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Montag, 9. Dezember 2013

Platt, Platz, Plätzchen

"Wieso heißen Plätzchen in Deutschland eigentlich Plätzchen?" Diese Frage wurde mir vor kurzem von einem österreichischen Kollegen gestellt. "Wie meinst Du das?", fragt ich zurück. "Also bei uns heißen sie Kekse." Nun war ich diejenige, der Fragezeichen durch den Kopf schwebten: Die Österreicher - die Könige der Süßspeisen - nennen Ihr Weihnachtsgebäck nicht Plätzchen, sondern gänzlich unglamourös "Kekse"? Nun, die Frage sprach ich so lieber nicht aus - sie sind ja doch recht eitel, unsere Nachbarn - und besann mich lieber zurück auf die Ursprungsfrage, warum Plätzchen Plätzchen heißen. Ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung.

Aber wie auf alles, weiß das Internet auch hier die Antwort: Der Namensgeber ist eine weitere Süßspeise, nämlich ein platt geformter Kuchen namens "Platz". Und da die traditionellen Weihnachtskekse bekanntliche süß und klein sind, wurde aus dem platten Platz ein Plätzchen. Hättet Ihr's gewusst?

An Plätzchen gibt es bei mir in diesem Jahr neben Lebkuchen, Kokomakronen und Vanillekipferln, neu ausprobierte Herrnhuter Herzen, Orangen-Florentiner und weihnachtliches Shortbread. Hier bekommt Ihr zunächst das Rezept für Orangen-Florentiner.

Einkaufsliste für Orangen-Florentiner (glutenfrei) (ca. 20-24 Stück): 200g Mandelblättchen, 75g Orangeat, 90 g Birkenzucker (Alternativ: Rohrohrzucker), 40 g Honig, 60 g Butter, 70 ml Schlagsahne, 1/2 TL Zimt, abgeriebene Schale einer Orange, 100g Schokoladenkuvertüre, Backpapier

Was ist zu tun? Zucker, Honig, Butter, Sahne und Zimt in einem Topf aufkochen. Hitze reduzieren und 10 Minuten köcheln lassen. Die Masse dabei hin und wieder verrühren. Orangeat und Mandelblättchen dazu geben und für ca. 8-10 Minuten unter Rühren weiter köcheln lassen. Den Topf vom Herd nehmen und die abgeriebene Orangenschale unterrühren.

Die Florentiner-Masse auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und glatt streichen (an den Rändern etwas Platz lassen). In den vorgeheitzten Backofen (180°C) geben (2. Schiene von unten) und für ca. 15 Minuten goldbraun backen.

Die Florentinerplatte mit dem Backpapier vom Blech nehmen und etwas abkühlen lassen. Mit einem großen Messer, die Platte in kleine Rechtecke schneiden (ca. 20-24 Stück).

Die Schokoladenkuvertüre gemäß Beschreibung in einem Wasserbad schmelzen. Die Unterseite der Florentiner in die Schokolade tunken und zum Trocknen auf ein Gitterblech geben. Entweder direkt vernaschen oder zum Aufbewahren in eine Blechdose geben.

Sonntag, 12. Mai 2013

Für eine beeindruckende Frau

Ihr hast Du Dein Leben zu verdanken, sie hat Dich genährt und versorgt - und tut es teilweise heute noch. Sie tröstet Dich, wenn Du traurig bist, sie pflegt Dich, wenn Du krank bist, sie lacht mit Dir, wenn Du glücklich bist, sie freut sich, wenn Du Dich freust, sie liebt Dich und stellt sich bei all dem oft in den Hintergrund. Diese beeindruckende Frau ist Deine Mutter.

Zu Recht gehört Ihr dieser eine Tag im Jahr - der Muttertag. Und zu Recht dürfen wir ihr an diesem Tag für all die Dinge, die sie für uns getan hat, dankbar sein. Auch wenn, der ein oder andere vielleicht kein so gutes Verhältnis oder sogar gar keinen Kontakt mehr zu seiner Mutter hat. Diese beeindruckende Frau hat Dich auf diese Welt gebracht und hat Dir immer die Liebe und Fürsorge geschenkt, die sie in diesem Moment geben konnte. Ganz egal, wie Du ihr daher heute dankst - ob mit einem Strauß Blumen, mit einem Anruf, mit einem Verwöhntag, einem Kuchen oder einfach nur in Gedanken -, sie wird es zu schätzen wissen!

Liebe Mama, ich habe heute diesen Mandel-Blaubeer-Kuchen für Dich gebacken, auch wenn ich nicht bei Dir sein kann. Danke für alles, was Du für mich getan hast!

Einkaufsliste: 200 g Butter (zimmerwarm), 160 g Muscovado-Zucker, 200 g gemahlene Mandeln, 60g Dinkelmehl (glutenfreie Alternative: Teffmehl), 4 Eier, 1 1/2 TL Backpulver, 1 Zitrone, 125g Blaubeeren, Meersalz, etwas Puderzucker

Was ist zu tun? Zur Vorbereitung, den Backofen auf 160°C (Umluft) vorheizen. Eine Springform mit etwas Butter fetten und ca. 2 EL der gemahlenen Mandeln auf den Boden der Springform verteilen. Außerdem die Zitrone gründlich waschen, die Schale fein abreiben und den Saft auspressen. Die Blaubeeren waschen und abtropfen lassen.

Die Butter, 120 g Zucker und eine Prise Salz ca. 5 Minuten mit einem Handrührer cremig rühren (bis der Zucker sich vollständig aufgelöst hat). Die Eier trennen und das Eigelb der Butter-Zucker-Masse hinzufügen. Das Eiweiß in ein separates Gefäß geben.

Die restlichen Mandeln, Mehl, die Zitronenschale und das Backpulver mischen. Zusammen mit dem Zitronensaft nach und nach unter die Butter-Zucker-Masse rühren.

Den Eiweißen eine Prise Salz hinzufügen und mit einem Handrührer halb steif schlagen. Dann die restlichen 40g Zucker unter weiterem Schlagen nach und nach hinzufügen, bis dieser komplett aufgelöst ist. Den Eiweißschnee nach und nach vorsichtig unter den Teig heben.

Den Teig zur Hälfte in die Springform geben. Die Blaubeeren gleichmäßig darauf verteilen und den restlichen Teig darüber geben, sodass man die Blaubeeren nicht mehr sieht. Im Backofen auf der 2. Schiene von unten ca. 35 Minuten backen. Den Kuchen danach für ca. 15 Minuten in der Form abkühlen lassen und danach herausnehmen. Zum Servieren etwas Puderzucker darüber streuen.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Kochen oder Backen?

Es gibt diese gewisse Einteilung von Menschen in eine von zwei Interessengruppen. Zum Beispiel gibt es die Menschen, die Hunde lieber mögen und die, die Katzen lieber mögen. Es gibt solche, die lieber in den Sommerurlaub und solche, die lieber in den Winterurlaub fahren. Dann gibt es jene die lieber Skifahren und jene, die das Snowboarden bevorzugen. Manche trinken lieber Bier und manche lieber Wein. Und es gibt diejenigen Menschen, denen es mehr Freude bereitet zu kochen und diejenigen, die lieber backen.

Über die letzten Jahre habe ich viel gekocht und gebacken. Insbesondere natürlich für diesen Blog, aber auch einfach so. Mir bereitet beides Freude. Und trotzdem: Backen gibt mir eine ganz besondere Erfüllung ...

