was Paris so anziehend macht, was einen so süchtig danach macht! Einen kleinen Auszug daraus kann ich hier einfach nicht vorenthalten: Die Sehenswürdigkeiten inklusive des Tour Eiffel, Sacré-Coeur, Notre Dame, Louvre, St-Sulpice, Grand Palais, Arc de Triomphe, Jardin du Luxembourg… Die Stadtarchitektur inklusive ihrer breiten Boulevards, der unzähligen Monumente und der Art Déco-Bauten… Die eleganten, stilvollen, schönen Menschen… Die Arrondissements inklusive le Marais, St-Germain-des-Prés, Montmartre, Montparnasse, die ständige Abwechslung bieten… Die prachtvollen Einkaufsstraßen, wie die Rue du Faubourg Saint-Honoré, mit Ihren Haute-Couture-Ateliers und Schaufenstern, bei deren Anblick man gleich mehrere Kredite aufnehmen möchte… Die Atmosphäre, das Savoir-Vivre, die Sprache, die Cafés, die Restaurants und nicht zuletzt das Essen…

    Mit Essen, ja damit können die Franzosen umgehen! Da können Sie eine Crème Brûlée zaubern, einen Coq au Vin, Mousse au Chocolat, Tartare, Quiche, Chateaubriand mit Sauce Béarnaise, Tarte Tatin, Bouillabaisse, Fondant au Chocolat und unzählige weitere Leckereien. Aber nicht nur diese Leckereien zeigen, dass sie mit Essen umgehen können, sondern auch der Trend zu immer mehr biologischen Wochenmärkten! In Paris lädt zum Beispiel der Marché Bio du Boulevard Raspail, der wirkich 100% bio ist, jeden Sonntag von 9:00 bis 13:00 Uhr zum Einkaufen und Probieren, zum Schlendern und Staunen ein. Ja, auch zum Staunen, denn hier habe ich die schönsten und vollkommensten Rosen bestaunt, die ich je gesehen habe (siehe Bild).

    Also, mein besonderer Tipp für Paris (neben den oben bereits aufgezählten): Edith Piaf auf dem iPod einstellen und am Sonntagmorgen das typisch französische (Bio-)Markttreiben genießen, die Produkte bestaunen, das ein oder andere Mitbringsel, wie z.B. Mandel- oder Verveineseife, Ingwer-Bananen-Konfiture oder Lavendelhonig, mitnehmen und zuguterletzt eine Portion Taboulé oder eine Blätterteigtasche kaufen, sich in den kleinen Park vor dem Kaufhaus Le Bon Marché setzen (der ist direkt um die Ecke) und den Mittagssnack in der Sonne genießen. Das ist mein vie (bio) en rose!

    Marché Bio du Boulevard Raspail, 6. Arrondissement, Métro-Station Rennes oder Sèvre-Babylone, Sonntags 09:00-13:00Uhr (http://www.marches-bio.org/marches.html)