Backen beinhaltet jedes Mal auch einen gewisse Überraschungseffekt: Wird das Gemisch, das man zu einem Teig rührt oder knetet, zu dem Belag oder Boden mit der richtigen Konsistenz? Ist der Kuchen, das Gebäck, der Keks oder das Plätzchen am Ende so süß, saftig oder sahnig, wie es sein soll? Der rohe Teig vermag diese Sicherheit nicht zu geben und daher hat man auch kaum noch die Möglichkeit etwas zu ändern, wenn der Teig erst einmal in den Backofen gewandert ist. Beim Kochen ist das anders: Hier kann noch eine Prise Salz hinzugegeben werden, dort noch etwas Sahne oder Kräuter, vielleicht etwas Zucker, wenn etwas zu scharf oder salzig ist oder Soßenbinder, wenn die Soße zu flüssig ist. Beim Kochen kann man ein Gericht, wenn man möchte, bis zur Vollkommenheit verfeinern!

Vielleicht ist es genau dieser Überraschungseffekt, der sich hinter meiner Begeisterung für das Backen verbirgt. Vielleicht ist es aber auch der Prozess des Backens an sich, der meine Faszination ausmacht. Schon als Kind habe ich dem Kuchen beim Aufgehen gerne zugesehen und auch heute hat sich daran nichts geändert: Ist der Teig einmal im Ofen, schaue ich mindestens alle fünf Minuten vorbei, um zu sehen was passiert. Für mich ist das Backen der Inbegriff des Erschaffens! In kaum einer anderen Tätigkeit wird so schnell evident, wie man aus der Zusammenführung von Materialien (hier Zutaten) ein ganz neues Material erschaffen kann (den gebackenen, festgewordenen Kuchen). Dann noch bei dem Prozess der Entstehung zusehen zu können - das ist für mich wie Magie!

Diese Magie erreicht in der Weihnachtszeit ihren Höhepunkt, wenn die Küche vom Backen der Kipferl, Spekulatius, Butterplätzchen, Zimtsternen und nicht zuletzt Lebkuchen mit winterlichen Gewürzdüften und weihnachtlichen Aromen erfüllt wird. Bei letzteren saß ich am 2. Adventssonntag einmal mehr kniend vor meinem Backofen und beobachte, wie die runden Lebkuchen langsam fest wurden. Das Abkühlen konnte ich dann kaum noch erwarten, um endlich den Überraschungseffekt auf meiner Zunge zergehen zu lassen: mmmmmhhhmmm …

Wie ist das bei Dir? Kochst Du lieber oder backst lieber? Wenn Du Dir noch nicht sicher bist, findest Du es vielleicht mit diesem Ingwer-Lebkuchen-Rezept (ohne Mehl) heraus!

Einkaufsliste (für ca. 16-20 Stück): 100g Marzipanrohmasse, 100g gemahlene Mandeln, 100g gemahlene Haselnüsse, 90g Xucker (oder Rohrohrzucker), 40g Orangeat, 40g kandierte Ingwerstäbchen, 3 Eiweiß, 2 TL Lebkuchengewürz, 1 TL Zimt, 2 MS gemahlenen Ingwer, 1 Prise Meersalz, 20 Oblaten (70mm) (glutenfreie Oblaten gibt es z.B. hier), 20 St. geschälte Mandeln, ca. 200g Zartbitterkuvertüre (optional), Backpapier, ggf. Spritzbeutel

Was gibt's zu tun: Den Backofen auf 170°C Umluft vorheizen Ingwerstäbchen in kleine Würfel schneiden. Die Marzipanrohmasse grob raspeln. Marzipan, Mandeln, Haselnüsse, Zucker, Orangeat, Ingwerwürfel, Eiweiß, Lebkuchengewürz, Zimt, gemahlenen Ingwer und Salz in eine Schüssel geben und mit Hilfe der Knethaken des Rührgeräts ca. 5 Minuten zu einer gleichmäßigen Masse verrühren. Dabei darauf achten, dass sich keine größeren Marzipanstücke bilden.

Die Oblaten auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen. Die Lebkuchenmasse mithilfe eines Spritzbeutels oder eines Löffels gleichmäßig auf den Oblaten verteilen. Die Finger mit Wasser befeuchten und die Lebkuchenoberfläche glatt streichen. Wenn die Lebkuchen nicht mit Schokolade überzogen werden sollen, an dieser Stelle je eine geschälte Mandel auf der Mitte eines jeden Lebkuchens platzieren.

Das Blech auf die mittlere Schiene schieben und ca. 15 Minuten backen (die Lebkuchen sollten an den Rändern und zur Mitte hin leicht angebräunt sein). Die Lebkuchen danach auf einem Gitterblech komplett abkühlen lassen.

Wenn die Lebkuchen mit Schokolade überzogen werden sollen, die Kuvertüre nach Anleitung schmelzen (ist sie nicht flüssig genug, ggf. ein wenig Pflanzenfett hinzugeben). Die Lebkuchen kopfüber in die flüssige Schokolade tunken, je eine geschälte Mandel auf der Mitte eines jeden Lebkuchens platzieren und auf dem Gitterblech oder Backpapier vollständig fest werden lassen. Dann mit Genuss verzehren oder in einer Blechdose lagern.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Glückseligkeit

Bei der Recherche für mein Kokosmakronenrezept, stieß ich auf einen Beitrag, der besagte, dass sich der Name "Makronen" aus dem griechischen Wort "makarios" ableitet, was Glückseligkeit bedeutet. Eine frisch gebackene, noch lauwarme Kokosmakrone, die auf der Zunge zergeht - ja, das ist tatsächlich Glückseligkeit!

Gerade die Feiertage und die damit verbundene Ruhe und Stille bieten, wie ich finde, eine wundervolle Möglichkeit das Jahr Revue passieren und sich dabei insbesondere der Momente zu erinnern, in denen man Glück, Seligkeit oder vielleicht sogar Glückseligkeit verspürt hat. Bei mir sind es meistens die kleinen, unerwarteten Momente gewesen, die zu diesem Gefühl geführt haben: Die Entdeckung des ersten Krokosses im Frühjahr, der Sommertag am Stand, der durch einen vollkommenen Sonnenuntergang gekrönt wurde, im Herbst durch den Wald voll goldener Blätter laufen, am Adventssonntag vor dem Kamin sitzen, Tee trinken und Kokosmakronen genießen...

Shopping-Liste für Orangen-Kokosmakronen, Zimt-Kokosmakronen und Schoko-Chili-Kokosmakronen (ca. 60 Stück): 400g Kokosraspeln,  350g Rohrohrzucker, 6 Eiweiß, 2 Prisen Salz, Schale von 2 Orangen, 1TL Zimt, 100g Zartbitterkuvertüre, 1/8-1/4 TL Chilipulver (je nach Geschmack), ca. 60 Vollkornoblaten (für die glutenfreie Version, die Oblaten einfach weglassen, dafür jedoch ein Silikonmatte verwenden, damit die Makronen nicht festkleben)

To Do's: Kokosraspeln, Rohrohrzucker, Salz und Eiweiß in einem Topf geben vermengen. Ggf. noch 3-5 EL Wasser hinzugeben, falls die Masse nicht cremig genug ist. Bei geringer Hitze unter ständigem Rühren bis auf ca. 50°C erwärmen (dies einfach mit dem Finger testen - die Masse muss sich heiß anfühlen). Dann vom Herd nehmen und kurz abkühlen lasse. Eine hilfreiche Videoaufnahme bietet hierzu Essen&Trinken: E&T Grundrezept Makronenmasse

Die Masse dritteln (dabei sollten jeweils ca. 20 Walnuss-große Makronen herauskommen). Das erste Drittel so wie es ist, mit Hilfe von zwei Teelöffeln auf die Oblaten verteilen. Zum zweiten Drittel Zimt hinzugeben, gründlich vermengen und ebenfalls auf die Oblaten verteilen. Unter das letzte Drittel die abgeriebene Schale zweier Orangen mengen und die Masse auf die Oblaten verteilen.

Die Makronen in den auf 190°C vorgeheizten Backofen geben und 12-14 Minuten goldbraun backen. Herausnehmen und abkühlen lassen (oder auch schon einmal naschen).

Für die Schoko-Chili-Variante, die Zartbitterkuvertüre vorsichtig schmelzen, Chili je nach gewünschter Schärfe untermengen und die  Unterseite der Makrone hinein tunken. Auf einem Gitterrost abkühlen lassen, bis die Schokolade fest ist. So, und nun darf auch diese Variante gekostet werden! Und, ist hierbei ein wenig Glück zu verspüren? Oder Seligkeit? Oder vielleicht sogar beides?

Montag, 3. Oktober 2011

Cranberry-Brot zu Erntedank

Gestern war Erntedank und ich kann mir gut vorstellen, dass dies den meisten Deutschen gar nicht bewusst war. Meiner Meinung nach ist das noch nicht einmal verwunderlich! Schließlich bekommt der Großteil der deutschen Bevölkerung gar nicht mit wie lange die Kartoffel unter der Erde gereift ist oder der Apfel am Baum hing, bis sie geerntet wurden.

So könnte man sagen, dass das Erntedankfest den Bauern und Gärtnern vorbehalten ist. Sind sie doch diejenigen, die das Reifen und Gedeihen direkt miterleben und jedes Jahr im Herbst die Dankbarkeit für das geerntete Obst und Gemüse, das ihnen die Erde geschenkt hat, verspüren. Aber nur weil wir die Ernte  des Kürbisses und des Mangolds, den wir auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt kaufen, nicht miterleben, heißt das noch lange nicht, dass wir sie nicht trotzdem feiern sollten! Im Gegenteil, ist Erntedank nicht ein wundervoller Anlass mal wieder Freunde einzuladen, gemeinsam saisonale Köstlichkeiten zuzubereiten und diese dann untermalt von einem guten Wein zu feiern? Und auch wenn der erste Sonntag im Oktober - auf den das Erntedankfest jährlich fällt - nun bereits vergangen ist, Freunde einladen, gemeinsam kochen und feiern kann man doch immer!
                
Zur Feier des Erntedank gab es bei mir gestern selbst gebackenes Cranberry-Brot (glutenfrei)! Und das Rezept dazu möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht vorenthalten!

Shopping-Liste: 150g Buchweizenmehl, 125g Reismehl (Vollkorn), 75g Amaranthmehl, 25g gemahlene Hirse (Braunhirse), 1/2 Päckchen Trockenhefe, 1 gehäufter TL Fleur de Sel, 250ml Wasser (lauwarm), 75g frische Cranberries, 50g getrocknete Cranberries, 50g Pekannüsse, 1 Kastenform (20cm) und etwas Pflanzenöl zum Fetten der Form

To Do`s: 100ml Wasser mit der Hefe und 25g Buchweizenmehl verrühren und an einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen (bis sich Blasen bilden). In der Zwischenzeit, die Kartoffeln weich kochen, schälen und durch eine Presse drücken.

Danach alle Zutaten bis auf die Cranberries und Nüsse gründlich vermengen. Den Teig zugedeckt für 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

Cranberries und die grob zerkleinerten Pekannüsse zum Teig geben und gut durchkneten. Die Form mit dem Öl (alternativ auch Butter oder Margarine) einfetten und den Teig darin verteilen. Den Teig mit etwas Wasser glatt streichen und für weitere 30 Minuten zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen.

Den Ofen auf 180°C vorwärmen und auf mittlerer Schiene für ca. 50 bis 55 Minuten backen. Das Brot abkühlen lassen und zum Beispiel mit Honig genießen.

Freitag, 5. August 2011

Glutenfrei backen

Die Beschriftung "glutenfrei" liest man heutzutage auf vielen Lebensmitteletiketten. Teilweise haben Supermärkte glutenfreien Produkten sogar ganze Regale gewidmet! Und auch die Auswahl an Mehlsorten, die kein Gluten enthalten, wird immer breiter. Man kann also sagen, dass der glutenfreien Ernährung immer mehr Aufmerksamkeit zuteil wird und die Lebensmittelindustrie auf die steigende Anzahl der unter Zöliakie oder Glutenintoleranz leidenden Personen reagiert.

Bis vor ein paar Jahren glaubte man noch, dass nur einer von 1.000 Menschen unter Glutenintoleranz leidet. Mittlerweile hat man jedoch herausgefunden, dass der Wert tatsächlich bei 1:200 liegt. Damit scheint jedoch auch nur die Spitze des Eisbergs abgedeckt zu sein, denn nur ein bis zwei von 10 Betroffenen, leiden unter den typischen Symptomen. Die restlichen 8 bis 9 haben untypische Symptome und führen diese meist nicht auf eine Glutenintoleranz zurück.

Da das Thema einer glutenfreier Ernährung meiner Meinung nach auch in Zukunft immer mehr Aufmerksamkeit erlangen wird, habe ich unter meinen Labels in der linken Menüspalte nun neben "glutenfrei" auch noch ein "glutenfrei backen" hinzugefügt.

Während man unter "glutenfrei" alle glutenfreien Rezepte, wie Risotto, Suppen, Salate, Kuchen, Kekse, etc., findet, sind unter "glutenfrei backen" tatsächlich nur jene Rezepte zu finden, die sich mit dem Thema Backen beschäftigen und in denen ich alternative glutenfreie Mehlsorten, wie Mais-, Buchweizen-, Teff-, Reis- oder gar kein Mehl, verwendet habe. Hinzu kommt, dass diese Backrezepte auch meist laktosefrei sind!

Übrigens, glutenfrei/laktosefrei backen heißt nicht, dass es weniger gut schmeckt, wie die vielen positiven Rückmeldungen meiner Rezeptverköstigungen gezeigt haben!

Und noch einmal übrigens, die Auswahl an glutenfreien Produkten ist in Bio-Läden und -Supermärkten besonders groß!

Viel Spaß beim nachbacken!

Weitere Informationen zum Thema Zöliakie/Glutenintoleranz gibt's unter folgendem Link: http://www.dzg-online.de/

Mittwoch, 3. August 2011

Teffmehl - Ein äthiopischer Schatz wird entdeckt

Seit über 5000 Jahren wird in Äthiopien die kleinste Getreidesorte der Welt angebaut! Und doch hat sie bisher in Europa nicht viel Aufmerksamkeit geerntet... Dabei ist die Zwerghirse - wie Teff auch genannt wird - eine wundervolle Ergänzung zu anderen Getreidesorten und bietet gerade Zöliakie-betroffenen und glutenintoleranten Menschen eine geschmackvolle und 100% glutenfreie Alternative. Hinzu kommt, dass Teff sehr viel widerstandsfähiger ist als andere Getreidesorte und sowohl auf trockenem als auch auf nassem Boden wächst und gedeiht!

Was die Äthiopier also schon seit Jahren als eines ihrer Grundnahrungsmittel zu Brot und Brei verarbeiten, findet nun auch in Europa immer mehr Aufmerksamkeit und Interesse. Denn seine weitreichenden Inhaltsstoffe wie Eisen, Kalzium, Kalium, Zink, Magnesium, Fasern und Glukose sind sowohl für Athleten und Diabetiker als auch für Vegetarier und Veganer von Vorteil!

Teff darf bei uns nur als Mehl importiert werden. Das ist jedoch nicht weiter schlimm, denn in genau dieser Form soll es ja auch zu leckerem Gebäck und Kuchen verarbeitet werden - beziehungsweise, um ein bisschen genauer zu werden, zu einem sommerlichen Johannisbeer-Tarte.

Shopping-Liste...
...für den Boden: 100g Teffmehl, 40g Maismehl, 40g Buchweizenmehl, 100g Butter (Zimmertemperatur), 50g Rohrohrzucker, 1 Ei, 1 TL Agar Agar, 1 Prise Salz
...für den Belag: 250g Johannisbeeren, 100g gemahlene Erdmandeln, 100g Butter (Zimmertemperatur), 80g Rohrohrzucker, 1 Ei und 1 Tarte- oder Springform mit 25 cm Durchmesser

To Do´s: Die Zutaten für den Tarteboden gründlich zu einem Teig verkneten und ca. 1 Stunde im Kühlschrank kalt stellen.

Den Backofen auf 160°C vorheizen. Den Teig auf etwas (glutenfreiem) Mehl zu ca. 27 bis 30 cm Durchmesser ausrollen. Die Form gründlich fetten und mit etwas (glutenfreiem) Paniermehl bestreuen (nicht unbedingt nötig bzw. gemahlene Mandeln als Alternative nutzen). Die Form vorsichtig mit dem Teig auskleiden, ungleichmäßig überstehende Teigreste abschneiden und den Teig mehrmals mit einer Gabel einstechen. Am besten den Teig mit Hülsenfrüchten beschweren, um das Blindbacken des Bodens zu verhindern. Für 20 Minuten auf der untersten Stufe des Backofens backen.

In der Zwischenzeit die Johannisbeeren vorsichtig vom Stiel entfernen und mit Wasser abwaschen. Butter und Zucker für mehrere Minuten schaumig schlagen. Das Ei hinzugeben und für weitere 1-2 Minuten schaumig schlagen. Danach die Erdmandeln unterheben.

Den Tarteboden aus dem Ofen nehmen, Hülsenfrüchte entfernen und den Belag darauf streichen. Zum Schluss die einzelnen Johannisbeeren gleichmäßig auf dem Belag verteilen.

Den Tarte für weitere 20 bis 25 Minuten bei 160°C und auf der mittleren Stufe des Backofens backen.

Hier gibt`s Bio-Teffmehl zu kaufen: http://www.teff-brot-shop.de/product_info.php?info=p159_Bio-Teffmehl-hell---glutenfrei---von-Bauckhof.html

Samstag, 16. April 2011

Zu Ostern darf auch mal gesündigt werden

Sie sind klein, sie sind bunt, sie sind rund und sie sind uuuunglaublich köstlich. Sie schmecken nach Zitrone, nach Vanille, nach Pistazie, nach Schokolade, nach Orange und sogar nach Rose. Es gibt sie in grün, in rot, in gelb, in pink, in lila, in braun oder auch türkis: LES MACARONS

Ich möchte behaupten, dass man Paris mit mindestens einer Schachtel Macarons verlässt -ganz egal ob sie nun von Ladurée oder Pierre Hermé ist. Um ein Mitbringsel für Freund oder Freundin muss es sich dabei gar nicht unbedingt handeln. Denn wenn man die Schachtel Macarons zurück zu Hause in den Händen hält, einen Spalt öffnet und das verführerische Duftpotpourri vernimmt, kann man durchaus egoistische Züge entwickeln. Ein schlechtes Gewissen braucht man fast nicht zu haben, denn jedem Anderen würde es genauso ergehen. Falls man sich nach dem Verzehr, der frisch mitgebrachten Macarons nun doch schuldig fühlt, dann können die kleinen Amuse-Bouche auch einfach nachgebacken werden: zum Beispiel mit meinem Zitronen-Kurkuma-Macarons-Rezept.

Ich gebe zu, Macarons gelten nicht unbedingt zur Gruppe der gesunden Lebensmittel, aber gerade nach der langen Durststrecke der Fastenzeit kann man sich so einen Leckerbissen ruhig mal gönnen. Ausserdem passen sie einfach hervorragend zu den bunten Eiern in das Osternest. Einzig auf die Farbenpracht der Pariser Vorbilder müssen die Macarons im Bio-Format verzichten, denn Lebensmittelfarben erreichen die biologischen Standards nicht.

Shopping-Liste (für 20-25 Stück):
Für die Baiser-Stücke: 120g gemahlene Mandeln, 2 Eiweiss, 150g Puderzucker, 1 Prise Salz, 1 TL Kurkuma (erzeugt einen Hauch von Gelb), Einweg Spritzbeutel
Für die Füllung: 100g Butter, 80g Puderzucker, 1 Zitrone

To Do`s: Eiweiss und Salz mit dem Rührgerät anschlagen. Den zuvor durch einen Sieb passierten Puderzucker nach und nach hinzugeben und sehr steif schlagen. Die Mandeln und Kurkuma mit einem Schneebesen oder Löffel unterheben und gut vermengen.

Die Baiser-Mischung in einen Spritzbeutel geben. Backpapier auf ein Backblech geben und gleich grosse Baiser-Tupfen darauf spritzen (ca. 40-50 Stück). Dann für ca. 30 Minuten ruhen lassen.

In der Zwischenzeit den Backofen auf 150°C vorheizen und die Füllung vorbereiten. Dazu die Schale der Zitrone vorsichtig abreiben und den Saft auspressen. Die Butter (auf Zimmertemperatur) mit dem Puderzucker und der Zitronenschale mit einem Rührgerät schaumig schlagen. 4 EL des ausgepressten Zitronensaftes untermengen.

Das Backblech mit den Baiser-Tupfen nun für ca. 12 bis 15 Minuten backen (siehe Bild). Danach abkühlen lassen und dann vorsichtig vom Backpapier nehmen. Mit einem Messer die Füllung vorsichtig auf die Unterseite eines Baiser-Tupfen streichen und einen weiteren Baiser-Tupfen darauf pressen - dabei bitte ebenfalls sehr vorsichtig sein!

Die Macarons vor dem Servieren im Kühlschrank kalt stellen und dann im Osternest zum Osterbrunch servieren. Frohe Ostern!

Samstag, 9. April 2011

Obst sein, oder nicht sein?

"Ist Rhababer ein Obst oder ein Gemüse?", fragte ich den Verkäufer am Marktstand bei mir um die Ecke, als ich gerade die Zutaten für einen Rhababerkuchen einkaufte. Nach kurzem Zögern entschied er, dass Rhababer ein Obst sei. So richtig überzeugend kam seine Antwort allderings nicht und überhaupt, wie definiert sich eigentlich Obst und Gemüse?

"Ein Obst hat immer einen Kern, deswegen ist auch die Avocado ein Obst", bekam ich als Antwort als ich bei einer Afrikareise eine Avocado, genauso wie Orangen und Bananen, als Nachtisch gereicht bekam und mich darüber wunderte. Habe ich die Avocado doch bisher nur als "Gemüse" zu meinem Salat oder auch gerne pur mit Balsamico und Öl genossen....

Als ich diese Erklärung nach meiner Rückkher nach Deutschland genauso wieder gab, wurde erwiedert, was dann eine Erdbeere oder eine Banane sei. Und schon war ich wieder am Anfang der Frage, wie sich nun ein Obst von einem Gemüse differenziert. Etwas Recherche bringt die Aufklärung. Es muss allerdings zunächst unterstrichen werden, dass die Zuordnung zu Obst oder Gemüse tatsächlich nicht immer eindeutig ist!

Per Lebensmitteldefinition, stammt Obst grundsätzlich von mehrjährigen Pflanzen (z.B. einem Baum oder Strauch) und Gemüse von einjährigen Pflanzen ab. Von der botansichen Seite her gesehen, entsteht Obst aus einer befruchteten Blüte, während Gemüse aus anderen Pflanzenteilen besteht. Das würde bedeuten, dass Auberginen, Zucchinis und Kürbisse als Obst einzustufen sind. Allerdings macht sie Ihre Zugehörigkeit zu einjährigen Pflanzen sowie die fehlende Süße nun doch eher zu Fruchtgemüse. Wen das nun komplett verwirrt, dem kann ich versichern, dass zumindest der Rhababer, als Blattstil, eindeutig der Gemüsefamilie zugeordnet werden kann!

Aber da Rhababer nun trotzdem wie ein Obst verwendet wird, findet er auch in meinem sommerlichen (glutenfreien) Rhababerkuchen, auf glutenfreier und laktosefreier Basis, eine süße Verwendung.

Shopping-Liste:
Für den Kuchenboden: 150g Maismehl, 50 g Maisgries, 50g gemahlene Mandeln, 1TL Agar Agar (oder als Alternative zur glutenfreien Version, einfach 250g Mehl und 50g gemahlene Mandeln), 75g Rohrohrzucker, 125g Butter, 1 Ei, 1 Prise Salz, 1 Springform (ca. 25cm Durchmesser)

Für den Kuchenbelag: 500g Rhababer, 3 EL gemahlene Mandeln, 250ml Soja-Sahne, 125g Rohrohrzucker, 3 Eier, 1 Vanilleschote, 1TL frisch geriebener Ingwer

To Do`s: Die trockenen Zutaten für den Kuchenteig vermengen und auf eine Arbeitsfläche geben. Eine Mulde formen und das Ei hineingeben. Die Butter in kleine Flocken schneiden und darauf verteilen. Alles gründlich zu einem glatten Teig verkneten, in eine Frischhaltefolie packen und für ca. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Backofen auf 175°C vorheizen und die Springform mit ausreichend Butter fetten. Den Teig ausrollen (ca. 30cm) durchmesser und die Springform damit auskleiden. Dabei sollte der Rand ca. 3cm hoch sein. Den Teigboden mit einer Gabel mehrmals einstechen (das ist sehr wichtig!!). Ca. 20 Minuten im Backofen backen. Der Teig sollte unbedingt beobachtet werden, da er in dieser Form ganz gerne blind backt (sich aufwölbt)! Dann einfach nochmal mit der Gabel nachstechen, sodass die Luft entschwinden kann.

In der Zwischenzeit den Rhababer gründlich waschen, ggf. von Fäden befreien und in ca. 2cm große Stücke schneiden. Die Sahne, Eier, Zucker, Mark der Vanilleschote sowie den geriebenen Ingwer mit einem Rührgerät verquirlen.

Den Kuchenboden aus dem Ofen holen, die gemahlenen Mandeln darauf verteilen und mit Rhababerstücke bedecken. Das Sahne-Gemisch darüber gießen und für ca. 30-35 Minuten backen, bis der Kuchen eine goldgelbe Farbe erreicht hat.

Freitag, 28. Januar 2011

Guten Freunden backt man einen Kuchen

In seinem Buch “Chakall kocht”, reist der Starkoch Chakall mit Kochbegeisterten um die Welt. Mit argentinischen „Chipas“ (Käsegebäck) geht es in die südamerikanische Küche. Anhand seiner „Marokkanischen Hähnchenpfanne“ wird das kulinarische Afrika entdeckt. Das „Lachsfilet mit Wasabi-Aioli“ zeigt die aromatischen Schätze Asiens und mit dem „Provenzalischen Champignonsalat“ wird die südeuropäische Kochkultur bereist.

Dabei hat Chakall – wohl gänzlich unbewusst – die Grundlage für einen köstlichen glutenfreien Kuchen geliefert. Unter dem Kapitel „Rezepte für gute Freunde“ versteckt sich der „Polentakuchen mit karamellisierten Birnen“, der in erster Linie aus Maisgries und gemahlenen Mandeln besteht. Das Mehl habe ich einfach durch Maismehl ersetzt und das Backpulver muss natürlich auch glutenfrei sein.

Und das braucht man, um gute Freunde zu beglücken: 130g Maisgries, 130g gemahlene Mandeln, 40g Maismehl, 150g Butter, 250g Rohrohrzucker, 4 Eier, 1TL Backpulver (Weinstein), Schale von 2 unbehandelten Zitronen, 2 mittelgroß-große Birnen, 1 EL Butter, 2EL Honig, etwas Butter zum Fetten, 1 Springform

To Do‘s: Den Ofen auf 170°C vorheizen. Die Birnen schälen und in ca. 1 cm breite Scheiben schneiden. In einer Pfanne 1 EL Butter und den Honig zum Schmelzen bringen. Die Birnenscheiben bei mittlerer Hitze für ca. 5-10 Minuten darin karamellisieren und dabei immer mal wieder wenden. Zum Abkühlen beiseite stellen.

Die Butter und den Zucker schaumig schlagen. Dann nach und nach die Eier hinzugeben und gründlich vermengen. Die gemahlenen Mandeln, das Mehl und Backpulver mischen und unterrühren. Zum Schluss den Maisgries hinzugeben und gemeinsam mit der abgeriebenen Zitronenschale gründlich mit dem restlichen Teig vermischen.

Die Springform mit Butter fetten und mit der Hälfte des Teigs füllen. Den Teig mit den Birnenscheiben fächerartig bedecken und den Rest des Teigs darüber geben. Den Kuchen für ca. 60 Minuten im Ofen backen und dann einfach genießen.

Dazu empfiehlt Chakall, wie zu jedem Kapitel seines Buches, Musik! Den Abend mit guten Freunden untermalt gerne er mit Amália Rodrigues‘ „Uma Casa Portuguesa“ und Toumani Diabaté’s „Jarabi“.


Auf Chakall´s Geschmack gekommen? „Chakall kocht – Schnelle Rezepte für gute Laune“ gibt`s hier: http://www.amazon.de/Chakall-kocht-Schnelle-Rezepte-Laune/dp/3831017506

Sonntag, 19. Dezember 2010

In der Weihnachtsbäckerei...

...saßen eines Abends in einer dunklen Schachtel zwei Vanilleschoten beisammen. Da sie dort schon seit einiger Zeit verharrten, ohne dass etwas Aufregendes passiert war, beschlossen sie sich auf den Weg zu machen, um es endlich, als Teil eines Plätzchens, auf einen dieser wunderbar beleuchteten und geschmückten Weihnachtstische zu schaffen, so wie es schon viele Kameraden vor ihnen geschafft hatten.

Vorbei an Zimt und Nelken, Anis und Apfelstücken, Marzipan und Mandelsplittern drängelten und zwängten sie sich, bis sie plötzlich gegen etwas rundes stießen, an dem sie einfach nicht vorbei kamen. „Wer weckt mich da?!“, grummelte das runde Ding. „Wir sind zwei Vanilleschoten, die so gerne endlich ihrer Bestimmung als Plätzchenzutat nachkommen möchten. Lässt Du uns vorbei?“ erwiderten die beiden. Die Orange, die insgeheim wusste, dass auch ein Teil von Ihr dieser Bestimmung nachsehnte, lies die Vanilleschoten gewähren. Dies aber nur unter der Bedingung, dass die beiden in Form der Orangenschale einen außergewöhnlichen Geschmack in die Plätzchen brachten.

Und so setzten die beiden Vanilleschoten ihren Weg fort, im Gepäck, 2 TL der vorher vorsichtig abgeraspelten Orangenschale. So kamen sie vorbei an Schneebesen, scharfen Messerklingen und Rührlöffeln und sie dachten schon sie wären auf dem falschen Weg, als sie plötzlich lauten Gesang und Geschrei vernahmen. Vor ihnen war eine riesige Schüssel aufgetaucht, in der es allerlei Spaß zu geben schien. Vorsichtig wurde über den Schüsselrand geblickt und den beiden Gefährten eröffnete sich eine fröhliche Gesellschaft aus 200g Butter, 100g Rohrohrzucker und 2 Eigelb, die sich schon ordentlich untereinander vermischt hatte. „Kommt, feiert mit!“ bot das Gemisch an, „aber bitte erst die Mäntel ablegen, nachher wird’s noch heiß!“. Und so entledigten sich die Vanilleschoten Ihrer Schale und ließen lediglich Ihr Vanillemark, sowie die mitgebrachte Orangenschale Teil der bunten Gesellschaft werden.

Zu Beginn fühlte sich die Vanille nicht so richtig aufgenommen, da sich das Ganze noch um eine recht flüssige Angelegenheit handelte. Aber als sich noch 60g Reismehl, 140g Maismehl, 50g Maisstärke und 100g gemahlene Mandeln unter die Menge mischten, war jedes Unwohlsein vergessen.

1TL Agar Agar verlieh der Gruppe schließlich den nötigen Zusammenhalt, sodass sich aus den Zutaten, ein gleichmäßiger Teig knetete. Nach dem ganzen Vermengen und Vermischen, wurden die Zutaten jedoch ganz müde und wurden erstmal zu zwei gleich großen Rollen geformt (ca. 5 cm hoch), die jeweils in Klarsichtfolie eingepackt wurden. 1 Stunden lagen sie so im Kühlschrank.
Wie häufig bei großen Gesellschaften, bildeten sich dann auch hier kleine Grüppchen, die sich langsam von der Rolle absonderten (ca. 0,5-1cm breit), um sich zu kleinen Kipferln aufzustellten (ein Schappschuss wurde rechts festgehalten), und es sich dann auf einem mit Backpapier belegten Backblech bequem zu machen.

Und so schafften es die Vanilleschoten in einem mit 200°C vorgeheizten Ofen, innerhalb von ca. 15 Minuten Teil von weihnachtlichen Vanille-Orangen-Kipferln zu werden. Die, bevor sie schließlich auf den feierlich dekorierten Weihnachtstisch kamen, noch mit einem Päckchen Vanillezucker und ausreichend Puderzucker ummantelt wurden.

Und wenn man ganz still ist, kann man vielleicht sogar ein leises und sanftes "Fröhliche Weihnacht" aus der Plätzchenbox vernehmen. Einen schönen 4. Advent!

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Noch 24 Tage...

… dann ist es endlich wieder soweit! Dann wird das letzte Türchen des Adventskalenders geöffnet, erwartungsvoll aus dem Fenster gesehen, ob eine Schneeflocke fällt, die eine weiße Weihnacht ankündigen würde, in dem ein oder anderen Haus der Weihnachtsbaum dekoriert, Geschenke verpackt, oder bei manch einem in letzter Minute noch ein Geschenk gekauft, Karten geschrieben oder das Weihnachtsmenü vorbereitet, bis am Abend eine wundervolle und geheimnisvolle Ruhe in Häusern und auf Straßen einkehrt.

Dann leuchten Kerzen, beginnen Kinderaugen zu strahlen, Geschenke glänzen und glitzern unter dem Weihnachtsbaum, ein weihnachtlicher Duft schwebt durch warme Räume, klangvolle Weihnachtslieder erfüllen das Haus und draußen rieselt leise der Schnee.

Für mich ist die Weihnachtszeit magisch, sinnlich, beruhigend. In dieser Zeit bin ich in einer angenehm melancholischen und romantischen Stimmung, genieße jeden Tag und freue mich stündlich ein bisschen mehr auf die festlichen Tage.

In Weihnachtsstimmung komme ich am besten beim Plätzchenbacken. Dieses Jahr sind aus meiner Stimmung diese glutenfreien Mandel-Marzipan-Apfel-Kipferl entstanden, die hier nicht vorenthalten werden sollen! Viel Spaß beim Einstimmen auf Weihnachten und eine besinnliche Adventszeit!

Weihnachtliche Shopping-Liste (für ca. 15 Kipferl): 400g Honig-Marzipan, 100g Rohrohrzucker, 2 Eiweiß, 50g Apfelringe, 1TL Zimt, 5 Tropfen Bittermandelöl, 1 EL frisch geriebene Schale einer unbehandelten Zitrone, 50g Mandelblättchen, je 50g weiße und schwarze Schokoglasur, Backpapier

To Do´s: "White Chrsitmas" als musikalische Untermalung einschalten.

Den Marzipan grob raspeln. Zucker und Eiweiß hinzugeben und die Zutaten mit dem Handrührgerät miteinander vermengen. Die Apfelringe in kleine Stücke schneiden und mit dem Zimt, Bittermandelöl und der Zitronenschale zum Teig geben. Alles gründlich miteinander vermengen und für ca. 1 Stunde im Kühlschrank kalt stellen.

Den Ofen auf 180°C vorheizen. Hände leicht befeuchten und den Teig in handbreite und ca. 3cm hohe Röllchen rollen und zu Kipferln formen. Die Kipferl auf ein mit Backpapier bedecktes Blech legen. Die Hände ruhig immer wieder mal befeuchten, da der Marzipan sehr klebrig werden kann.

Die auf dem Blech drapierten Kipferl mit den Mandelblättchen verzieren und für 12 bis 15 Minuten im Ofen backen. Danach die Kipferl abkühlen lassen und in der Zwischenzeit die Schokoglasuren vorsichtig schmelzen.

Die beiden Enden der Kipferl jeweils abwechselnd in die dunkle oder weiße Schokolade tunken und vorsichtig mit dem Boden nach oben zeigend auf das Backpapier oder ein Gitterblech legen. Dann mit einem Pinsel noch den Kipferlboden mit der jeweiligen Schokoglasur bestreichen, wiederrum abkühlen lassen und am Schluß einfach genießen.

Mittwoch, 3. November 2010

Pumpkin Trilogy (Part III) - Meet the sweet Pumpkin

Es heißt, das Beste kommt immer zum Schluss. Und so ist das meiner Meinung nach auch in meiner Pumpkin Trilogy, denn hier wird der Kürbis süß und ich liebe Süßes!

Ja, auch wenn Süßspeisen nicht unbedingt dazu tendieren das Gesündeste auf der Speisekarte zu sein, kann ich einem leckeren Nachtisch einfach nicht wiederstehen! Aber um nun den weniger gesunden Aspekt dieser Kürbis-Muffins zu mildern, hier noch ein paar gesunde Fakten über den Kürbis.

Der Kürbis enthält zum einen Antioxidantien, die die Abwehrkräfte stärken und freie Radikale abwehren. Zum anderen ist er reich an Vitamin B, C und E und enthält wertvolle Mineralien wie Kalzium, Magnesium, Eisen und Zink. Somit rüstet er optimal für die kalte Winterzeit! Außerdem muss noch erwähnt werden, dass er zu ca. 85% aus Wasser besteht und kein Fett enthält!

Den Wasser- und Fettanteil kann ich für die Kürbis-Muffins leider nicht bestätigen. Dafür schmecken sie aber auch besonders gut!

Shopping-Liste (für ungefähr 12 Muffins): 200g Kürbisfleisch (z.B. Hokkaido), 100g Butter, 120g Zucker, 100g Chufas-Nüssli, 80g Maismehl, 3 Eier, 1 TL Vanillezucker, 1 TL Zimt, 2 TL Backpulver (glutenfrei), 1 TL Agar Agar (natürliches Geliermittel, das das Gluten ersetzt), 3 EL Sojamilch, je 1 Prise Salz und Muskat, 12 Muffinförmchen

To Do`s: Den Ofen auf 200°C vorheizen. In einem Topf Wasser zum Kochen bringen und das gewürfelte Kürbisfleisch dazugeben, sodass es gerade mit Wasser bedeckt ist. Für ca. 20 Minuten weich garen.

In der Zwischenzeit Butter, Zucker, Vanillezucker, Zimt, Salz und Muskat schaumig rühren. Die Eier verquirlen und dazugeben.

Maismehl, Nüssli, Backpulver und Agar Agar vermengen und mit der Sojamilch zu den restlichen Zutaten geben.

Sobald das Kürbisfleisch weich ist gut abtropfen lassen oder in ein Tuch geben und das Wasser auspressen. Dann zum Teig dazugeben und nochmal gut vermengen.

Den Teig auf die Muffinförmchen verteilen und ca. 15 bis 20 Minuten backen und lauwarm servieren.

The End.

Freitag, 20. August 2010

White Chocolate-Ginger-Cookies (glutenfrei, laktosefrei und wer möchte sogar eifrei)

Das man Milch - besser gesagt Laktose - und Mehl - besser gesagt Gluten - ersetzen kann, war mir bereits bekannt und wird auch standardmäßig in meinen Rezepten getan. Gut, Zucker durch Fruktose zu ersetzen habe ich auch schon mitbekommen. Und das Vegetarier Tofu als Ersatz zum Fleisch essen ist mir auch klar. Aber als ich mich an einem Sonntagabend an das Backen meiner White Chocolate-Ginger-Cookies machen wollte, und plötzlich feststellen musste, dass sich in meinem Kühlschrank nicht die benötigten zwei Eier bzw. Eigelber befanden, durfte ich herausfinden, dass man sogar Eier ersetzen kann.

Als mir klar wurde, in welch Ei-losem Dilemma ich mich an diesem Sonntagabend befand, habe ich natürlich zuerst klassischerweise meine Nachbarn angebettelt. Da ich nach drei Stockwerken hoch und runter und mehrfachem Klingeln aber nur mit einem Ei in der Hand in meine Wohnung zurückkehrte, setzte ich mich vor den Computer. Eigentlich wollte ich nur nachsehen, ob ich das ganze vielleicht auch nur mit einem Ei hinbekommen könnte, aber ich stieß ziemlich schnell auf einen Interneteintrag, der nach Eiersatz fragte. Und da fand ich dann allerlei Vorschläge mein zweites Eigelb zu substituieren.

Angefangen von zermatschten Bananen, Apfelmus, saurer Sahne, Sojamehl mit Wasser bis hin zu Essig, gibt es wohl tatsächlich auch Eierersatz-Pulver. Jedenfalls hatte ich an diesem Sonntagabend genau eines dieser Substitute in meinem Vorratsschrank: Sojamehl. Also verkuppelte ich mein einsames Eigelb mit einem Esslöffel Sojamehl und zwei Esslöffeln Wasser. Et voilà, heraus kamen sehr geschmackvolle Cookies, die in ihrer Konsistenz so richtig schön "chewy" waren.

Shopping-Liste:

120g Maismehl

80g Chufasnüssli (gemahlene Erdmandeln)

125g Butter

2 Eigelb (oder eifrei: 2EL Sojamehl vermengt mit 4EL Wasser)

100g Rohrohrzucker

1/2 TL Vanillezucker

1TL Backpulver

2TL Agar Agar

50g laktosefreie weiße Schokolade (in kleine Stücke gehackt oder zerbröselt)

ca. 3 TL frischen, sehr klein gehackten Ingwer (die Menge kann man hier beliebig variieren, je nachdem wie dominant man den Ingwer schmecken möchte)

Backpapier (hatte ich an dem Sonntag natürlich auch nicht da... Zum Glück musste ich in diesem Fall aber nicht nach einem Ersatz suchen!)

To Do´s:

Als erstes den Ofen auf 200°C vorheizen und die Butter in einem kleinen Töpfchen schmelzen lassen. Nebenbei Mehl, Nüssli, Backpulver, Zucker und Agar Agar mischen. Die geschmolzene Butter, die Eigelber (oder die eifreie Alternative), die Hälfte des Ingwers sowie ca. 40g Schokolade hinzugeben und vermischen. Den Teig ca. eine halbe Stunde im Kühlschrank kalt stellen, damit die Butter wieder fester wird und der Teig leichter zu formen ist.

Den ausgeruhten Teig entweder ausrollen und beliebig ausstechen oder einfach mit den Händen formen. Ich habe mit letzterer Variante 9 handflächengroße Cookies geformt (Achtung, werden im Ofen noch größer!). Die Cookies gleichmäßig auf dem Backpapier verteilen und die restlichen Ingwer- und Schokoladenstücke verteilen und leicht in den Teig drücken.

Die Cookies 13-15 Minuten backen. Achtung, wenn man die Cookies dann aus dem Ofen holt sind sie noch sehr weich, erhalten aber kurze Zeit später die gewünschte Konsistenz. Also bitte nicht erschrecken und noch weitere 10 Minuten backen lassen, dann werden sie nämlich zu hart und sind nicht mehr "chewy". Außerdem bitte nicht erschrecken, wenn die weiße Schokolade etwas bräunlich vom backen wird. Sie karamelisiert und schmeckt dann besonders lecker! Und nun viel Spaß beim genießen!

Dienstag, 3. August 2010

Himbeertraum im glutenfreien Sommerküchlein

Beeren gehören einfach in die Sommerküche, so wie Mehl in den Teig. Doch wie auch schon bei meinen Erbeer-Schoko-Cashew-Muffins basiert der Teig zu diesen köstlichen Himbeer-Mandel-Sommerküchlein ausschließlich auf glutenfreiem Mehl.

Und wer bisher noch nichts von Gluten gehört hat, hier ein kurzes Update: Zuerst für die Lateiner, Gluten kommt vom lateinischen gluten (Überraschung!) und bedeutet Leim. Hiermit kommen wir der Sache auch schon ziemlich nahe, denn Gluten ist eine Art Kleber aus Proteinen, das in den Samen von Getreidearten vorkommt. Dieser Kleber sorgt dafür, dass ein Teig zum einen beim Backen aufgeht, und zum anderem im gebackenem Zustand auch seine schöne Form (z.B. die eines leckeren Kuchens) behält (Quelle: mal wieder Wikipedia). Das hört sich nun alles sehr nett an, nur leider hat Gluten auch einen Haken: Manche Menschen vertragen es nicht. Und das nennt sich dann Glutenintoleranz.

Dass ich nun gerne glutenfrei koche und backe, heißt aber nicht nur, dass ich ein Sympathisant für Menschen mit Glutenintoleranz bin, sondern auch, dass ich es einfach als bekömmlicher erachte. Ich finde glutenfreie Muffins, Kuchen, Kekse, Gebäck (ja, das gibt es alles auch glutenfrei und genauso lecker!) einfach leichter und daher ganz besonders geeignet für einen schwülen Sommertag. Und deswegen nun zurück zu den Himbeer-Mandel-Sommerküchlein!

Input (für 12 Küchlein):

100g Butter

3 Eiweiß

100g Puderzucker (gibt es in Bio z.B. von Naturata)

40g Maismehl

40g Chufasnüssli gemahlen (das sind Erdmandeln, die übrigens auch ganz gut im Müsli schmecken)

1 TL Backpulver

2 TL Agar Agar (diese exotische Zutat ersetzt das Gluten als Kleber im Teig)

24 Himbeeren

50g Mandelstiftchen

12 Muffinförmchen

To Do´s: Als erstes den Backofen auf 160°C vorheizen. Dann die Butter schmelzen lassen. Nebenbei das Eiweiß steif schlagen, den Puderzucker, das Maismehl, die gemahlenen Chusfasnüssli, das Backpulver und Agar Agar hinzugeben und vermischen. Dann auch noch die Butter untermischen und die Muffinförmchen mit dem halben Teig füllen, die Hälfte der Mandelstifte verteilen und den restlichen Teig auffüllen. Die Küchlein werden dann noch mit je 2 Himbeeren gekrönt und mit den restlichen Mandelstiften verschönert. Das ganze darf ca. 15 Minuten im Ofen goldbraun werden. Bon appetit!

Freitag, 9. Juli 2010

Erdbeer-Schoko-Cashew-Muffins (laktose- und glutenfrei)... Oder: Was ist Xanthan-Gum?

Bis ich mein gluten- und laktosefreies Muffin-Rezept in dieser Form zusammengestellt hatte, mussten erstmal mehrere Versuchsmanöver gestartet und ein paar Lektionen gelernt werden.

Lektion 1: Cups sind nicht gleich Cups

Zunächst hatte ich mir ein amerikanisches Muffin-Rezept zu Herzen genommen, bei dem Mengenangaben in, den für mich neuartigen, "Cups" gemacht wurden. Das kann ja wohl nicht so schwer sein, habe ich mir gedacht, im Internet nach der Gramm-Menge eines Cups gesucht und so meine Zutaten verwertet. Da bei der ganzen Sache jedoch nicht Muffins in ihrer gewünschten Konsistenz - vom Geschmack ganz zu schweigen - aus dem Backofen kamen, wurde ich bezüglich dieser mysteriösen Cups etwas misstrauisch. Nach genauerer Recherche im Internet habe ich herausfinden müssen, dass ein Cup Mehl nicht die gleiche Gramm-Menge wie ein Cup Zucker und auch nicht wie ein Cup Milch hat… Also da bleibe ich doch lieber bei Grammangaben, 100 Gramm Mehl wiegen wenigstens genauso viel wie 100 Gramm Zucker!

Lektion 2: Was bitte ist Xanthan-Gum??

Nicht nur, dass Mengenangaben in Cups für mich neu waren, bei den Zutaten einiger glutenfreien Rezepte kam ich direkt wieder ins Stutzen. Was ist Xanthan-Gum??? Die Internetrecherche gab auch in diesem Fall die Lösung. Es handelt sich bei dieser exotischen Zutat nicht, wie zunächst vermutet, um einen südafrikanischen Kaugummi, sondern um ein natürliches Geliermittel und ist, wenn man Wiki glauben schenken darf, sehr vielseitig verwendbar: in Soßen und Dressings sowie in der Molekularküche (das ist ja noch harmlos!), Shampoo, Zahnpasta und Maskara (es wird interessanter!), in Gleitmittel (oh ha!) und Sprengstoff (keine weiteren Kommentare!). Da ein Muffin Kalorienbombe genug ist, wollte ich auf weitere Explosionsgefahr verzichten und habe daher auf ein alternatives natürliches Geliermittel zurückgegriffen: Agar Agar. Klingt genauso exotisch wird aber immerhin nicht für die Herstellung von Sprengstoff verwendet!

Lektion 3: Vollrohrzucker verwerte ich lieber in einem Caipirinha als in einem Muffin

Ich dachte mir, mach ich doch mal auf richtig gesund und organic und mache Muffins aus Vollrohrzucker. Keine gute Idee! Erstens laden die Muffins farblich nicht unbedingt zum vernachen ein (seltsam braune Farbnuancen) und zweitens Kommentare wie "Das schmeckt aber healthy" wollte ich eigentlich nicht unbedingt hören (gesund heißt ja nicht gleich, dass es weniger gut schmecken soll!). Die Frage, die sich mir dann auftat war, was ich mit dem Vorrat an Vollrohrzucker in meiner Küche anstellen soll. Caipirinha ist die Lösung (wobei der ja auch nicht unbedingt mit Vollrohrzucker gemacht wird). Naja, ich hoffe der Alkohol überdeckt den speziellen Geschmack!

So, und bevor ich anfange mit meinen Lektionen zu langweilen, hier das Rezept für meine Erdbeer-Schoko-Cashew-Muffins:

175g Reismehl

50g Kartoffelmehl (Kartoffelstärke)

3 Teelöffel glutenfreies Backpulver

2 Teelöffel Agar Agar (das Geliermittel wird übrigens benutzt, da beim glutenfreien Backen das Gluten als Bindemittel fehlt)

1 Prise Meersalz

150g Rohrohrzuckern (nein, das ist nicht dasselbe wie Vollrohrzucker)

60g Butter

1 Ei

80g Reismilch

1 Esslöffel Zitronensaft

1 Esslöffel Olivenöl

50g Zartbitter Schokotropfen

1 Handvoll Cashewkerne

ca. 7 mittelgroße Erdbeeren

12 Muffinförmchen

Zunächst den Ofen auf 180°C vorheizen. Die trockenen Zutaten (Mehl, Backpulver, Agar Agar, Salz und Zucker) und die flüssigen Zutaten (Butter, Ei, Milch, Zitronensaft und Öl) zuerst getrennt voneinander mischen und danach miteinander mischen und ca. die Hälfte der Schokotropen untermengen. Die Muffinförmchen ca. zur Hälfte mit dem Teig befüllen, die Cashewnüsse gleichmäßig verteilen und die Hälfte der Erdbeeren klein geschnitten in den Teig stecken. Die Förmchen mit dem restlichen Teig auffüllen, die übrigen klein geschnittenen Erdbeeren sowie die übrigen Schokotropfen verteilen. Das ganze in den Backofen schieben und 25 Minuten backen lassen. Fertig!